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Buntbahn-Frickeleien früherer Epochen

Dieses Thema im Forum "Bastelecke und wie geht was?" wurde erstellt von Schraube, 19. September 2019.

  1. Schraube

    Schraube Hersteller

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    Nur damit ihr nicht denkt, ich hätte das Basteln jetzt aufgegeben und würde nur noch produzieren lassen :p - hier eine weitere Kreation der jüngeren Bastelsessions:

    Bastelei Nummer 19: Niederbordwagen Der. K.Sächs.Sts.E.B


    Geschichte:
    Nicht viel. Niederbordwagen sind praktisch und wurden auch von meinen Sachsen vorgehalten. Die Borde waren abnehmbar, was die Verladung großer und sperriger Teile erleichtert. Private Nutzer deckten die Frachten gerne mit Planen ab, welche gleich als Werbefläche genutzt werden konnten - andere waren da sparsamer und blieben bei neutralem Tuch.

    Ergebnis:
    P1120659.JPG
    P1120661.JPG P1120660.JPG P1120507.JPG

    Bau:
    Man nehme einen Tillig-Niederbordwagen, im konkreten Falle Art. Nr. 14649 (gibt's günstig als START-Modell). Dazu wie üblich den Luftpinsel mit Elita-Farben, Hartmann-Decals und ein paar Pulverfarben. Details wie die Geländer mit Permanentmarkern nachgezogen, Herstellerschild wieder von Beckert (gehört eigentlich an den Langträger, aber an der Seitenwand sieht's schicker aus).
    Das Ergebnis ist recht vorbildfrei, aber hübsch anzusehen. Gerade auch die uralte BTTB-Plane gewinnt durch ein bisschen mattes Airbrush und Schmutz auf der Oberseite enorm an Wirkung. Die Scheibenräder sind diesmal drin geblieben, Speichen sieht man hinter Bremse und Co eh nicht sonderlich gut. Nachahmung empfohlen!
    Update: Auf einem Bild sieht man die letzten paar Modelle gemeinsam im Bau.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. März 2020
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  2. TT-Poldij

    TT-Poldij Foriker

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    Wo könnte dieser Wagen besser hinpassen als in die Epoche 1 :)

    Poldij
     
  3. Stedeleben

    Stedeleben Foriker

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    Die Plane gefällt mir nicht, ich finde die Alterung wenig überzeugend, weil die Oberseite eher nach einem Schwarm Tauben mit Durchfall aussieht. :) Aber der Wagen an sich ist hübsch geworden. Ich versuche ihn mit gerade mit feinen Speichenradsätzen vorzustellen, dank derer er nochmals an Charme gewinnen könnte. Ferner würde ich mir die kleine Mühe machen, Aufstiege zur Bremserbühne anzubringen.
     
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  4. iwii

    iwii Foriker

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    Ich finde die Plane selbst nicht überzeugend. Da kann man noch so viel Farbe drauf tun, das Teil wirkt immer wie ein Spielzeug. Deswegen habe ich schon früher einen großen Bogen um den Wagen gemacht.
     
  5. Bandi 60

    Bandi 60 Foriker

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    Aber Tauben sollen schon in der Epoche I , Dünnfiff gehabt haben!
     
  6. Schraube

    Schraube Hersteller

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    Haha, okay. Das ist eine schöne Beschreibung :D
    Ja, so ganz 100%ig ist die nicht, das stimmt. Der Dreck / Ruß / Schmodder müsste eigentlich noch feingliedriger und gleichmäßiger verteilt sein, das sind diesmal zu viele kleine Punkte geworden statt einer richtigen Fläche.

    Die Speichen hatte ich testweise mal drin. Bringt einiges für's Foto, aber ist aufm Gleis praktisch nicht zu sehen, wenn man mit der Nase nicht Preiserlein schubsen geht. Daher war ich diesmal zu geizig dafür. Aber der nächste hat wieder welche, versprochen!
    Das mit den Aufstiegen ist in der Tat eine gute Idee. Vielleicht lackiere ich nächstes mal welche mit und kleb' die noch an.


    Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Uwe Kurz hatte mal ein echt schön gemachtes Set, auch mit einem grauen Sachsen mit so einer Plane, die war ganz gut geworden. Aber aktueller Stand der Technik ist's nicht. Aber da ich zu dem Wagen auch absolut kein Vorbild kenne... vielleicht wäre der "offen" trotzdem was für dich?
     
  7. Stedeleben

    Stedeleben Foriker

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    Zum Glück ist die Plane ja keine Pflichtveranstaltung. Der Wagen selbst hat aber einiges an Potential. Als Serviervorschlag (der kann dann auch gern wieder gelöscht werden) folgt ein Bild, das zum Epoche-1-Thema paßt. Da hat der Wagen drei Achsen und rollt auf der Stedelebener Kreisbahn. Man sieht dort auch recht gut die ergänzten Bühnenaufstiege.

    SKB-Flachwagen_45.jpg
     
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  8. Schraube

    Schraube Hersteller

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    Okay, keine Frage - der gewinnt! Lass den meinetwegen auch gerne hier stehen, ich freue mich über jeden sinnvollen Beitrag :)
    Über deinen Dreiachser hatten wir glaube ich schon mal an anderer Stelle gesprochen. Die Mittelachse musste ein BTTB-Abteilwagen hergeben, oder?

    Das Ladegut ist ein wunderbares Sammelsurium. Gefällt mir herrlich gut! :)
     
  9. Stedeleben

    Stedeleben Foriker

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    Richtig, die Mittelachse stammt in diesem Fall vom BTTB-Abteilwagen. Später habe ich das anders gelöst, denn die Federpakete enes Personenwagens passen nicht gut zu denen eines Güterwagens. Zur Tarnung habe ich den Wagen seinerzeit nachträglich noch mit äußeren Langträgern verstärkt; im Bild zu sehen hinter der 91er in der Mitte.

    SKB-Wagen_3520.jpg

    Und ja, Ladegut belebt hier ungemein und es gab Zeiten, da konnte ich mich vom Ladegutbasteln gar nicht losreißen. Da sind dann Wagenräder, Kanonenöfen, Schwengelpumpen sowie Kisten und Fässer aller Art entstanden, die vor allem auf den ländlich-dörflichen Bedarf und entsprechende Waggons von Kleinbahn- und Nahgüterzügen ausgerichtet waren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. März 2020
  10. Roene13

    Roene13 Foriker

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    Moin,

    du kannst ja mal probieren die "Plastikplane" mit einer Lage eines Papiertaschentuchs zu tapezieren. Ich hatte damit mal bei Dächern von gedeckten Güterwagen experimentiert und das wirkte gar nicht so schlecht. Finde nur gerade die Bilder nicht. Gibt aber einige im Netz. Die Dächer waren ja auch oft mit Segeltuch überspannt.

    EDIT: Hier ein Beispiel in Spur N: http://www.roger-beckwith.co.uk/mr/mr14.htm

    EDIT 2: Noch ein Vorbildfoto aus Sachsen: http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/71831280/df_bs_0009516

    Gruß René
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. März 2020
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  11. TTDanielTT

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    Hier wär noch ein Beispiel, ist zwar die Plane vom Vomag aber etwas Größer gestaltet und sie passt auf einen Güterwagen.

    Gruß Daniel
     

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  12. Schraube

    Schraube Hersteller

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    Uhh das weiß mir wirklich zu gefallen! Das muss ich irgendwann glatt noch mal machen. Aber ich mag deine SKB-Wagen ja insgesamt sehr, das ganze Sammelsurium ist ein optischer Traum - nicht nur ob der vielen schönen Ladegüter! Auch die vielen gekürzten und verlängerten Wagen sind toll, allen voran die Gedeckten. Das weiß immer wieder sehr zu gefallen!

