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Modellbahn über, in und aus Skandinavien

Danke für den Hinweis,
die Firma hatte ich nicht auf dem Schirm, gab es wohl auch nur 8 Jahre....
die Goldenen Zwanziger haben wohl nur geglänzt, wirklich Golden waren die wohl nicht ( Anmerkung, ich war nicht dabei, ist also nur vom hörensagen :)) )
Es gab eine Zeit wo in Deutschland einkaufen sehr günstig war für die Nordländer, Wismar hat einiges geliefert in dieser Zeit,
 
Tillig hatte auch zwei Liegewagen der DSB mal im Sortiment:

Modell:



Vorbild:

in rot:


in dunkelblau mit Feuerwerk-Design:


Bemerkung:

Die DSB kaufte diese Waggons in zwei Chargen aus Deutschland. Die ersten 12 Waggons wurden 1982 aus der Konkursmasse des Reiseveranstalters "Internationale Apfelfahrten Organisation" (Apfelpfeil) erworben. Die Waggons wurden in der DSB Zentralwerkstatt Århus modernisiert und im klassischen DSB-rot lackiert. 1983 wurde sie in Betrieb genommen.

1987 erwarb man von der DB 9 weitere Waggons dieser Bauart. Diese wurden bei Scandia modernisiert und im neuen dänischen Nachtzugdesign lackiert. Die Lackierung war dunkelblau und auf auf der linken Fahrzeugseite war ein Feld rot abgesetzt. Dazu kamen eine Dekoration mit Mondsichel und Sterne. Einzelne Waggons erhielten eine abweichende Dekoration mit Luftballons, Schneeflocken, Konfetti oder Feuerwerk (wie das Tillig-Modell). In Betrieb sind diese Waggons 1988 gegangen. Auch die 1982 erworbenen Waggons wurden umlackiert.

Eingesetzt wurden die Waggons innerdänisch. Von 1989 bis 1992/3 liefen sie auch im "Skiløberen" (Der Skiläufer) mit. Diesen Zug bot die DSB von 1989 bis 2009 an. Er verkehrte jeweils von Ende Dezember bis Mitte März 1x wöchentlich von Dänemark nach Österreich bzw. umgekehrt.

Mit Eröffnung der Storbæltbroen im Jahr 1997 und der Beschleunigung des dänischen Zugverkehres entfiel das innerdänische Nachtzugnetz. Die Waggons wurden zwischen 1994 und 1997 ausgemustert.

Bemerkung II:

Eine interessante "Zuglok" vor einem bereits ausgemusterten Liegewagen:


Da steht eine LKM V10B vor dem Waggon. Davon hat es tatsächlich drei Lokomotiven in Dänemark gegeben. Alle drei stammen aus den Beständen der NVA (Nr. 44 aus Doberlug-Kirchhain, Nr. 18 aus Doberschütz und Nr. 11 aus Schlieben). Die LKM-Maschinen sind 1997 über einen Schrotthändler aus Esbjerg nach Tønder gekommen. Käufer war Privatbanen Sønderjylland (PBS) aus Tønder. PBS wurde 1997 auf Reaktion der Einstellung des Güterverkehres seitens der DSB gegründet. Ein langes Leben hatte PBS nicht. Bereits 2001 musste man Insolvenz anmelden. Nur die 44 (wie auf im oberen Link) wurde in Tønder eingesetzt und soll noch heute dort "rumstehen". Sie gehört dem einstigen Direktor von PBS.

Die anderen beiden wurden nie eingesetzt. Nr. 11 bereits 1997 als Ersatzteilträger ausgeschlachtet und verschrottet. Nr. 18 wurde 2012 verschrottet. Eigentlich sollte sie Bestandteil eines Eisenbahnmuseums im einstigen deutschen Bahnbetriebswerk von Tønder werden. Die privaten Träume eines dänischen Arztes sind wohl ausgeträumt... Andere Fahrzeuge aus der Sammlung wurden zur sicheren Unterstellung nach Gedser überführt. Andere Fahrzeuge gammeln weiter in Tønder vor sich rum. Im eingestürzten Lokschuppen befindet sich eine MaK 400C, die bis Anfang der 1990er Jahre zum Bestand der NVAG - Nordfriesische Verkehrsbetriebe AG gehörte.

Die Liegewagen auf dem oberen Link gehörte damals der Tønder-Tinglev VeteranJernbane (TTVJ). Die damaligen Museumsbahn hatte eine große Anzahl der Liegewagen übernommen. Sinn und Zweck sind nicht bekannt. 1999 hat der Verein Tønder verlassen und ist nach Aabenraa umgezogen. Dorthin werden sie die Waggons nicht mitgenommen haben. Seit einigen Jahren ist der Verein auch nicht mehr existent.

Demnächst nochmal was zu dänischen Lokomotiven und anderen Möglichkeiten für dänische TT-Modelle.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber,
Die Wagen von Tillig sind auch nur eine freie Interpretation. Falsche Fenstergröße.
Beim blauen ist zudem noch ein Fehler im Fensterband, ein Übersetzfenster ist falsch herum bedruckt.
 
In den Neuheiten 2026 stellt Tillig einen neuen Privatkesselwaggon vor, der bei der DSB eingestellt war:


Die Abbildung zeigt noch das H0-Modell des Kesselwaggons ZE 504 083

Unternehmensgeschichte und Vorbild:

In Glostrup wurde 1959 die Dansk-Norsk Borregaard A/S gegründet. Das Unternehmen war eine Tochtergesellschaft der A/S Borregaard aus Norwegen. Das Unternehmen ist heute europäischer Marktführer in Bereich der Herstellung von Spezialcellulose für chemische Anwendungen, darunter Verdickungsmittel für Lebensmittel, Klebstoffe und Farben, Pharmazeutika und Textilien wie Kunstseide . Das Unternehmen produziert außerdem Ethanol und Hefe aus Holz.

Für den Start in Dänemark kaufte man 1959 und 1961 jeweils 4 Kesselwaggons. Die ersten zwei lieferte die Waggonfabrik Christian Olsson aus Falkenberg in Schweden. Die restlichen 6 Waggons kam von Tatra aus der ČSSR. Die Privatwaggons waren bei der DSB eingestellt. Heimatbahnhof war der Güterbahnhof von Kopenhagen.

Mit der von Tillig gewählten Beschriftung war der Waggon bis 1966 unterwegs. Ungewöhnlich für Dänemark war in dieser Zeit das Bremserhaus. 1971/72 wurden die 6 Tatra-Waggons ausgemustert. 2 Tatra-Waggons gingen an die schwedischen Borregaard-Tochter und waren dort noch bis in die 1980er Jahre im Einsatz. Die restlichen 4 Tatra-Waggons wurden verschrottet. Die beiden Olsson-Waggons blieben bis Mitte der 1980er Jahre bei Dansk-Norsk Borregaard A/S im Einsatz.

Bildmaterial ist rar. Als Tillig das H0-Modelle vor gut 10 Jahren ankündigte, war damals die Tankfarbe strittig. Angekündigt war der Waggon zunächst in grauer Lackierung. Aus Dänemark kam daraufhin der Einwand, dass der Tank eher zitronengelb lackiert war.

Zwei Originalbilder der Tatra-Waggons:

https://sundborg.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/08/dansk-norsk-borregaard-forbillede-1963.jpg

 
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