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Lichtverschmutzung und Energieträger um 1910

Dieses Thema im Forum "Vorbildinformationen" wurde erstellt von iwii, 1. Dezember 2019 um 23:22 Uhr.

  1. iwii

    iwii Foriker

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    Nach dem der Gleisbau zunehmend Fahrt aufnimmt, suche ich nach Informationen, wie eigentlich das Leben um 1910 in einer Kleinstadt, weit weg vom Schuss, so beleuchtet war. Ich gehe mal davon aus, dass der Strom noch nicht so weit vorgedrungen war und Gasleitungen ebenfalls nicht zu finden sind. Wie (und in welchem Umfang) wurde ein Bahnhof und sein BW beleuchtet. Eine Straßenbeleuchtung halte ich für unwahrscheinlich. Private Haushalte werden eher spärlich, sehr punktuell und nur wenn sich dort jemand aufhält, beleuchtet gewesen sein (Petroleum, Kerzen o.ä.). Wenn ich das zusammenzähle, müssten ja auch Betriebe dezentral mit Energie versorgt werden - z.B. mit Holz oder Kohle. Entsprechende Vorräte müssten überall herumliegen...
     
  2. Bandi 60

    Bandi 60 Foriker

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    Petroliumlampen in den Häusern der kleinen Leute.
    Bei einigen gab es auch schon Strom.
    Hat mir meine Uroma damals gesagt.
    Bahnhöfe hatten wohl schon Gaslaternen.
    In Berlin gibt es noch alte Häuser wo diese Leitungen noch drin sind, aber nicht mehr genutzt werden.
    BW ......... ?

    MfG Bandi 60 + 4 !
     
  3. Passivbahner

    Passivbahner Foriker

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    Hallo @iwii ,
    habe mal in einem Buch über Küstrin (damals Cüstrin geschrieben) nachgeschaut. Anbei eine starke Vergrößerung eines winzigen Ausschnittes aus einem Foto des Zorndorfer Tores. Da dieses 1921 abgerissen wurde, muss das Bild vorher entstanden sein. Da ich keine Ahnung von Laternen habe, kann ich auch nicht sagen, um welche Art es sich hier handelt. Auf einem Bild einer belebten Einkaufsstraße, auf dem es nur Straßenbahnen und Pferdefuhrwerke gibt, was für ein frühes Aufnahmedatum spricht, sieht man ähnliche Laternen, allerdings direkt an den Hausfassaden angebracht. Und schließlich gibt es ein Bild vom Bahnhofsvorplatz, das vor 1903 aufgenommen worden sein muss, da dort die Pferdetram noch fährt, und auf dem ist eine ähnliche Laterne wie die auf dem Bild zu sehen. Ein weiteres Bild zeigt die Pferdebahn zwischen den beiden Warthebrücken, was eine Verbindungsstraße zwischen Alt- und Neustadt war, an der es nur wenige Häuser gab. Auch hier sind einige Laternen zu sehen. Das heißt, dunkel war es auch vor 1903 in Küstrin nicht. 1900 hatte Küstrin ca. 16.500 Einwohner, ich denke, dass das noch als Kleinstadt durchgeht.
    Zwischenablage01.jpg

    Grüße, Jörg
     
  4. iwii

    iwii Foriker

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    Die Frage wäre dann, wie das Gas dort hin kam.
    Ich habe in den 1980ern in zwei Altbauwohungen in Berlin gelebt, da kamen die entsprechenden Leitungen noch sichtbar aus der Decke.... - aber in der Provinz?
     
  5. TTDanielTT

    TTDanielTT Foriker

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  6. Frontera

    Frontera Foriker

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    Genau. Dafür gab es Gaswerke und Gasometer.
     
  7. hm-tt

    hm-tt Foriker

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    In den größeren Städten, wo bereits elektrische Straßenbahnen fuhren, wurden die Kraftzentralen (meist kohlebeheizt, und noch mit Kolbendampfmaschinen ausgestattet) stückweise erweitert um öffentliche Beleuchtungen an zentralen Plätzen anzuschließen. Anfang der zwanziger Jahre erfolgte dann das Anschließen privater und gewerblicher Kunden ans neu entstehende Netz im großen Stil.
    Fabriken hatten trotzdem noch lange eine eigene Kraftanlage, die vorhandene Dampfmaschine versorgte auch Produktionsanlagen mit mechanischer Energie.

    Helge
     
  8. HolgerH

    HolgerH Foriker

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    Auch kleine Städtchen hatte schon Gaswerke, z.B. Harzgerode im Harz.
    Bei Bahnhöfen könnte ich mir die Versorgung mit Gas mit den entsprechenden Gastransportwagen vorstellen, mit denen auch das Leuchtgas für die Personenwagen geliefert wurde.
     