    Die Idee mit dem Papiertaschentuch ist auf jeden Fall auch etwas Wert, für Dächer wie Planen gleichermaßen. Wollte ich irgendwann mal noch an einem G-Wagen ausprobieren, wenn ich die Muße finde. Daniels Werk da sieht schon echt gut aus!

    Rene: Der Link enthält generell viele richtig schöne Bilder, nicht nur was die Dächer angeht. Diese tollen kurzen O- und G-Wagen... :rolleyes:

    Ich muss endlich mal die passende Anlage für all das weiterbauen. Irgendwer Lust, bei mir Gleise zu verlegen? ;-)


    Danke euch allen!
     
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  13. Roene13

    Roene13 Foriker

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    Ja, die vielen kurzen Wägelchen sind für mich ein entscheidender Grund für die Epoche I. Ich schaue daher auch gerne über den Kanal auf die Insel, fuhren dort doch kurze Wagen bis weit in die 1970er Jahre. Die Briten haben haben also doch auch Geschmack! Auch sind die britischen Modellbauer oft eine Klasse für sich, da findet man schöne Finescale-Modelle und tolle Alterungen. Da kann man viel für die eigen Kreationen abgucken und lernen. Wer bei Facebook ist und Güterwagen mag, dem kan ich die Gruppe: British Railway Wagon Modelling Group - feine Sachen kann man da bestaunen. Inspiration und weitere hübsche Bildchen von britischen Epoche I (Pre-Grouping) Wagen gibt es auch hier: More Pre-Grouping Wagons in 4mm

    Gruß René
     
  14. Stedeleben

    Stedeleben Foriker

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    Vielleicht noch eine Anregung für Wagen und Ladegut, live from Bommelner Rampe: Der Schlußwgen im Bild entstand aus einem vor vielen Jahren beim Tag der Ofentür in Sebnitz für zehn Cent ergrabbelten Aufbau ohne Lackierung sowie einem Chassis von BTTB. Die Kiste habe ich aus 0,5 mm Polystyrol angefertigt, in das ich zuvor die Bretterstruktur graviert hatte; gedeckt ist sie nach der Tempotaschentuch-Methode.

    Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich es seither immer wieder vergessen habe, für die Kiste die Beschriftung zu gestalten. Drinnen befindet sich nämlich ein für die Fa. Friedrich Lümmel & Cie. in Kleinklöten bestimmter Kautschukreaktor (Fa. Lümmel ist spezialisiert auf moderne Produkte Arbeits- und Ehehygiene.) Und auch hier hat der Wagen wieder äußere Langträger erhalten, dazu Bühnen- und Ladeflächenaufstiege, Rangiertritte und vor allem Fensterscheiben im Bremserhaus, die eine wichtige Funktion haben.

    SKB-Betrieb_in_Bommeln_05.jpg
     
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  15. Schraube

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    Hehe, wunderbar - die Firma wäre derzeit auch wieder sehr gefragt! Nicht nur an Schutzhandschuhen soll schon ein großer Mangel bestehen.

    Aber
    welche Funktion haben die denn? Meine Brems-Sachsen frieren seit Jahren auch ohne ganz vorbildlich ;)

    Heute war mal wieder etwas Gleisbau fällig. Wenn mich erneut die Motivation verlässt und ich lieber wieder Rollmaterial bastle kommt das mit auf die Liste!
     
  16. Stedeleben

    Stedeleben Foriker

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    Die Scheiben reflektieren das Licht, das im Bremserhaus leuchtet. Wenn Bremser sich langweilen und auf das Signal des Lokführers warten, die Bremse anzuziehen oder zu lösen, lesen die doch beim Schein ihrer Gaslaterne im "Kreisboten" ... Unter der Kiste ist der Lümmelsche Reaktor, ähm, pardon: die Schaltung versteckt.

    SKB-Wagen_004.jpg SKB-Wagen_003.jpg
     
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  17. Schraube

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    Ahh, jetzt verstehe ich's! Ja gut, wir Sachsen haben uns das mit den örtlichen Pfaffen aufgeteilt - "Mir halt' sie arm, halt ihr sie dumm!". Die brauchen nix zu lesen, daher auch keine Fenster.

