Soho mit oho! Am Wochende wurde zwar weniger gebastelt und mehr durch die Märkische Pampa gestiefelt
aber auch der Karsei VT mal etwas genauer und in seinem zukünftigen Habitat begutachtet. Ein schönes Spielzeug, mit bitterem Beigeschmack, würde ich sagen
Was mich ja besonders interessiert hat, war den Dodelnet und den Karsei Ameisenbär nebeneinander zu sehen und der Abgleich mit dem Original (Anhand der Abbildungen aus "Kleinbahnreise durch die Prignitz"). Da ich mit dem Interesse, nicht der einzige bin, hier mal ein paar mehr Bilder. Für alle anderen folgt ein fröhliches fingetraining am scroll Balken.
Ich hielt den Dodelnet Wagenkasten ja - aus der Erinnerung heraus - für schöner... aber nee, beide haben ihre Schwächen.
2 Sachen fallen beim Dodelnet Tw - rechts - sofort ins Auge, die Bedruckung und die Milchfenster. Letzteres finde ich ziemlich Vorteilhaft. Generell finde ich den Farbton des Karsei Modells immer noch irgendwie daneben, das ist aber eher eine Befindlichkeit. Mit dem sächsischen Triebwagen Beiwagen harmoniert er farblich und bei dem stört mich die Farbe nicht.
Wie sehr ich dem Karsei Tw die krummen Schnauzen übel nehmen soll weiß ich auch nicht. M. E. sehen die Karsei Motorvorbauten eher nach auch dem Lieferzustand der 1930er Jahre aus, als nach der angestrebten Form, nach dem Umbau. Dafür hat man etwas mehr Durchblick beim Fahrwerk (m. E. wichtig für den Gesamteindruck des Vorbilds) bzw. es wurde die verdeckende Umbau-Heizung nachgebildet (die m. E. mit dem Motorumbau kam... die ursprünglich verbaute Heizung scheint mir weniger sichtbar gewesen zu sein).
Beim Dodelnet Triebwagen mussten die (vollständig) beiliegnden Handläufe montiert werden, passten aber nicht. Die Lampen sind einfach nur nicht schön, dafür aber 3. Die roten Signalleuchten fehlen links, wie rechts, vorne, wie hinten.
Am Karsei Triebwagen sind 2 Griffstangen verloren gegangen und eine ist nicht befestigt, aber alle auf der anderen Seite. Die Lampen erinnern mich hier Irgendwie an BTTB/Zeuke Zeiten aber insgesamt gefällt mir das so wesentlich besser.
Beim Blick von oben, fällt nicht nur der kleinteiligere Dachgepäckträger des Dodelnet Wagenkastens auf, sondern auch dass er breiter, als der von Karsei ist. Insgesamt wirkt er etwas wuchtiger. Nachgemessen habe ich beide nicht.
Bonusbild: Zwei Ameisenbären im Unterholz
Am Ende stellt sich hier für mich die Frage, welcher von beiden besser ist, nicht. Der Karsei Triebwagen läuft und macht trotz seiner Macken erstaunlich viel Spaß. Dem Fahrwerk hätte etwas mehr Qualitätssicherung definitiv gut getan. Es läuft einfach unrund. Ich weiß nicht ob da ein Zahnrad außermittig sitzt oder Zähne nicht richtig gearbeitet sind aber irgendwas ist das krumm, dazu kommt ein leicht taumelnder lauf. Gleichzeitig hat sich der gute Eindruck der Stromabnahme bestätigt und der Tw kann erstaunlich langsam über die Anlage kriechen und fährt von jeder Stelle an. Versuche mit mehr Gewicht brachten hier keine Veränderung.
Das Dodelnet Modell ist anders hässlich und wirkt weniger filigran, eher zu grob. Größtes Problem bleibt aber das Fahrwerk. Ich behaupte es gibt kein Märklin VT-98 Fahrwerk, was befriedigend läuft und das steckt da nun mal drunter. Ich muss hier erwähnen dass ich zwischendurch etwas an den großen Zahnrädern des Karseifahrwerks rumgefummelt und versucht habe zu optimieren, was bis zu einem gewissen grad geklappt und Verbesserungen bei Fahrdynamik und Lautstärke gebracht hat. U. U. hat auch ein Tropfen Öl pro Zahnradgetriebe geholfen und die Motorkabel etwas weiter von der Schwungmasse weg zu legen.
Für mich bleibt der Tw eine echte Überaschung, die auf meinem einfachen Gleisplan nochmal ein paar Möglichkeiten ins Spiel bringt. Ich verstehe, wenn man unzufrieden ist, bei dem was ich gesehen hab, ich bin es aber nicht. Kann ich nicht, bei dem was ich in der Hand halte, wie es auf der Anlage fährt und wieviel Geld ich dafür im Verhältnis zu meinen anderen Loks gezahlt hab. Das passt sehr gut.
Ob alle der gezeigten Mängel die Norm der 300 Exemplare ist, lasse ich auch mal dahin gestellt. Ich bin froh dass ich hier zugeschlagen hab. Ich hatte wenig Hoffnung, dass mich Optik und Fahreigenschaften neben der IVK begeistern... aber doch irgendwie schon.
Ick bin happy

Der Motor muss noch etwas versteckt werden (Gardinen?!) und etwas Deko ran (Fahrräder, Milchkannen, Benzinkanister, Koffer, was weiß ich) aber ansonsten...
Bleiben wir Thematisch bei Dingen die irgendwie nach Prignitzer Kleinbahnen in 1:120 aussehen.
Ich habe aus der Ecke nämlich immer noch 2 Klunker-Bausätze. Beide leiden an mangelnden Drehgestellen, der Personenwagen ist mir leider auch weniger geglückt. Hier habe ich aber zumindest mal die Inneneinrichtung komplettiert, so dass das Dach bündig aufgesetzt und befestigt werden kann. Das ist hier irgendwie gar nicht so banal gewesen...
Das Innenleben ist an die Vorbilder angelehnt. Da ich keine halbe Längsbank schnitzen wollte, bekam der Wagen ein Klo. Auch wenn das ganze so recht grob wirkt (warum Igra hier 0,8mm Sperrholz genutzt hat erschließt sich mir nicht), mit geschlossenem Dach macht das ganze weit mehr her, als ich erwartet hab. Ich habs nur leider nicht auf ein Bild gebannt bekommen :/ Für sowas lohnt es sich m. E. auch nicht so gelungene bis missratene Modelle weiter zu bauen. Man kann Dinge ausprobieren und manchmal wird so noch was aus dem Unglück.
Für die Drehgestelle kam mir eine wilde Idee: Busch H0f Loren. Davon hatte ich noch 1,5 rumliegen, was zumindest für einen Prototyp reichen sollte. Ein Drehgestellrahmen aus 1,5x1 mm Messing U Profilen soll die stark eingekürzten Lorenachslager umfassen. Die 180 Vorbildmillimeter Stärke des Drehgestellrahmens sind, wie alle anderen Maße, erstmal eine Annahme und gefühlt für die angestrebte Bauart etwas zu dick, optisch aber m. E. recht stimmig. Bleibt zu schauen, wie viel Spiel die Drehgestelle am Ende an meinem Eigenbaurahmen haben und ob sie entscheidend besser wirken, als die des Bausatz.