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Br 35 BTTB fährt nicht

Ok, wenn die uralte BR 35 noch fahren soll (das Modell wurde zwar mehrfach modifiziert, geht aber letztlich auf ein ca. 70 Jahre altes Zeukemodell zurück), dann muss man sie komplett zerlegen. Die alten Fette sind längst verharzt und müssen entfernt werden (Spiritus, Waschzbenzin, etc). Danach alles mit Silikonfett neu abschmieren. Der uralte Motor sollte auch zerlegt werden. Dort sammelt sich über die Jahre viel Abrieb und auch Öl, was zum Funkenflug im Motor führt und diesen erwärmt. Die Kohlen sollten überprüft werden, aber auch der Kollektor. Nach so langer Zeit dürften sie recht verschlissen und verschmiert sein. Danach müssen die Bronzekontakte überprüft werden. Auch dort dürfte sich nach all den Jahren Oxydationen gebildet haben.
Aber eines muss auch klar sein: Die alten Schätzchen kann man nicht neben den aktuellen Modellen betreiben. Eine aktuelle BR 35 von Tillig hat zwar auch ein paar Macken, aber 70 Jahre Entwicklung im Formenbau und im Modellanspruch kann man nicht wegdiskutieren.
 
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Doch. Nach dem säubern der Getriebeteile Lager sparsamst mit einen Minitröpfchen Feinmechanikeröl schmieren
und die Zahnkränze mit einer Miniportion Teflonfett versehen. Alles sparsamst.
Und für die Motorinstandsetzung gibt es hier im Board sehr gute Beschreibungen.

Grüße Wolfgang
 
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Und eines muss auch klar sein: Die Fahrkultur und die Modellumsetzung eines kurz nach dem zweiten Weltkrieg unter extremer Mangelwirtschaft entwickelten und gebauten Kinderspielzeugs kann man nicht mit Modellen des 21. Jahrhunderts vergleichen. Als Zeukes BR 35 als BR 23 entwickelt wurde, gab es noch dabei nicht zum Einsatz gekommene Röhrentechnik, keine Computer und keinen 3D-Druck. Dessen Grundlagen wurden erst ein halbes Jahrhundert später geschaffen. In den 1950er Jahren, aus dem das Modell stammt, gab es nicht mal Satelitten oder gar eine Raumfahrt. Zur Erinnerung: Apollo 11 hatte bei seiner Mondlandung weniger Computerleistung an Bord, als wir heute in Smartwaches am Handgelenk oder in unseren Handys haben.
Wenn man heute solche uralten Modelle betreiben will (und auch ich habe da so einige), muss einem klar sein, dass dies nur ein Museumsbetrieb ist und der braucht Pflege. Genau wie beim Vorbild.
Wir reden deshalb über verwendete Hochleistungsöle oder Spezialfette, um die Schätzchen noch am Laufen zu halten. Das ist wie beim Original. Auch dort muss man viel Geld ausgeben, um die Loks noch immer am Leben zu erhalten. Witzigerweise trifft das auf die BR 35 doppelt zu, sind doch die erhaltenen Exemplare kaum älter als Zeukes Modellumsetzung.
 
Wenn so ein alter Rundmotor warm wird, dann sollte man mal seinen Kollektor überprüfen. Da hat sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Graphitabrieb von den Kohlen zwischen den Kollektorkontakten abgesetzt und bilden einen mehr oder minder großen Widerstand, welcher einerseits zu höherer Stromaufnahme und dadurch andererseits zu stärkerer Erwärmung führt. Eine Erwärmung an einem sauberen Motor habe ich selbst nach stundenlangen Betrieb nicht feststellen können. Allerdings ersetze ich diese Rundmotoren auch nach und nach mit Nachbau-Bühlermotoren aus Fernost.
 
kurz nach dem zweiten Weltkrieg unter extremer Mangelwirtschaft entwickelten und gebauten Kinderspielzeugs
Damaliger Stand der Technik, hat nichts mit Mangelwirtschaft zu tun. Auch die heutigen Loks sind lt. Gesetz Kinderspielzeug.
Wir reden deshalb über verwendete Hochleistungsöle oder Spezialfette, um die Schätzchen noch am Laufen zu halten
Kann man auch mit normalen geeigneten Ölen und Fetten.
Ich weiß nicht was Dein Ausflug in die Röhrentechnik hier soll.
Ich habe mir in den letzten 12 Jahren ca. 90 gebrauchte Zeuke- und BTTB- Loks gekauft und einer GR unterzogen.
Laufen alle ohne Aufschwünge zu machen gut.
Und ich habe den Vergleich, habe mir eine moderne 01 und auch eine E-Lok zum Vergleich gekauft.
Ich verstehe Deinen Hewedel hier nicht.
Und wie TTbauer auch schrieb, die Motoren kann man auch einer kleinen GR unterziehen, wurde an Board beschrieben.
Und die Motoren kann man auch problemlos durch jetzt hergestellte ersetzen.