    Der Reaktor unter der Kiste ist mal der Hammer! Gefällt mir ganz außerordentlich gut :)
    Danke für's Zeigen!
     
  18. Janosch

    Janosch Foriker

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    Ja, das macht Spaß. WIe ich dabei vorgehe, hab ich >hier< aufgeschrieben.

    Da könntest du auch dem Wagen noch Griffstangen unter den Puffern spendieren. Oder gab's die in Epoche 1 noch nicht? :)
     
  19. Schraube

    Schraube Hersteller

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    Huh, na das mit den Taschentuch-Dächern werde ich echt mal probieren!

    Kleine Griffstangen und so spare ich mir manche male. Man könnte auch die Bühnengeländer durch filigranere ersetzen, aber für beides bin ich oft zu faul. Ich baue ja in erster Linie für den Fahrbetrieb und nicht die Vitrine, da gehen solche kleinen Teile eh schnell kaputt. Und trotz Schienenoberkante von 1,40m sehe ich meine Modelle eher aus der Schräg-oben-Perspektive und einigem Abstand, da sind derlei Kleinteile gleich gar nicht mehr zu finden.
    Bei schicken Ätzbausätzen von Grischan oder wenn sie als Zurüstteil eh beiliegen bringe ich solche Sachen auch gerne an. Auch wenn ich einen "besonders schönen Wagen" um seiner selbst Willen baue. Aber bei den zuletzt gezeigten "absichtlich einfachen Umbauten" spare ich mir die Mühe - die sollen vor allem Masse in den Fuhrpark bringen.
    Aber das nächste Modell ist wieder ausgenommen gut für's Foto geeignet - versprochen!
     
  20. Janosch

    Janosch Foriker

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    Die Griffe lassen sich ja auch noch in ein paar Jahren nachrüsten. ;)
     
  21. Ralf_2

    Ralf_2 Foriker

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    Griffe aller Art biege ich gern aus Stahl- oder Bromzedraht, wenn es wegen der Kuppelmagneten nicht magnetisch werden soll.
    Diese Griffstangen sind eigentlich unkaputtbar.
    Grüße Ralf
     
  22. Schraube

    Schraube Hersteller

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    Ich hatte es ja versprochen: Das nächste Modell ist wieder was "Hübscheres".

    Bastelei Nummer 20: Stehwagen vierter Klasse, Typ Di Sa 96


    Geschichte:
    (Angaben beziehen sich auf meinen aktuellen Wissensstand - Korrekturen willkommen! Diesmal keine Fantasie dabei.)

    Die Bezeichnung verrät es schon - es handelt sich um einen Sächsischen Personenwagen vierter Klasse, gebaut ab 1896.

    Die vierte Klasse war in Sachsen eigentlich eher unüblich, man begnügte sich gerne mit derer dreien. Mitunter wurden aber aus militärstrategischen Erwägungen aber auch Wagen der "grauen Klasse" gebaut. Sie waren im Wesentlichen auf den Wunsch ausgerichtet, mal einen Krieg nicht zu verlieren - inzwischen wissen wir, dass dieser fromme Wunsch sich nie erfüllen sollte. Diverse Fakultativwagen genannte Halbgüterwagen, die auch zur Personenbeförderung taugten, sollten schnelle Truppenverlegungen und Materialtransporte ermöglichen.

    Der hier vorgestellte Stehwagen hingegen war zum Verwundetentransport gedacht. Die abgeschrägten Bühnengeländer sowie die großen doppelflügeligen Türen sollten das Verladen von Tragen und Betten erleichtern. Die Übergangsmöglichkeit zu Nachbarwagen erleichterte die Versorgung der Insassen, sollte es zu einem Lazarett-Einsatz kommen. Übergangsbühnen waren zu dieser Zeit bereits kein Novum mehr, aber dennoch wurden weiterhin sehr viele Abteilwagen gebaut. Bemerkenswert ist die nur einseitige Bremse - wohl ausreichend für den leichten Inhalt und auf kompromisslose Sparsamkeit ausgelegt.

