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Länderbahn-Schnellzugwagen auf Zeuke-Basis

Nach einem Jahr Auszeit hatte mir letzte Woche ein Moderator in Rekordzeit die aufkeimende Lust wieder ausgetrieben, das Board inhaltlich mitzufüttern. Sei's drum, ich versuche es noch mal. Denn ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für einen B4ü in TT ist zu vermelden: Die Seitenwände sind fertiggestellt.

Als gute Orientierung beim Zusammenbau taugte die spätere Dachkante aus PS-Profil. Wie man am ersten Foto sieht, sind auch die Stirnwände bereits ausgesäbelt worden. Das elende Puzzlespiel für die Seitenwände findet seinen gerechten Ausgleich in der kantigen Form der geschlossenen Bühnen, welche im Gegensatz zu den Bauarten der späteren Wagengeneration dieselben wie beim Opferwagen sind, also rechtwinklig statt schräg an die Seitenwände anschließen. Indessen muß man auch hier beim Aussägen und Anpassen sehr präzise arbeiten, damit das Gehäuse später nicht in sich windschief wird.

Das zweite Bild veranschaulicht zum einen den Längenunterschied zwischen dem AB4üPr.94 und dem kürzeren B4üPr.94 und illustriert zum anderen die nötigen Anpassungsarbeiten. Die Baugruppen sind noch nicht miteinander verklebt, sondern nur lose zusammengestellt. Man sieht es an den Spalten der späteren Klebekanten. Beim in der Mitte aufgelegten Dachelement mußte ich die Fensterrahmen der Oberlichter mittels Edding hervorheben. Nur so war festzustellen, ob drei Oberlichtfenster in etwa der Länge eines Zwillingsfensters entsprechen. Das ist zum Glück der Fall; andernfalls hätte ich schon wieder Scheibchen aus dem Dach schneiden und es neu montieren müssen.

B4ü_pr94_8264.jpgB4ü_pr94_8261.jpg
 
Moin,

feine Flleißarbeit @Stadeleben.
Ich habe mich auch schon mit etwas ähnlichem beschäftigt. Evtl. treibe ich es dann aber mal wieder zu weit. Die Hutzen auf den Dächern sind doch eigentlich Ablufthutzen der Gaslaternen, oder? Müssten die dann nicht direkt über der Abteilmitte liegen? Oder wurden diese Ablufthutzen bei der Umstellung auf elektrische Beleuchtung entfernt? Dann könnte man die ja einfach bei Darstellung späterer Epochen wegfeilen. Ab wann wurde eigentlich von Gas- auf elektrische Beleuchtung umgerüstet?

Gruß Frank
 
Nutzt du irgendwelche Hilfsmittel, um das so gut inzubekommen? (...)

Es sieht vielleicht präziser aus, als es tatsächlich ist. Natürlich versuche ich die Rechtwinkligkeit so gut wie möglich zu feilen und kontrolliere es auch mit dem Haarlineal. Beim Zusammenbau hilft allerdings auch das Lösungsmittel gehörig. Es weicht den damit eingestrichenen Kunststoff für einen Moment auf. Wenn man zwei dieser so behandelten Flächen dann aneinanderdrückt, quillt das angelöste Material in die verbliebenen Ritzen und füllt sie auf. Mann muß nur schnell genug sein, um diesen Moment zum exakten Ausrichten der Teile an einem Lineal zu nutzen. Der relativ ebene Eindruck entsteht dann beim Überschleifen der Klebekanten.

@Stedeleben: Es ist schon der blanke Wahnsinn, was Du da treibst. Respekt.

Nein, alle anderen sind wahnsinnig, nicht ich! ;)

(...) Die Hutzen auf den Dächern sind doch eigentlich Ablufthutzen der Gaslaternen, oder? Müssten die dann nicht direkt über der Abteilmitte liegen?

Beides ist richtig, aber letzteres nur bei Wagen mit Einzelabteilen. Bei den hier zu bastelnden Wagen handelt es sich um solche mit Großraumabteilen und Mittelgang, da spielten Abteilwände keine Rolle für die Abstände der Gaslaternen. Wichtiger war die gleichmäßige Ausleuchtung des Innenraums.

Oder wurden diese Ablufthutzen bei der Umstellung auf elektrische Beleuchtung entfernt?

Bei vielen Wagen war das ab den 1920er Jahren so, aber beileibe nicht bei allen. Vielmehr liefen die Verträge der DRG mit der Firma Julius Pintsch über die Leuchtgaslieferungen noch bis weit in die 1930er Jahre. Das zog nach sich, daß eine Vielzahl von Wagen weiterhin Gaslaternen und die zugehörigen Behälter unter dem Wagenboden behielt und sogar Wagen mit beiden Ausführungen gemeinsam in D-Züge eingestellt wurden.

Dann könnte man die ja einfach bei Darstellung späterer Epochen wegfeilen. (...)