Grüße Wolfgang
 
Auch dort muss man viel Geld ausgeben, um die Loks noch immer am Leben zu erhalten.
Der eigentliche Aufwand ist aber nicht höher als "damals", als sie noch massenhaft Anwendung fanden. Nur weil die dafür notwendige Infrastruktur nicht mehr so vorhanden ist und es jetzt auf eine einzelne Lok runter gerechnet wird ist es teurer als damals.
Die Ursachen für "viel Geld" ist also eine andere.
 
Und eines muss auch klar sein: Die Fahrkultur und die Modellumsetzung eines kurz nach dem zweiten Weltkrieg unter extremer Mangelwirtschaft entwickelten und gebauten Kinderspielzeugs kann man nicht mit Modellen des 21. Jahrhunderts vergleichen.

Aber diese Modelle fahren größtenteils heute noch, wenn sie gepflegt, in Form von Wartung und nicht auf Verschleiß gefahren werden.
Sollte es doch das eine oder andere Problem geben, sind die Modelle recht reparaturfreundlich, schon beim Öffnen des Modells!
Und einen großen Vorteil haben die Modelle auch, man kann diese in Kinderhände geben, weil eben "Spielzeug"!
Ob die Modelle von heute noch in 65 Jahren fahren, ist fraglich und wie dann der Zustand ist, bezüglich Anbau-/Zurüstteile, da fehlt bestimmt einiges.

Wenn man die Beiträge so ließt, haben ja die heutigen "Hightech"-Modelle größtenteils schon Probleme wenn sie auf den Markt kommen, trotz Technik des 21. Jahrhunderts! Fahrweise, Paßgenauigkeit, Lackierung usw. Müßte eigentlich alles besser sein, ist es aber größtenteils nicht!
Wie bei vielen anderen Sachen in der heutigen Zeit.
Hier gibt es wesentlich mehr Beiträge über Mängel bei neuen Modellen, als über die alten Zeuke/BTTB-Sachen!
Ich kann mich irren, aber ich denke mal, bei der "Altersstruktur" hier im Board haben viele neben neuen auch ältere Modelle in ihren Besitz.

Das ist bei den Rundmotoren von BTTB leider normal. Die sind nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt.
Zirka ne halbe Stunde abkühlen lassen und dann kannste weiter fahren.

Das kann ich nicht bestätigen, es kommt wie gesagt auf die Wartung an.
Ich habe auf meinen Fertiganlagen von Zeuke/GISAG auf Ausstellungen stehts neue und alte Loks fahren gehabt.
Einmal wurde ich gefragt, ob die Lok, die da fährt neu ist, die fährt so leise. Nein, die Lok ist 60 Jahre alt, meine Antwort!
Acht Stunden Ausstellungsbetrieb, nach Feierabend mit nach Hause genommen, gereinigt, neu gefettet und am nächsten Tag wieder auf die Anlage gesetzt und wieder acht stunden gefahren. Alles möglich.

Gruß Pit
 
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Die in meinem Besitz stehende 35 BTTB fährt absolut ruhig und fast geräuschlos. Allerdings digital und mit RRGlockenanker. Ist wohl das Getriebe was besseres. Glück gehabt.
 
Meine 35er fällt auf meiner GISAG dahingehend auf, dass sie schwer den Berg hochkommt und bei unveränderter Trafoeinstellung wie bekloppt den Berg runterrast. In der Ebene ist alles paletti.
Bei der 56er zum Beispiel ist das nicht der Fall und Geschwindigkeitsunterschiede Berg/Talfahrt wesentlich geringer.

Wie kann ich die 35er zu kultivierterem Fahrverhalten bewegen oder ist das bei allen Modellen so?
 
Aber ein Glockenankermotor ist teurer als ein gutes veraltenes Modell bei eBay. Einen funktionierenden BTTB-Motor gibt es hingegen für lau.
Eine Konkurrenz für die aktuellen Tillig-Modelle der BR 35 wird die Lok nicht werden und man sollte sich fragen, wie sinnvoll es ist, viel Geld in die alten Modelle zu stecken. Am Ende haben die BTTB-35 noch immer keine Frontkupplung, keine Kurzkupplungskinematik, keinen NEM-Schacht und einen gewaltigen Lok-Tender-Abstand und einen hochgelegten Tender.
Das kann man alles verbessern und nachrüsten, aber das kostet Geld, das man am Ende für eine schlechte Modellumsetzung ausgibt. Wer das bezweifelt, der stelle eine BTTB-35 neben eine von Tillig. Da stört nicht nur der Motor im Lokführerhaus. Spätestens wenn man den Strom einschaltet tun sich da weitere Angründe auf.
 
Aber ein Glockenankermotor ist teurer als ein gutes veraltenes Modell bei eBay.
Na, na! :braue: Dazu noch eine Schwungmasse und etwas Bastelgeschick< 20,00 €.
Das Problem liegt erfahrungsgemäß bei der Getriebeabstimmung, denn alle neuen (GA-)Motoren haben eine höhere Nenndrehzahl als der alte Rundmotor. Mitunter lassen sich Getriebestufen ändern mit nicht allzu viel Aufwand.