    Zur Innenausstattung im regulären Einsatz habe ich nichts herausgefunden, aber da die Kapazität am Langträger mit 60 Stehplätzen angegeben wird und kein Abort und kein Abzug eines Ofens erkennbar sind dürfte der Wagen kaum etwas geboten haben. Das Dach bietet lediglich zwei Entlüftungen Platz - vermutlich für Öllampen, denn Gasleitungen oder ein Gaskessel sind auch am Vorbild nicht zu finden. In der grauen Kiste dürfte es also selbst tagsüber eher duster gewesen sein, nachts je nach Betrachtungswinkel und Füllstand irgendwas von romantisch bis unheimlich.

    Ergebnis:
    P1120779.JPG

    P1120778.JPG P1120780.JPG P1120782.JPG


    Das Vorbild:

    Der Wagen steht im Heizhaus in Dresden. Er wurde museal aufgearbeitet, aber es besteht Anlass, in vielen kleinen Details an der historischen Korrektheit zu zweifeln. Insbesondere die genutzten Schriftarten, die Verwendung römischer Ziffern zur Klassenbezeichnung sowie das überaus farbenfrohe "sächsische Wappen" decken sich nicht mit meinen Recherchen zur entsprechenden Zeit. Bilder sind von mir.


    P1110194.JPG P1110195.JPG P1110197.JPG P1110204.JPG P1110206.JPG



    Der Bau:
    Es handelt sich um einen Bausatz von Beckert Modellbau, Art-Nr. TT-23026 auf http://www.beckert-modellbau.de/html/tt_modelle.html
    Der Bausatz weicht in ein paar Details vom Dresdner Vorbild ab: Die Griffe am Dachaufstieg sind an der ungebremsten Seite anders ausgeführt und die beigelegten Decals sind gelb ohne Schattierung, mit einer güterwagenähnlichen Krone statt dem bunten Aufkleber am Original (womöglich liegt das Modell hier richtiger). Die Wagennummer weicht auch knapp ab - es wird aber auch nie behauptet, genau diesen Wagen nachzubilden.

    Die Unterschiede habe ich größtenteils so belassen und mir einige weitere Freiheiten genommen: Statt der gelben Krone gab es ein schönes geätztes Wappen, ebenfalls von Beckert - sieht einfach viel schicker aus! Das Dach habe ich in einem dunklen Sandton lackiert, so als sei es recht frisch abgestreut worden - was m.E. gut zu dem Gesamteindruck eines diesmal recht neuen Wagens passt.

    Was sofort positiv auffällt: Der Bausatz kommt in einer A4-Tüte. Die Platine und alle Einzelteile sind auf einer stabilen Pappe fein säuberlich aufgeklebt und beschriftet, man findet sich sofort zurecht. Und es sind auch wirklich alle benötigten Teile enthalten - außer Farben und meinen Sonderwünschen musste ich kein Material beisteuern. Auch Radsätze und Peho-Kulissen sind drin (ok - Kupplungen nicht). Etliche Blatt Papier zeigen detailliert die Position aller Teile auf der Platine, besonders empfindliche Teile liegen gar mehrfach bei um Reserve zu haben. Die einige Seiten starke Bauanleitung umfasst viele farbige Abbildungen und geht auf manche Schritte sehr detailliert ein. Bei einigen Punkten musste ich aber doch arg nachdenken oder auf Fotos vom Original bzw. bei anderen Modellen spicken gehen.

