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Ein paar Fragen zum Anlagenbau von Voli

Voli

Foriker
Beiträge
16
Ort
Sachsen
Hallo Modellbahnfreunde,
wie so viele unter euch, bin auch ich nach vielen Jahren der Abstinenz ein so genanter Widereinsteiger. Seit geraumer Zeit lese ich alle Beiträge die das Thema Anlagenbau und Digitaltechnik behandeln.
Dennoch tun sich mir einige Frage auf, wo ich die Modellbahnprofis oder "alten Hasen" um Beantwortung bitte. Ich beabsichtige digital zu fahren und vorerst analog zu schalten.

Welche Gesichtspunkte sollten bei der Erstellung eines Gleisplanes dabei beachtet werden? Gibt es bezüglich des Gleisplanes grundsätzliche Unterschiede zwischen einer analog bzw. digital gesteuerten Anlage?

Ist es sinnvoll in den Bahnhofsgleisen Trenngleise einzubauen?
Ich kann mir vorstellen, dass es gerade im Schattenbahnhof nützlich ist, Gleise stromlos zu schalten, um die Beleuchtung der Züge nicht unnütz zu strapazieren.
Wenn ja, ist eine eingleisige oder zweigleisige Unterbrechung notwendig?
Oder gehen auch die Isolierverbinder der Weichen?

Um in schwer zugänglichen Anlagenabschnitten, wie Gleiswendel oder Schattenbahnhof eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten sind Probefahrten unerlässlich.
Welche Loks benutzt ihr zu Testfahrten und reagieren am empfindlichsten auf unsachgemäße Gleisverlegung?

Vorerst als letztes würde mich noch interessieren, wie viele Züge gleichzeitig mit dem Set 90 von der Fa. Lenz fahren können.

Auf eure Antworten bin ich schon gespannt und bedanke mich schon im voraus.
Voli
 
für stromlosschaltung reicht meines wissens nach eine einseitige unterbrechung - die isolierschienenverbinder aus plastik sind dafür geeignet. die anderen fragen müssen andere beantworten...
 
Hallo Voli,
erstmal ein :welcome:
zu deinen Fragen.
1 grundsätzlich giebt es keinen Unterschied zwischen Digi und Analogen Gleisplan. Wohl aber in deren Ausführung, wie z.B. Trennstellen im Gleis Halte/ Bremsabschnitte vor den Signalen usw.

2 Bahnhofsgleise Jaein, willst du Dauerbeleuchtung in den Zügen oder über Decoder gesteuert? Ich nehme mal an ersteres, dan ja, Unterbrechung vorallem im Schattenbf. ist sinnvoll. Einseitige Isolierung ist zureichend, jedoch über eine Weiche nicht zu empfehlen, da zwei Weiche bei z.B. bei drei Gleisen , zwei Gleise immer versorgen.

3 Probefahrt, ich nehme immer die m-Wagen bzw ein Doppelstockwaggon, da diese die längsten sind Lüp 220mm. Damit kannst Du dein Lichtraumprofil prüfen. Achtung diese Wagen haben ein Mindestradius von 330 mm.
Um die Gleislage zu Prüfen ist jede Dampflok mit hoher Achszahl empfehlenswert z.B. 01, 56, 62, 65 usw

4 Leistung Set 90, wieviel Züge sind mit was beleuchtet ( Dioden oder Glühlampen )? Da geht dan das gerechne los.
 
Hallo Voli,

noch ein paar Ergänzungen zu meinen vorschreibern.

Trennstellen müssen grundsätzlich nicht sein - aber wenn Du an bestimmten Stellen später Gleisbesetzmelder anschließen willst - oder auch Bremsabschnitte (die auch bei analoger Steuerung digitaler Bahnen Sinn machen) Zugbeeinflussunt durch signale etc, dann wirst Du im Lauf der Zeit eine Vielzahl von Gleisabschnitten brauchen, die teilweise auch recht komplex verschaltet werden (müssen).

Ausnahme sind natürlich die Herzstücke der längeren Modellweichen, da benötigt man Unterflurantriebe und schon von Anbeginn an jeweils Trennstellen um die Herzstücke (unabhängig von den angeschlossenen Gleisen) polarisieren zu können, daraus ergeben sich teilweise von selbst Gleisabschnitte, die separat versorgt werden müssen. Aber letztlich muss man sich das für jede
Weiche(nstraße) separat überlegen. Ich habe auch Gleise, die nur an einer Weiche liegen, wo ich die Trennstellen weglasse und die Herzstückpolarisierung auf das ganze Gleis lege..... wenn dann die Weiche 'falsch' gestellt ist, liegt an beiden Schienen des Gleises der selbe Pol = kein Strom = primitivstmögliche Schutzschaltung, wobei dann auf diesen Gleisen natürlich auch das Licht in Waggons oder an Loks ausgeht.

Gerade wenn man noch nicht viel Erfahrung hat, lohnt es sich bei den ersten Weichenstraßen unter der Platte erst einmal 'fliegend' zu verdrahten' und dabei mal verschiedene Schaltungsvarianten durchzutesten.Allein schon das Verschalten von Herzstückpolarisierung mit den meisten Unterflurantrieben ist schon eine Wissenschaft für sich, bei der zum einen in bestimmen Konstellationen während des Schaltvorganges Kurzschlussgefahr herrscht - zum anderen hier im Board genau für solche Einzelprobleme erprobte Schaltpläne zu finden sind.