Das gilt für meine alten BTTB-Loks 35.10, 56/86, 242 und entsprechende Derivate.
 
Das Hauptproblem der historische Modelle liegt aber darin, dass sie ab dem Motor mit sehr hohen Drehzahlen auf Getriebe und Kardanwellen arbeiten und erst an den Radsätzen über Schneckenantriebe, welche die Drehzahl reduzieren. Bogusch versuchte erfolgreich das Problem zu reduzieren, beseitigen konnte er es aber nicht. Er konnte erfolgreich den Modellen die Raserei abgewöhnen, er reduzierte den Krach, aber das ursprüngliche Problem musste man mit zeitgemäßen Neukonstruktionen aus der Welt schaffen. Von Bogusch habe ich Getriebeschnecken, die den BR 211/242 oder der BR 35 oder 56/86 die Raserie abgewöhnten, das Grundproblem behoben sie aber nicht. Die Getriebeänderungen mit anderen Zahnrädern oder Schnecken mit höherer Steigung funktionierten und funktionieren sehr gut, aber sie ändern nur wenig an der grundsätzlichen Laufkultur und kaum etwas an den Geräuschen.
 
35 BTTB fährt absolut ruhig und fast geräuschlos.
Ist wohl das Getriebe was besseres.
Es kommt auch auf die Ausführung und das Baujahr an. So pauschalisieren wie Harka in seiner absoluten Schreiberei kann man auch nicht.
Innerhalb von 50 Jahren hat sich ja einiges wesentliches geändert.
Die ersten Ausführungen waren komplett Stahl, also Achsen, Zahnräder Kardanwellen, Lagerbleche.
Die letzten Ausführungen waren getriebeseitig fast nur aus Plast. Motorritzelwelle komplett Plast, Ritzel auf Zwischenwelle Plast, Kardan-
welle aus Plast, Zwischenwelle Ritzel aus Plast, Lager für Zwischenwelle aus Plast (PUR).
So wurde schrittweise der Geräuschpegel herabgesetzt.
Zum Ersatz des BTTB- Motors. Es gab zuerst einen Bausatz von Harry Barth mit Mabucchimotor FF-PH 130... für BTTB- Drehgstelloks.
Für fast alle BTTB- Loks gibt es Umbauanleitungen hier an Board für diese Motoren bzw. Baugleiche. Diese Motoren sind immer noch
erhältlich. Ich habe auch kleine FF 50 ... im Sandmanzug verbaut, kann man jetzt durchgucken.

Grüße Wolfgang
 
...Kardanwelle aus Plast...

Ah ja, das typische der Merkmal der späteren BR35 von BTTB :totlach:die hatte dann wahrscheinlich einen zusätzlichen Tenderantrieb.

p.s. Was, mit Blick auf die ursprüngliche Fragestellung eines Neu- oder Wiedereinsteigers, in diesem Thema so für Stuss geschrieben wurde, von der zweifelhaften Robustheit der Rundmotoren (max 30 min Einsatzzeit !), von Röhrentechnik, von Apollo 11, Hochleistungsfett usw., das wäre für mich als TO ein Grund, dieses Hobby sofort wieder aufzugeben.
 
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Hat BTTB damals wirklich zur Geräuschminderung die Antriebswellen und andere Bauteile auf Plastematerial umgestellt? Waren das nicht Vorgaben der Staatlichen Planungskommission?
Ich erinnere mich noch gut an die Fahrradventile aus Plastik. ☹️Ein absoluter Reinfall, von fünf waren zwei zu gebrauchen.
Entschuldigung fürs Abschweifen vom Thema.
 
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Ein Plastspritzgussteil war sicher schneller und billiger herzustellen als ein mehrteiliges Teil mit Dreh- und Fräs- und Montagearbeiten.

Wobei die Motorritzelwellen ja noch einmal "verbessert" wurden:
Die älteren hatten eine "Schwachstelle" kurz hinter dem Motor, die eine gewisse Zentrierung hinsichtlich Rundlauf ermöglichte.
Später gab es dann welche mit gleichem Durchmesser über die gesamte Länge, die mitunter noch mehr eierten.
Die lange Welle der BR 35 kenne ich aber nur ohne "Schwachstelle".

MfG
 
Ich habe seit Jahren eine umgebaute 35 mit Tenderantrieb in der Vitrine stehen. Habe kürzlich Gleiswendeln zum Testen bezüglich der Steigung aufgebaut (darüber werde ich noch berichten), da hat die Lok jämmerlich versagt. Keine Ahnung, warum der Tender in Gleis entgleist, sobald es auf die Steigung geht.
Im großen Kaufhaus habe ich jetzt für akzeptables Geld eine 35 aus dem letzten Baulos erstanden. Die hat schon wieder eine Frontkupplung und ist ordentlich bedruckt. Der Vorbesitzer hat sie auf Glockenankermotor umgebaut. Die fährt recht passabel. Die neueste Konstruktion von Tillig ist mir schlicht und einfach zu teuer.
 
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