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Nebenbahnwagen aus Altmaterial

... Ich weiß um Deine Bastelleidenschaft! Sehr schöne und preiswerte Wendlerlüfter gibt es auf Nachfrage bei der Familie Schirmer. Ein kleiner Anruf genügt!
Die eingesparte Zeit wird gewinnbringend in den nächsten Waggon investiert...

Liebe Grüße
 
So ist das, wenn man erst mal Blut geleckt hat: Jetzt hat es das Fahrgestell eines dreiachsigen Abteilwagens von BTTB erwischt – der vorbildgerecht langen Blattfederpakete wegen. Entstehen soll ein Zweiachser mit 6500 mm Achsstand. Um auf jene umgerechnet 54,2 mm zu kommen, habe ich zunächst die Halterung der verschiebbaren Mittelachse herausgesägt. Dasselbe Schicksal ereilte den Batteriekasten; der neue Wagen wird Gasbeleuchtung bekommen. Die beiden Teile des Untergestells wurden in bewährter Manier verschachtelt; auf den ersten Bildern sind sie nur gesteckt. Der Stabilität halber habe ich die Lücke im Wagenboden mit einem Stück aus der Abfallkiste verfüllt und danach die Baugruppen zusammengeklebt.

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Morgen mehr; die Bastelnacht verspricht, lang zu werden.
 
@Stardampf: Auf dem ersten Foto des heutigen Berichts sieht man, daß das Fahrgestell noch die Trittstufen am Langträger aufweist. Es ist eine lästige und zeitraubende Arbeit, sie zu entfernen und danach den Langträger in eine einheitliche Form zu bringen. Auf dem nächsten Foto fehlen sie bereits.

Daß ich den Überstand des Fahrgestells auf der einen Seite eingekürzt habe, liegt daran, daß der neue Wagen nur auf einer Seite eine offene Bühne haben soll. Die der Stabilisierung dienende weiße Polystyrol-Platte entspricht den Innenmaßen des Wagenkastens und definiert zugleich dessen Position. Ebenfalls vom Opferwagen stammt das gekürzte Ballastgewicht.

Schließlich habe ich den Raum für die Kurzkupplungskulissen geebnet. Diese liegen aber erst lose auf, um den Weiterbau nicht zu behindern. Daß ich die abgefahrenen Plasteradsätze gegen solche aus der Hädelei ersetzt habe, ist purer Luxus, tut aber der Motivation gut.

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Auch dieser Wagen soll kein niedliches Stehrumchen, sondern in Zügen bewegt werden. Für den harten Betriebsalltag braucht er anständige Zug- und Stoßeinrichtungen, sprich: Pufferbohlen. Hier dokumentiert ist deren Anfertigung aus Polystyrol-Profilen. Diese werden zuerst auf Länge gebracht, dann vorgebohrt. Die Simulation von Sockelplatten geschieht mittels 0,2 mm starkem Polystyrol, das ebenfalls gebohrt und danach ins passende Format skalpelliert und aufgeklebt wird. Das letzte Bild zeigt das Ergebnis samt Größenvergleich in harter Währung.

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@Per: In unserer Gegend steht man nicht rüm, sondern rum. Wer dennoch unentschlossen ist zwischen Stehrumchen und Stehrümchen, dem kann ich die Variante meiner Mutter empfehlen: "Rumstehchen".

Nun vom Herumstehen wieder zurück zum Herumfahren:

Die Montage von Pufferbohlen ist auch ein Akt für sich. Es ist mir oft genug gelungen, daß sie wunderbar klebten, sich dann aber unerwartet ein minimaler Schiefstand in irgendeiner Dimension ergab. Mittlerweile verwende ich viel Zeit auf die exakte Ausrichtung: rechtwinklig zu den Langträgern, lotrecht in der Seitenansicht. Als hilfreich nicht allein zur Stabilisierung erweist sich dabei die Hinterklotzung mit PS-Stückchen.

Mit dieser Session ist der Unterbau soweit fertig und kann es als nächstes an den Wagenkasten gehen.

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Die Montage von Pufferbohlen ist auch ein Akt für sich. Es ist mir oft genug gelungen, daß sie wunderbar klebten, sich dann aber unerwartet ein minimaler Schiefstand in irgendeiner Dimension ergab.
So isses.
Klebstoff, welcher die Teile anlöst - und eventuell sogar etwas füllt - der 'zieht' auch. Sprich, der Klebstoff übt beim Aushärten (Stichwort Schrumpfung) Kraft auf die Teile aus. Wenn die zu verklebenden Teile nicht ausreichend fixiert sind können sich diese dadurch zueinander verschieben.
 
Nach all dem Rum freue ich mich schon aufs Drumherum. 4 Wände, Dach und Bühne frei :tach:
 
Da die Hokkaidos erst in einer halben Stunde aus dem Backofen geholt werden, ist etwas Zeit, rasch noch das Rätsel aufzulösen, welch ein Wagen auf dem Gestell aufgebaut werden soll.

Objekt der Begierde ist diesmal ein PwPosti in Anlehnung an Blatt IIa 14 der preußischen Normalien. Jack the Wagen-Ripper war hier oft genug am Werk, weshalb ich dem schaudernden Publikum diesmal die Zwischenschritte ersparen darf.

Basis war erneut das BTTB-Modell des PwPosti Pr92 nach Blatt IIa 5 der Normalien. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht: Ich habe nicht einfach den Wagenkasten ein bißchen verlängert. Vielmehr habe ich die Postabteile zweier Wagen „falschherum“ zusammen- und noch ein Element in die Mitte gesetzt, um auf den vorbildgetreuen Abstand zwischen Post- und Packabteil zu kommen. Zuletzt blieb noch, die siebte Fenstersäule zu ergänzen und die Stirnwand wieder anzusetzen. Auf den Fotos sollten die beschriebenen Schnitte ganz gut zu erkennen sein.

