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Modellbau 01 Der lange Weg zum Modell

Vorgeschichte:

Martin M. aka czhunter/finetrains hatte ein Gehäuse der UmAn konstruiert und bot das seinerzeit bei Shapeways (vor deren Insolvenz) an. Damit wollte ich das Projekt umsetzen und habe es damals dort geordert - ich hätte es eigentlich besser wissen können...

Warum?
Die Oberflächen- und Materialqualität des Shapeways Materials "Fine Detail Plastic" war schon damals aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß. Das folgende Bild zeigt den Shapeways-Druck nach dem ersten Farbauftrag:

20240118_162623.jpg


Die deutlich sichtbaren "Spurrillen" bedeuten sehr hohen Aufwand (Füller+schleifen+Füller+schleifen ...) um eine akzeptable Oberfläche zu erhalten.

Nach vielen Stunden des Oberflächentunings ist mir das Gehäuse ca. 4 Wochen nach Lieferung aus ca. 40cm Höhe auf den Tisch gefallen (eigene Schuld) und dabei in ziemlich viele Einzelteile zersprungen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass dieses Material so schnell so spröde wird.
Da es sich außerdem noch in den Seiten etwas verzogen/durchgebogen hatte, war das Überstülpen auf den Fahrwerksrahmen schon schwierig und hätte vermutlich über kurz oder lang ebenfalls zum Bruch geführt...

Der Frust über diesen Totalschaden war zunächst groß.
Nochmal so ein Teil bestellen schied aufgrund der gemachten Erfahrungen aus.

Außerdem war beim Vergleich mit Vorbildfotos zu erkennen, dass einige Proportionen des Gehäuses (z.B. am "Rundkopf") nicht ganz stimmig waren. Das Shapeways Gehäuse umfasst(e) leider auch "nur" die Haube und den Tank. Viele andere Teile für ein vollständiges Modell fehlten.

Das war die Initialzündung dafür, ein eigenes Modell zu konstruieren und von jemandem drucken zu lassen, bei dem Material und Qualität stimmen.
Mit Freecad wurde anhand von Bildern und Modellen andere Spurweiten eine Konstruktion erstellt, die das Original (hoffentlich) besser abbildet. Dabei bin ich wie folgt vorgegangen:

1.) Für ein vollständiges Modell sollten auch folgende Teile vorhanden sein:
- Die markanten UmAn-Drehgestelle
- Die Zug-/Druckstangen
- Fensterverglasungen sowie die Lampen-Gläser für Spitzen- und Schlusslicht
- Die Führerstandeinrichtung
- Die vielen kleinen Details (z.B. UIC-Dose, GSM-Antenne) und die diversen Anschlüsse an der Pufferbohle sollten ebenfalls nicht fehlen.

2.) Der Rundkopf sollte eine stimmigere Form/Tiefe erhalten.

3.) Soweit möglich sollten Teile/Baugruppen entstehen, die einzeln gedruckt, ge-airbrusht und montiert werden können. Das ermöglicht ggf. auch einen einfacheren Austausch/Ersatz dieser Teile.

4.) Empfindliche filigrane Teile (z.B. Leitern, Gitter, Griffstangen) sollten möglichst als Neusilber-Ätzteile entstehen.
Solche Teile sind mechanisch wesentlich stabiler als 3D-Druck.
Griffstangen können dann später angebaut werden (u.a. wegen der Ganzkörper-Decalierung als "Streifenhörnchen" sinnvoll - glatte Flächen machen das einfacher).

5.) Für den Antriebsstrang (insbesondere die Drehgestelle) sollten soweit wie möglich Bauteile aus den Hersteller-Baukästen (z.B. Tillig, Piko) verwendet werden. Als Motor sollte ein Glockenankermotor dienen.

Wenn man dann erst mal soweit gedacht hat, kommen plötzlich noch ganz andere Ideen zu Tage.
Durch die Baugruppenkonstruktion lassen sich auch die anderen Gehäuse (202 003 ohne Verkleidung, weißer Riese, Blauer Bock, NS 1600P, 33001) ableiten.

Das Ganze könnte also ein ziemliches Langläufer-Projekt werden.

=> Als erstes wird aber das Streifenhörnchen konstruiert und gebaut.

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3D Drucken lassen oder DIY?

Ich hatte am Anfang einige Berührungsängste in Bezug auf "3D-selber-Drucken".
Anderseits war mir auch klar, welche Qualität ich bei den diversen Dienstleistern erwarten konnte - und was dann am Ende so ein Projekt kosten würde.

Da kam zum Glück Sven (aka @Svies) um die Ecke. Der hat schon einige Jahre Erfahrungen mit dem Thema gesammelt (eines seiner Projekte ist u.a. der Talgo-Nachtzug). Sven bot mir an, die Teile für mich zu drucken.
Das Angebot nahm ich sehr gern an und konstruierte drauf los.
Auch dabei durfte ich natürlich noch Lehrgeld zahlen, denn etwas zu konstruieren heißt noch lange nicht, dass es dann auch problemlos so druckbar und aufbaubar ist.

Irgendwann dämmerte in mir die Erkenntnis, dass ich um das selber Drucken auf Dauer wohl nicht herumkommen würde.
Zu einen kann ich nicht dauernd Sven in Beschlag nehmen, sonst kommt der mit seinen eigenen Projekten nicht richtig vorwärts.
Zu anderen lernt man es wirklich am besten, wenn man die Teile selber aus dem Drucker holen und bearbeiten (also z.B. die Supports abtrennen) muss.
Und so kam, was kommen musste: Im Keller habe ich jetzt eine 3D-Druckwerkstatt.

x20241015_heating_00.jpg


Ein weiteres halbes Jahr später hatte ich die wichtigsten Lektionen gelernt und die gedruckten Teile sind gut verwendbar.

Inzwischen waren die Teile soweit in Baugruppen strukturiert und zerlegt, dass sich auch die anderen Loks in verschiedenen Varianten aufbauen lassen.
Es wird also (Stand Anfang 2025) wirklich ein längeres Projekt werden...

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TTjoerg
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