    Zuerst wird die Bodenplatte gefaltet - trivial bis auf die gegossenen Puffer, die so gar kein Zinn annehmen wollen. Dann werden alle 4 Achshalter einzeln gefaltet und in die Bodenplatte eingelötet. Die Federpakete und Achslager sind herrlich dreidimensional! Hier ist Geduld gefragt, wenngleich das Biegen ganz gut von der Hand geht. Die Bremsbauteile sind der erste Endgegner - zumal man jetzt schon bedenken muss, ob man mit PeHo-Kulisse oder für die Vitrine baut. Zum Schluss wird die Oberseite der Bodenplatte komplett glatt geschliffen. Mit Dremel, diversen Schleifaufsätzen und Stahlbürste ist das eine gut lösbare Aufgabe, aber irgendwie hätte ich mir eine andere Konstruktion gewünscht. Die Bodenplatte wird später mit dem nach unten geschlossenen Wagenkasten verschraubt - das funktioniert gut, aber ein offener Wagenboden hätte hier viel Arbeit erspart.

    Der eigentliche Wagenkasten ist ein simples Würfelnetz. Die Türen werden stumpf aufgelötet - Geduld, Holzklammern und Creme für verbrannte Finger mitbringen! Die separaten Türklinken sind ein kleines Highlight. Die Dachstützen, welche bis über die Bühnen ragen, und vor allem die daran angebrachten Laternenhalter haben mir böse Worte entlockt. Hier waren Anleitung und Bebilderung leider nur bedingt hilfreich und ich glaube immer noch nicht, dass ich das so gefaltet habe, wie's vorgesehen war. Dank der doppelt vorhandenen Ätzteile hab ich aber zumindest eine Lösung.
    Die ganzen Kleinteile wie Leiter, Bremsspindel und Co sind vor allem Fleißarbeit - die Bühnengeländer mit ihren sehr feinen Auftritten wollen aber ein ruhiges Händchen.

    Das Dach kommt netter Weise schon vorgebogen. Hier werden Dachsparren (Aussteifungen) wieder stumpf eingelötet - Zeit, Holzklammern und 5 mal korrigieren. Dach unbedingt Probe stecken, das muss saugend auf dem Wagenkasten sitzen! Die Lüfter sind einlötbare Gussteile.

    Jetzt geht es schon zum Lackieren. Ich habe mich nicht komplett an die Vorgaben gehalten und Fehgrau statt Silbergrau genommen, das erwähnte sandfarbene statt schwarze Dach und habe die Bühnen und Aufstiegstritte gleich holzfarben lackiert und gealtert. Außerdem habe ich mir die Mühe gemacht, die ganzen kleinen Eisenteile sauber schwarz zu lackieren - und die senkrechten Wagenkanten (4 Eckpfosten). Weil ich's schön fand.

    Nach allen Farben kamen die Decals - hier hab ich geflucht. Akzeptable, aber nicht überragende Druckschärfe, wie erwähnt fehlende Schattierung und vor allem geringe Klebekraft. Rollten sich immer mal wieder ein und fielen ab, kaum dass man die andere Seite bearbeiten wollte. Viel Mr. Mark Setter hat's gerichtet, danach die Ätzschildchen dran und Klarlack drüber.

    Die Fensterbänder mit -rahmen und Lüftungseinsätzen trennt man am besten erst jetzt aus der Platine. Die mitgelieferte Fensterfolie ist schön dünn - gut zugeschnitten war mein größtes Problem, einen Klebstoff zu finden, der auf Fensterrahmen, Wagenkasten und Folie gleichermaßen klebt, ohne entweder die Elita-Farben anzulösen oder die Folie zu trüben. Am Ende wurde es Pattex-Sekundenkleber-Gel in Minimaldosierung per Zahnstocher. (Plastikkleber löst den Lack, Weißleim haftet nicht an ihm.)

    Am Fahrwerk werden mittels PeHo-Bohrer die Achslager aufgebohrt. Die Achsen werden etwas kürzer gefeilt und abgerundet, dann heißt es testen - biegen - testen bis das Fahrwerk endlich halbwegs läuft. Hier sei angemerkt, dass ich eine Reihe von Beckert-Wagen als Fertigmodell besitze und diese alle ebenfalls sehr schwer laufen. Irgendwann muss ich mir mal die Mühe machen, deren lager alle nachzubohren und die Achslager zurecht zu biegen. Betriebsbahner kleben außerdem noch die mitgelieferte PeHo-Kulisse ein.