  9. hm-tt

    hm-tt Foriker

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    Bitte keine Kettenposts!
    Danke.

    @HolgerH, ich denke nicht, dass es so praktiziert wurde. Die Lampen hingen schon am Stadtgas.

    Im Deutschen Technikmuseum in Berlin gibt es eine Broschüre über die Geschichte der Gasversorgung in Berlin. Dieses Heft kann wärmstens empfohlen werden.
    Schaut mal in Euren Heimatorten, mitunter führt mancher Weg den Namen "Zur Gasanstalt", oder "Gaswerkstraße"... Indizien auf die einstige Existenz örtlicher Gaswerke, weit vor dem Bau der Verbundnetze.

    Und es reizt, das Auhagen-Gaswerk zu erweitern, Schade, den Bausatz des Gasometer gibt's irgendwie nicht.
    Wer sowas bauen möchte, geht am besten zur nächsten Museumsbahn/Schmalspurbahn und holt Euch Steinkohlebrocken und Feinkohle (Staub). Und es darf grau und schwarz sein.

    Helge
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 2. Dezember 2019 um 16:03 Uhr
  10. coppy

    coppy Foriker

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    Eindeutig Gaslaternen: Unter dem Leuchtgehäuse sieht man einen gebogenen Bügel. Rechts und Links 2 kreisförmige Ausschnitte. Hier wurde eine Leiter eingeharkt. Bei den Laternen mussten oft die Glühstrümpfe gewechselt werden. Und es wurden die Scheiben gegen saubere getauscht. Hier sieht man sowas:
    http://progaslight.org/ZF/PGL_Zuendfunke_5-6-2011.pdf
     
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  11. Berthie

    Berthie Foriker

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    ...kleine Bahnstationen (z.B. in größerer Entfernung zum Ort) hatten sehr wohl eine Versorgung der Beleuchtung und einen Anschluß für Leuchtgas.
    Der Antransport wurde über besagte Gastransportwagen realisiert.
    Man müßte nur eruieren, ob der Wagen dann gleich stehen blieb (als Vorrat) oder ein separater Tank/Kessel vorhanden war (evtl. in einem separaten Gebäude)...
     
  12. hm-tt

    hm-tt Foriker

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    Echt? Wahrscheinlich dann doch über Zwischentank? Wie haben die das rübergepumpt?
    Interessantes Thema...

    Helge
     
  13. Berthie

    Berthie Foriker

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    ...dafür gab es Gaspumpen, die auch auf größeren Dienststellen, die Tanks der Loks und Reisezugwagen befüllten (z.T. auch auf den Gaswagen insatlliert)...
     
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  14. iwii

    iwii Foriker

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    In den von @TTDanielTT verlinkten Artikel ist es ja schön beschrieben: Entweder gab es Gas in großen Städten mit entsprechend vielen Abnehmern oder es entstand als Abfallprodukt der Koksherstellung (z.B. im Ruhrgebiet). Beide Szenarien treffen hier aber nicht zu.
     
  15. E-Fan

    E-Fan Foriker

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    Neustadt/Dosse hatte kurz nach 1900 ein Gaswerk, welches recht weit vom Bahnhof weg war und um 1910 keine 1000 Einwohner. Das Gas wurde unter anderem für die Straßenbeleuchtung verwendet. Für den An- und Abtransport nutzte man anfänglich Fuhrwerke.
    Lass Deiner Phantasie freien Lauf!
    Eine Straße zum Bahnhof und ihn selbst (in der Nähe des EG) kannst Du spärlich beleuchten. Ebenso den Anschließer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Dezember 2019 um 12:27 Uhr
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  16. hm-tt

    hm-tt Foriker

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  17. F-Rob_S

    F-Rob_S Foriker

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    Es ging ja um Kleinstädte.

    Ich habe mir mal ein paar alte Bilder von Treuenbrietzen angeschaut. Aus der Chronik weiß ich, dass dort ein Elektrizitätswerk (kohlebetriebene Dampfmaschinen) im Jahre 1906 in Betrieb ging. Auf Bildern vor 1910 kann man in der Stadt hier und da spärliche Laternen (Gas?) sehen. Bilder nach 1906 zeigen dann schon auf den Dächern kleine Masten mit Leitungen und Isolatoren, in den 30ern dann schon anscheinend elektrische Straßenlaternen.