Bei mir ist nur ein Wagen mit E-Anlage geplant, und da werde ich es so tun.
 
Oder wurden diese Ablufthutzen bei der Umstellung auf elektrische Beleuchtung entfernt?

Ich glaube nicht, dass diese Hutzen entfernt wurden. Dies wären unnötige Kosten gewesen. Vielleicht wurde sie auf normale Lüftung umgebaut.
 
Diese Dächer brauchten im Gegensatz zu späteren "Blechdächern" ohnehin mehr und öfters Wartung bis hin zur Neubespannung oder gar Neubeplankung. Bei der Gelegenheit hat man die Öffnungen einfach weggelassen.
 
Bei den hier zu bastelnden Wagen handelt es sich um solche mit Großraumabteilen und Mittelgang, da spielten Abteilwände keine Rolle für die Abstände der Gaslaternen. Wichtiger war die gleichmäßige Ausleuchtung des Innenraums.

Mh, aber in deinem Beitrag #443 ist auf deinen Zeichnungen zu sehen, dass die Gaslaternen im Großraumwagen genau in der Mitte der Abteile liegen. Sogar über dem Abort, wie auch über dem Einzelabteil.

Vielleicht wären diese Hutzen ja was für die 3D Druck Spezialisten. Dann könnte man sie einfach an der jeweiligen Position anbringen.
Ebenso vielleicht die Oberlichter mit durchbrochenen Öffnungen.
 
Hallo André,

Freund Saschas Faltenbalge liegen hier seit einem Jahr und ich habe sie bereits zu "Wechsenbalgen" umgebaut, da die Wagen frei einsetzbar sein sollen: mal mit einem eingezogenen Balg am Zugschluß, mal mit ausgefahrenen Balgen in der Zugmitte. Aber darauf komme ich später zurück.
 
Und wuppdischwupp, steht der B4üPr.94 nach weiteren anderthalb Bastelnächten auf eigenen Rädern! Den Wagenboden anzufertigen war Routine: ein Streifen aus 2 mm starkem Polystyrol in passende Länge schneiden, die Enden einziehen, Winkelprofile als Langträgerverkleidung ansetzen, an den Stirnseite Sicken für Kupplungskulissen einbringen und vorgebohrte Pufferbohlen ankleben. Die Steckpuffer sind handelsübliche aus Messing, die Halter für Tilligs Regeldrehgestelle Eigenbauten aus PVC-hart.

Niemals Routine wird wohl der Oberlichtaufbau mit den zu den Stirnseiten auslaufenden Enden. Ich atme jedesmal auf, wenn es vollbracht ist. Ebenfalls fertig ist das Dach; hier waren die PS-Streifen – mit Feile und Schleifklötzchen – vorbildgerecht auszuformen. Das geht flotter als es sich anhört, Schnitzer darf man sich aber dennoch nicht leisten, wenn die Dachhaut nach der Lackierung gleichmäßig aussehen soll; davor wird aber alles nochmals feingeschliffen und eventuelle Spalte verspachtelt.

Foto Nr. 2 zeigt die Seitenansicht. Eine Nebelkerze ist die Lichtmaschine am Drehgestell. Die wird demontiert, denn der Wagen wird, wie erwähnt, mit Gas beleuchtet und beheizt und folglich zwei schicke Leuchtgasbehälter erhalten. Die Seitenansicht zeigt zudem, daß ich über den Vorbauten noch schmale Vordächer ergänzt habe.

B4ü_pr94_1217.jpgB4ü_pr94_1348.jpg

Und nun entschuldigen Sie mich bitte; es geht in die nächste Bastel-Nachtschicht.
 
Ganz kurze Antwort: Nein, das wirkt tatsächlich nur durch Perspektive und auch den weißen Kunststoff so. Er hat dieselbe Schritthöhe wie der AB4üPr.94, den ich seinerzeit hier mal neben einen Tillig-Eilzugwagen gestellt hatte. Auch die untergehängten Gaskessel werden den hochbeinigen Eindruck später relativieren.
 
Kurzes thematisches Intermezzo: Letzte Nacht habe ich rasch noch einen Farbtest für die Lackierung der Wagenkästen vorbereitet. Zum Einsatz kamen nach den dankenswerten Hinweisen von @Berthie und @knechtl seidenmatte Acrylfarben der Firma Oesling. Ich habe dann morgens Vergleichsfotos bei Tageslicht aufgenommen. Referenzmodell ist ein Pwi-30 im DRG-Look von Tillig. Das Ergebnis überzeugt mich, siehe Lichtbilder.

RAL6008_Oesling_4598.jpgRAL6006_Oesling_4596.jpg
 
Sowohl Elita als auch Weinert treffen den Farbton ebenso sehr genau und sind durchaus auf alten
BTTB-Wagengehäuse verwendbar. Ich habe bei keinem einzigen Projekt erlebt, dass der Kunststoff angegriffen wurde.
Richtige Vorbehandlung vorausgesetzt. Aber dies muss man immer machen.
Beim Farbgedanken bist Du meiner Meinung nach zu verbissen. Wie schon geschrieben, ein Jahr später sah
jeder Wagen farblich anders aus. Ein absolut natürliches und dadurch interessantes Ergebnis.
 