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Der nächste Arbeitsschritt war die Anfertigung des Dachkastens für die Gewichtsbremse. Er verleiht dem Wagen die typische Silhouette. Die Seitenwände dieses Aufsatzes habe ich erneut aus den vier breiten Innenstegen zurechtgepuzzelt, deren Rastnasen bei den BTTB-Modellen Gehäuse und Fahrgestell zusammenhielten – und den freien Durchblick störten.

Bei der Gelegenheit noch ein Wort zu der Blutspur, die neben dem ersten Fenster von der Dachkante herabläuft. Die wurde keineswegs von Jack the Wagen-Ripper verursacht. Als ich die beiden Opferwagen aussuchte, wählte ich bewußt zwei Modelle, die im annähernd gleichen Grün lackiert waren, und zwar auch innen. Erst beim Zersägen stellte sich heraus, daß der Kunststoff bei einem Wagen grün, bei dem anderen aber rot durchgefärbt worden war. Darum sieht das nun so kriminell aus – bis zur Neulackierung.

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@Stardampf: Ich habe den Zwischenschritt nicht fotografisch dokumentiert; wenn ich dafür immer die Arbeit unterbrechen würde, käme ich mit der Bastelei gar nicht voran. Andererseits sieht man die Stückelung der Kastenelemente recht gut auf den Bildern, etwa in der Seitenansicht auf dem ersten und auch letzten Foto dieses Beitrags. Ansonsten wird jeder, der das Spendermodell hat, leicht nachvollziehen können, was ich als "falsch herum zusammengesetzt" beschrieben habe.
 
Man muß einen guten Tag erwischen für die nächste Etappe: Puls normal, Systole und Diastole im Limit, Nervenkostüm adrett und Kondition stabil. Erst in diesem Zustand lassen sich Laufbretter von 96 mm Länge, 2,5 mm Breite und 0,5 mm Dicke mit einigermaßen Aussicht auf Erfolg angehen. Das Ergebnis der überlangen Bastelnacht zeigen die Bilder. Die Enden der Laufbretter müssen noch leicht eingezogen werden, aber dafür reichte die Kraft nicht mehr.

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Heute gibt es den Wagen im aktuellen Zustand nochmals aus der Froschperspektive. Sie bringen zum einen den untergehängten Gaskessel besser zur Geltung, vor allem aber lassen sie erkennen, daß die zuletzt angebrachten Trittstufen und Laufbretter hier und da nicht ganz gerade verlaufen. Zum Glück bin ich in dieser Hinsicht mittlerweile etwas entspannter. Wer sich alte Wagen im Original anschaut, wird feststellen, daß das auch beim Vorbild oft genug schief aussah, zumal bei Fahrzeugen, die Jahrzehnte im Einsatz standen. Insofern mache ich nicht mehr die perfekten Industriemodelle zum Maßstab meines Tuns. Nebenbei sei erwähnt, daß ich die Laufbretter meines Wagens an jenen von Schirmers Einheits-Abteilwagen ausgerichtet habe. Sollte mein PwPosti am Ende einigermaßen aussehen, dürfte dies aufgrund der ähnlich langen Achsstände eine ganz hübsche Garnitur ergeben.

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Was bekommt der aufmerksame Betrachter diesmal zu sehen? – Richtig, der Wagen hat seine Stoßeinrichtungen erhalten. Die Puffer habe ich wieder bei Fa. Hädl erworben. Nicht käuflich erwerblich ist dagegen das zweite neue Detail. Auch dieser PwPostI wies im Original zwei Hundeabteile auf, und folglich muß auch das Modell die entsprechenden Klappen mit den charakteristischen Lüftungsschlitzen bekommen. Dazu habe ich, wie schon beim PwPosti Pr.82, zwei rechteckige Öffnungen (2 x 4 mm) in die Seitenwände eingebracht und diese mit vertikal strukturiertem Polystyrol verfüllt. Die Idee dahinter ist, daß die Vertiefungen bei der Lackierung als Schlitze erscheinen. Ob das aufgeht, wird man sehen.

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Des Dramas nächster Akt trägt auf dem Theaterzettel den Titel „Handläufe“. Um diese zu applizieren, wollten erst einmal die angespritzten Geländer der Spenderwagen abgeschabt und eine ebene Fläche hergestellt sein. Damit kann man sich eine ganze Weile die Zeit vertreiben. Die Bügel an den Türen habe ich allerdings belassen. Sie waren beim Vorbild während der Fahrt zur Seite geklappt, und da sollen sie auch im Modell getrost bleiben.

Die weiteren Schritte habe ich bei anderen Wagen erläutert, und so will ich mich nicht wiederholen und die Bilder für sich sprechen lassen. Auf jeden Fall gefallen mir die Schattenwürfe der freistehenden Geländer.

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Auch was diesmal gezeigt wird, sollte dem geneigten Publikum vertraut vorkommen: Die Rückwandaufstiege sind, wie man sieht, angebracht. Ergänzt um die zugehörigen Handläufe erscheint die öde Rückwand nun wieder interessanter. Die leichten Schiefstände einzelner Trittstufen werden beim Finish noch korrigiert; man bedenke aber, daß sie sich auch beim Vorbild oft gelockert hatten und gelegentlich sogar nur noch an einer Schraube hängend kopfüber herunterbaumelten.

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