    Ich schätze mal, dass Beleuchtungen bis in die 20er hauptsächlich auf Gas- und Öl-/ Petroleumbasis ausgeführt wurden. Zu dieser Zeit war auch der Walfang in Europa noch weit verbreitet - der Tran der Tiere wurde für Maschinen und zum Betrieb von Lampen genutzt.

    Danach kam zusätzlich die elektrische Beleuchtung dazu.

    Sowohl für Gas als auch für Elektrizität gab es in der Anfangszeit Insellösungen und keine großen Netze. Netze werden wohl erst in größeren Städten entstanden sein.
     
  18. hm-tt

    hm-tt Foriker

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    Das wird von Ort zu Ort unterschiedlich gewesen sein. Abhängig von vorhandener Industrie, finanziellen Einkommen ins Stadtsäckel.
    Ich würde Dir einen Gang ins Stadtarchiv empfehlen. Da wird was da sein müssen. Oder ruf bei der Stadtwirtschaft mal an. Die Energieversorgung war meist in städtischer Verwaltung.

    Helge
     
  19. iwii

    iwii Foriker

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    Hier habe ich was gefunden -> https://de.wikipedia.org/wiki/Ölgas was wie die Faust aufs Auge passt. Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Anlagen Bahnhöfe und umliegende Straßen versorgt haben könnten. Zudem wäre man nicht auf Steinkohle angewiesen gewesen.
     
  20. HolgerH

    HolgerH Foriker

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    Bitte keine Kettenposts!

    Davon war praktisch auch schon die Rede (Gastransportfahrzeuge der Bahn). Hergestellt wurde auch das meist im Gaswerk als eines von vielen Produkten. Dort fiel eben auch Teer mit an.

    Vor Jahren gab es in einer Modellbahnzeitschrift (oder in einem Buch?) die Vorstellung einer Modellbahnanlage Ep.II, wo der Bahnhof extra ein Lager für Gas hatte, welches mit den entsprechenden Transportwagen beliefert wurde. Ob das Gas dann nur für die Fahrzeugbeleuchtung (Wagen, Loks) genutzt wurde oder auch für die Bahnhofsbeleuchtung, das weiß ich nicht mehr.
    (Dummerweise habe ich zwar das genaue Bild vor meinem geistigen Auge, kenne aber nicht mehr die Quelle. Selbstbaufahrzeuge auf dieser Anlage, wie eine pr. T 26 mit Tonnendach und rot lackierten Griffstangen, wurden dort auch vorgestellt. <=== Vielleicht kennt ja jemand diese Anlagenvorstellung und kann hier weiterhelfen?)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 2. Dezember 2019 um 16:16 Uhr
  21. matvogel

    matvogel Foriker

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    Leute, Gaslicht gabs in jeder Kleinstadt und natürlich in jedem Industriebetrieb und somit auch im BW. Bin ich schon so alt? In meiner Kindheit (späte 70er) war Gaslicht jedenfall noch überall. Jede Kleinstadt wie Radeberg, oder Kamenz hatte ihr eigenes Gasnetz. In der zuerst verlinkten Broschüre stehts ja auch Beschrieben. um 1912 hatten wir 1139 Gasanstalten. Also jede kleinere Stadt hatte ihre eigene.
     
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  22. E-Fan

    E-Fan Foriker

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    So sicher wäre ich mir da nicht.
    Unter den fast 80.000 Ortschaften im Deutschen Reich, gab es rund 3400 mit mehr als 2000 Einwohnern.
    Laut einer Zählung um 1940 hatten fast 10.000 Ortschaften mehr als 1.000 Einwohner. Gut... die Bevölkerung wuchs zwischen 1870 und 1940 um fast das Doppelte, aber trotzdem gibt das schon eine Richtung vor.
    Anderswo wollte man noch moderner sein. In Beelitz wurde um 1909 ein Elektrizitätswerk errichtet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Dezember 2019 um 19:58 Uhr
  23. matvogel

    matvogel Foriker

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    Ja, aber 1139 Städte sind nicht alles Großstädte. ne Kleinstadt ist alles bis 20000 Einwohner. Klar, dass ein Kaff mit 100 Leuten kein Gas hatte.
     
  24. E-Fan

    E-Fan Foriker

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    Du gehst etwas zu forsch an die Sache ran und kannst Deine Meinung wohlmöglich nicht belegen.
     
  25. Ralf_2

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    Moin,
    Meine Urgroßeltern in Uschhauland bei Schneidemühl erhielten 1914 elektrisches Licht.
    Das ist gerade mal etwas mehr als 100 Jahre her…
    Schneidemühl wird sicher auch eine „Gasanstalt“ gehabt haben. Aber das ist 30 km weg.
    Grüße Ralf
     
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