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Nebenbahnwagen aus Altmaterial

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Liebe Grüße
 
So ist das, wenn man erst mal Blut geleckt hat: Jetzt hat es das Fahrgestell eines dreiachsigen Abteilwagens von BTTB erwischt – der vorbildgerecht langen Blattfederpakete wegen. Entstehen soll ein Zweiachser mit 6500 mm Achsstand. Um auf jene umgerechnet 54,2 mm zu kommen, habe ich zunächst die Halterung der verschiebbaren Mittelachse herausgesägt. Dasselbe Schicksal ereilte den Batteriekasten; der neue Wagen wird Gasbeleuchtung bekommen. Die beiden Teile des Untergestells wurden in bewährter Manier verschachtelt; auf den ersten Bildern sind sie nur gesteckt. Der Stabilität halber habe ich die Lücke im Wagenboden mit einem Stück aus der Abfallkiste verfüllt und danach die Baugruppen zusammengeklebt.

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Morgen mehr; die Bastelnacht verspricht, lang zu werden.
 
@Stardampf: Auf dem ersten Foto des heutigen Berichts sieht man, daß das Fahrgestell noch die Trittstufen am Langträger aufweist. Es ist eine lästige und zeitraubende Arbeit, sie zu entfernen und danach den Langträger in eine einheitliche Form zu bringen. Auf dem nächsten Foto fehlen sie bereits.

Daß ich den Überstand des Fahrgestells auf der einen Seite eingekürzt habe, liegt daran, daß der neue Wagen nur auf einer Seite eine offene Bühne haben soll. Die der Stabilisierung dienende weiße Polystyrol-Platte entspricht den Innenmaßen des Wagenkastens und definiert zugleich dessen Position. Ebenfalls vom Opferwagen stammt das gekürzte Ballastgewicht.

Schließlich habe ich den Raum für die Kurzkupplungskulissen geebnet. Diese liegen aber erst lose auf, um den Weiterbau nicht zu behindern. Daß ich die abgefahrenen Plasteradsätze gegen solche aus der Hädelei ersetzt habe, ist purer Luxus, tut aber der Motivation gut.

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Auch dieser Wagen soll kein niedliches Stehrumchen, sondern in Zügen bewegt werden. Für den harten Betriebsalltag braucht er anständige Zug- und Stoßeinrichtungen, sprich: Pufferbohlen. Hier dokumentiert ist deren Anfertigung aus Polystyrol-Profilen. Diese werden zuerst auf Länge gebracht, dann vorgebohrt. Die Simulation von Sockelplatten geschieht mittels 0,2 mm starkem Polystyrol, das ebenfalls gebohrt und danach ins passende Format skalpelliert und aufgeklebt wird. Das letzte Bild zeigt das Ergebnis samt Größenvergleich in harter Währung.

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@Per: In unserer Gegend steht man nicht rüm, sondern rum. Wer dennoch unentschlossen ist zwischen Stehrumchen und Stehrümchen, dem kann ich die Variante meiner Mutter empfehlen: "Rumstehchen".

Nun vom Herumstehen wieder zurück zum Herumfahren:

Die Montage von Pufferbohlen ist auch ein Akt für sich. Es ist mir oft genug gelungen, daß sie wunderbar klebten, sich dann aber unerwartet ein minimaler Schiefstand in irgendeiner Dimension ergab. Mittlerweile verwende ich viel Zeit auf die exakte Ausrichtung: rechtwinklig zu den Langträgern, lotrecht in der Seitenansicht. Als hilfreich nicht allein zur Stabilisierung erweist sich dabei die Hinterklotzung mit PS-Stückchen.

Mit dieser Session ist der Unterbau soweit fertig und kann es als nächstes an den Wagenkasten gehen.

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Die Montage von Pufferbohlen ist auch ein Akt für sich. Es ist mir oft genug gelungen, daß sie wunderbar klebten, sich dann aber unerwartet ein minimaler Schiefstand in irgendeiner Dimension ergab.
So isses.
Klebstoff, welcher die Teile anlöst - und eventuell sogar etwas füllt - der 'zieht' auch. Sprich, der Klebstoff übt beim Aushärten (Stichwort Schrumpfung) Kraft auf die Teile aus. Wenn die zu verklebenden Teile nicht ausreichend fixiert sind können sich diese dadurch zueinander verschieben.
 
Nach all dem Rum freue ich mich schon aufs Drumherum. 4 Wände, Dach und Bühne frei :tach:
 
Da die Hokkaidos erst in einer halben Stunde aus dem Backofen geholt werden, ist etwas Zeit, rasch noch das Rätsel aufzulösen, welch ein Wagen auf dem Gestell aufgebaut werden soll.

Objekt der Begierde ist diesmal ein PwPosti in Anlehnung an Blatt IIa 14 der preußischen Normalien. Jack the Wagen-Ripper war hier oft genug am Werk, weshalb ich dem schaudernden Publikum diesmal die Zwischenschritte ersparen darf.

Basis war erneut das BTTB-Modell des PwPosti Pr92 nach Blatt IIa 5 der Normalien. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht: Ich habe nicht einfach den Wagenkasten ein bißchen verlängert. Vielmehr habe ich die Postabteile zweier Wagen „falschherum“ zusammen- und noch ein Element in die Mitte gesetzt, um auf den vorbildgetreuen Abstand zwischen Post- und Packabteil zu kommen. Zuletzt blieb noch, die siebte Fenstersäule zu ergänzen und die Stirnwand wieder anzusetzen. Auf den Fotos sollten die beschriebenen Schnitte ganz gut zu erkennen sein.

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