    Zum Schluss wird der fertige Wagenkasten mit dem Untergestell verschraubt. Die komplette Dachsektion ist nur gesteckt und dadurch jederzeit entfernbar - das gefällt mir sehr gut! Auf eine Inneneinrichtung und Beleuchtung habe ich wie üblich dennoch verzichtet. Gerade hier wäre mir das zu viel des Guten.


    Fazit: Der Bau bietet keine übermäßigen Hürden, erfordert aber viel Fleißarbeit. Ich habe bestimmt 10 bis 15 Stunden gebraucht, verteilt auf zwei Monate. Wer auf Schmerzen steht, wer (wie ich) einige Sonderwünsche hat oder wer nicht lange warten kann, sollte bei dem Bausatz unbedingt zugreifen! Wem das Modell "von der Stange" reicht, der kann überlegen, ob er nicht lieber Überstunden schrubbt und damit Herrn Beckert bezahlt.


    Bilder vom Bau (nur das messingfarbene Zeug, der Rest sind andere Projekte):

    P1120502.JPG P1120503.JPG P1120504.JPG P1120505.JPG P1120506.JPG P1120760.JPG P1120765.JPG



    Damit entstand inzwischen dieser sehr schöne Zug!
    Die Zuglok ist Schwenkes VII T, hier bei mir als 1899 Minimi (siehe Thread-Anfang). Alle Wagen außer dem Grauen sind Fertigmodelle von Herr Beckert. Von dem Packwagen habe ich noch einen Bausatz hier herumliegen - ich werde berichten. Eventuelle Nachbestellungen hole ich mir aber wieder als Fertigmodell.

    P1120766.JPG P1120767.JPG P1120769.JPG P1120770.JPG
     
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  23. derRiTTer

    derRiTTer Foriker

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    Da antwortet man nicht sofort und schon wird hier das nächste Exzellenz-Modell präsentiert, und das ganze dann auch noch mit vorbildlichem Baubericht.
    Und da hier alles versächselt wird, was sich nicht wehrt und man auf der Suche nach kurzen offenen Güterwagen ist, schlage ich dich mal das Gehäuse des Open Plank Wagons von Triang vor. http://www.tri-angtt.org.uk/tt5plank.htm
    Die Bilder im Anhang sollen die Größe zeigen und ich entschuldige mich für die schlechte Qualität der Bilder.
     

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  24. Schraube

    Schraube Hersteller

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    Hallo @derRiTTer,

    Danke für die Komplimente! Freut mich, wenn die Bauberichte anderen etwas bringen.

    Die Idee mit dem TriAng-Wagen ist tatsächlich interessant. Weißt du ob der im Original für 12.0 oder für 13.5mm Spurweite ist? Die Briten haben ja teils ihre Eigene Vorstellung von TT - sonst hätte ich schon manche Lok von denen importiert. Hast du den Wagenkasten auf ein anderes Untergestell gesetzt? Auf ebay scheint man die Wagen für knapp 20 Pfund inkl. Versand ganz gut zu bekommen - wenn man 'ne handvoll nimmt wäre das Porto relativierbar.
     
  25. derRiTTer

    derRiTTer Foriker

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    Der Open Plank Wagon ist im original für 12mm. Um es britisch kompliziert zu machen: 3mm sind 1 Fuß, der Maßstab also 1:101,5, aber die Triang Sachen laufen dann doch auf 12mm, nicht auf 13,5mm. Die Lokomotiven wirken im Vergleich zu 1:120 relativ wuchtig. Ich habe meine Castle Class gerade zerlegt, sonst könnte ich ein Vergleichsphoto schicken.
    20 Pfund ist für einen Wagen auf jeden Fall zu viel. Ich habe meinen zusammen mit einem Reisezugwagen und einem der eher selteneren Tiefladewagen vor 4 Jahren in Cardiff für 15 Pfung bekommen.
     
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