Wobei die deutschen(!) Fährbootwagen dieses britische Bremssystem offensichtlich nicht hatten, scheinbar aber trotzdem dort fahren durften.
Ich verfolge die Diskussion mit grösstem Interesse und kann ein paar Fakten beitragen.
Die letzte Bauart der gedeckten deutschen Fährbootwagen der Deutschen Bundesbahn vom Typ Gbmhs52 hatten sowohl die deutsche Kunze-Knorr-Druckluftbremse als auch die britische Vakuumbremsanlage. Er konnte somit sowohl in Kontinental-Europa als auch in Grossbritannien in schnellaufende Züge eingestellt werden. Zum Feststellen des Waggons auf dem Abstellgleis ohne Lok hatte der Gbmhs52 die englische Handhebel-Ratschenbremse.
Vor dem Bundesbahn- Gbmhs52 gab es den Gfh "Trier/Saarbrücken" der DRG. Der hatte die deutsche Kunze-Knorr-Bremse, die britische Handhebelbremse und eine durchgehende Vakuumbremsleitung für den Verkehr in UK.
Der Gfh "Trier/Saarbrücken" wurde in 300 Exemplaren gebaut. Nach dem 2.Weltkrieg kamen 13 zu DR, drei nach Belgien SNCB, mindestens einer nach Polen zur PKP und der Rest zur Deutschen Bundesbahn. Es gibt (oder gab) ihn als TT-Modell (Bausatz) von Hädl TT.
Britische Fährbootwagen hatten die UK-Vakuumbremse für den Verkehr auf der Insel und für Kontinent zumindestens eine durchgehende Druckluftbremsleitung. Es gibt generell nur sehr wenige Bilder vom Einsatz der britischen Fährbootwagen in der Bundesrepublik und der DDR.
Ich kenne eines in Stuttgart, eines in Dresden und weiteres in Bad Schandau.
Bis jetzt gibt es meines Wissens nach noch keine TT-Modelle von britischen Fährbootwagen-Typen.
Es war jedoch beim Vorbild relativ einfach, aus einem britischen
Wagen einen UIC-RIV-fähigen Wagen zu machen, der dann auch auf dem Kontinent verkehren konnte. Das Lichtraumprofil passte, es waren nur erforderlich UIC-Puffer, UIC-Kupplung, Zettelkasten, durchgehende Bremsleitung und natürlich andere Beschriftung.
Bei einem TT- Güterwagenmodell könnte man es genauso machen.
Zu anderen britischen Rollmaterial auf deutschen Gleisen kann ich, falls gewünscht, später etwas sagen. Es gab zwei Exemplare englischer Dampfloks, die auf ostdeutschen DR-Gleisen gefahren sind.
Beste Grüsse, Torsten
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