Sowohl Elita als auch Weinert (...) bei keinem einzigen Projekt erlebt, dass der Kunststoff angegriffen wurde. (...)

Na, das ist doch mal erfreulich!

Beim Farbgedanken bist Du meiner Meinung nach zu verbissen. (...)

Echt jetzt? – Ich meine, es handelt sich bei meinen D-Zug-Wagen um ein ziemlich aufwendiges und langwieriges Projekt. Bei jedem einzelnen Exemplar muß ich mehr oder weniger schmerzhafte Kompromisse eingehen, um das Vorbild überhaupt ins Modell umsetzen zu können. Warum sollte ich mir nun ausgerechnet da, wo ich keinen Kompromiß eingehen muß, nämlich bei der definierten Farbe, diese apologetische Hilfskrücke antun, beim Vorbild wären doch die Farben nach einem Jahr auch alle ausgeblichen gewesen? Nö, da bleibe ich lieber verbissen und freue mich drüber, so nett das gemeint sein mag.

Aber wieder zurück zum Technischen.

Es gibt nicht viel, was nackig wirklich toll aussieht. Preußische D-Zug-Wagen bilden da keine Ausnahme – siehe erstes Lichtbild. Höchste Zeit also, den Kahn zum Ausstattungs-Kai zu schippern und ihm eine ordentliche Inneneinrichtung zu verpassen, und zwar möglichst effektiv. Dazu habe ich die Trennwände zwischen den Abteilen aus 0,8 mm starkem Polystyrol zugeschnitten. Sie werden durch zwei 3 mm hohe Streifen aus demselben Material verbunden und später, mit dem Wagenboden verklebt, für hinreichende Stabilität sorgen. Der Plan ist, daß diese Innenkonstruktion das Gehäuse ohne weitere Befestigungsmittel sicher, aber lösbar mit dem Chassis verbindet.

B4ü_pr94_4015.jpgB4ü_pr94_4022.jpg
 
Ich vergaß noch auf den berechtigten Einwand zu antworten:

Mh, aber in deinem Beitrag #443 ist auf deinen Zeichnungen zu sehen, dass die Gaslaternen im Großraumwagen genau in der Mitte der Abteile liegen. Sogar über dem Abort, wie auch über dem Einzelabteil. (...)

Das ist kein Widerspruch, nur ein Mißverständnis. Das angehängte Bild zeigt nochmals die in gleichen Abständen angeordneten Hutzen. Die müssen selbstverständlich ersetzt werden, weil sie nicht zum neuen Fensterrhythmus der Großabteile passen.

Ja, die deutsche Sprache ist schwer. Anglizismen wären einfacher...
Oh, ich bitte um Nachsicht, so was rutscht mir einfach immer wieder so raus, wenn ich es am Datensichtgerät eilig habe. Hier also der Absatz nochmals auf Volldeutsch, bevor ich mich bis morgen empfehlen darf; die nächste Bastelnacht beginnt gleich.

Echt jetzt? – Ich meine, es handelt sich bei meinen D-Zug-Wagen um ein ziemlich aufwendiges und langwieriges Vorhaben. Bei jedem Einzelstück muß ich mehr oder weniger schmerzhafte Zugeständnisse machen, um das Vorbild überhaupt in ein getreues Abbild umsetzen zu können. Warum sollte ich mir nun ausgerechnet da, wo ich kein Zugeständnis machen muß, nämlich bei der genau festgelegten Farbe, diese rechtfertigende Hilfskrücke antun, beim Vorbild wären doch die Farben nach einem Jahr auch alle ausgeblichen gewesen? Nö, da bleibe ich lieber verbissen und freue mich drüber, so nett das gemeint sein mag.

B4ü_pr94_4017.jpg
 
Noch' Gedicht: Hier sieht man schon die fertige Grundkonstruktion im Wageninneren.

Auf dem ersten Bild schauen wir von der Seite des Frauenaborts auf den kurzen Mittelgang, an dem die Tür zum Frauenabteil zu sehen ist bzw. das Türfenster. Nicht ganz so trivial ist die Anfertigung der Wand des Männeraborts am anderen Wagenende. Polystyrol von über 0,5 mm Dicke läßt sich kalt nur schwer vorbiegen und neigt zum Reißen. Darum habe ich hier 0,2 mm dickes PS verwendet und nach dem Einkleben der ersten Schicht aufgedoppelt. Damit ist es nun auch stabil. An den Zwischenwänden fehlen die Türen nicht ohne Grund. Meine Idee ist, sie halbgeöffnet darzustellen. Ob man das von außen erkennen wird, muß sich beim Beleuchtungstest erweisen.

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