Übrigens: Wenn du mit Modellgleis baust, kannst Du mit einer Mini-Flex (Dremel oder Proxxon) auch nachträglich recht gefahrlos die Trennstellen schaffen, die du brauchst. (nur das Anlöten der dann jeweils gebrauchten Stromversorgung ist an einer bereits fertig gebauten Strecke, samt Schotterung etc, nachträglich etwas pfrickelig.

Das Stromlos-schalten von Digital versorgten Gleisen ist ganz normal wie bei Gleichstrom möglich, ein Gleis reicht, Genaugenommen beruht z.B. meine gesamte Schattenbahnhofssteuerung (samt automatisch haltenden Zügen) auf schlichter (einseitiger) Stromunterbrechung durch Lichtschranken.

Nachtrag zum Thema Verkabelung:
Wenn man genauer drüber nachdenkt: Falls Du langfristig tatsächlich an einen komplexeren Gleisplan mit (teilweiser) automatischer Zugbeeinflussung etc interesse haben könntest, würde ich folgendermaßen vorgehen:
Ordne den beiden "nichtwirklich" 'Polen' der Digitalversorgung je eine klare Farbe zu (bei mir gelb und braun). Und halte dich bei jedem einzelnen Gleisabschnitt dran. Trenne ruhig jedes einzelne Gleis am immer selben Pol (bei mir der gelbe) elektrisch ab. An den Herzstücken der Modellweichen musst Du ggf natürlich auch 'braune' Schienen unterbrechen und ebenfalls separate Zuleitungen anlöten. Führe die beiden Kabel der Digitalzentrale (eher dick) als Ringleitung unter der 'Platte', Unter der Platte kannst Du dann erstmal alle gelben und braunen Kabel miteinander und der jeweiligen Ringleitung verbinden - hast aber später fast jede denkbare Möglichkeit für jede denkbare Schaltung...
Die Anschlüsse der Herzstücke sind bei mir (fast) immer rosa, werden dann von den weichenmotoren beschaltet (manchmal auch von Relais) - und wenn man jeden Gleisanschluss unter der Platte sauber beschriftet, bleibt das ganze trotz vieler Kabel doch recht überschaubar.

Nachtrag zum Thema Testlok:
Je mehr verschiedene, desto besser, es gibt so unterschiedliche Problemstellen wie Fahrwerke: Und unbedingt auch das Fahrverhalten ganzer Züge testen:

- kleine Lok mit kurzem Radstand und wenig Achsen = Kontaktprobleme insbesondere an Herzstücken oder auch bei kleinen Unebenheiten
- Lange Lok mit vielen aber recht starren Achsen = Kontaktproblem bei Steigungswechseln oder Problemen mit Höhenlage
- Lange lok mit wenig Seitenspiel in den Achsen = Probleme in manchen Kurven, Weichenstraßen oder auch bei Gleisüberhöhungen.
- Nicht nur gezogene, auch geschobene Züge testen: Die neigen insbesondere wenn ein schwerer Waggon am Zuganfang steht und von leichten Waggons geschoben wird, in Kurven (+Steigung) oder Weichenstraßen ggf zum seitlichen Ausbrechen.... ebenso wie (zu) leichte Wagen am Zuganfang eines geschobenen Zuges - oder auch die Vorläufer einiger Lokomotiven.....
- Lange Waggons dienen zum Testen des Lichtraumprofiles. Aber nicht nur die.... ich hatte z.B. einen Bahnsteig mit diversen Loks getestet, inklusive der alten BR86, deren Zylinderblock recht breit ist...... und dann waren die Trittstufen meines Kleinserien-ETA doch noch etwas Breiter und ein Teil des Bahnsteiges musste überarbeitet werden (grumbel)

mfg
Michael
 
Hallo Voli,

eine gute Testlok ist auch die Tillig V60 wegen ihres langen Radstandes und der geringen Bodenfreiheit. Abschnitte, in denen ich die Gleise versenkt habe (Industrie, Bahnübergang) teste ich immer mit der V60.

Gruß,
Gunther
 
Gerade für Weichenstraßen etc. nehme ich die BR 52 als Testfahrzeug, da sie sehr pingelich mit der Gleislage ist. Ansonsten y-Wagen, da dies die Fahrzeuge sind, die in den Kurven am meisten ausscheren.
 
Noch besser ist die Rothe 04 geeignet. Die ist gerade zum Thema Stromversorgung, Polarisierung Herzstücke sehr anspruchsvoll - zumindest meine. Da kommt selbstr die kleine zweiachsige KÖ nicht heran. Und was das entgleise auf Weichenstrasse angeht, das ist mein persönlicher Favorit die E 18, besser gesagt der klitze kleine Vorläufer, der gern herausspringt.
 
Hallo nochmals,
erst mal vielen Dank für die zum Teil sehr ausführlichen Antworten.
Da wird mit Sicherheit auch mancher Anfänger davon profitieren können.

@sterntahler
Hast du zufällig eine „Faustformel“ für die Leistung des Set 90 von Lenz
bzw. wie viel Züge gleichzeitig fahren können parat?

@
MHouben
Deine Homepage ist dir sehr gut gelungen.
Informativ, mit nützlichen Ratschlägen und Links.

Tschüss und noch ein schönes Wochenende.
Voli
 
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