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Weichenböcke und mechanisches Stellwerk

iwii

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Berlin
Wie in meinem Bauthread zu sehen, habe ich ein paar sächs. Weichenstellböcke (Epoche 1) für die Anlage bekommen. Nun eine vielleicht dumme und unerwartete Frage: wurden solche Weichenböcke auch in Verbindung mit mech. Stellwerken aufgestellt? Ein Stellen vor Ort ist in dem Fall ja nicht vorgesehen. Was stand dann dort? Nur die Laterne zur Richtungsanzeige oder blieb der Weichenbock mit der Kugel für den Zweck (war dann nur mech. durch das Stellwerk gesperrt)?

Gruss, iwii


BTW: irgendwie fehlt im Forum ein Bereich für technische Vorbildinformationen abseits vom Rollmaterial.
 
In einem Bahnhof wurden nicht alle Weichen vom Stellwerk bedient. So gab es diese ortsbedienten Weichen im Bereich von Rangiergleisen häufiger. Diese Weichen konnten eigentlich nicht vom Stellwerk gesperrt werden. Nur durch Weichenschloß oder Zungensperre,
da gab es dann eine Abhängigkeit mit einem Schlüsselbrett im Stellwerk.
Die Kugel bewirkt eigentlich nur, das die Weichenzungen nicht beweglich sind und so Fahrten entgleisen.
Es gibt hier im Board bestimmt Techniker die es noch besser erklären können.
 
Hallo miteinander
in Zittau Vorstadt wurde eine Gelenkzungenweiche mit einem alten Umstellbock mit Kugel wieder eingebaut-
Bilder sollten unter Schmalspur sein
Kugel in verschiedenen Farben habe ich auch schon gesehen

fb.
 
Wie gesagt, es geht mir nur um Weichen, die vom Stellwerk gestellt werden (und auch nur in der genannten Zeit). Das es in einem Bahnhof auch ortsgestellte Weichen gab, ist klar. Oder vereinfacht: bau ich einen Weichenbock an die entsprechenden Weichen oder nicht?
Die Kugel bewirkt eigentlich nur, das die Weichenzungen nicht beweglich sind und so Fahrten entgleisen.
Jaein. Sie dient auch als Hebel und zeigt die Stellung der Weiche an, so der Bock nicht aus Platzgründen im Winkel zur Weiche eingebaut wurde.

Gruss, iwii
 
Die Kugel
sorgt einerseits durch ihr Gewicht für den Anpressdruck der Zunge an die Schiene, andererseits zeigt sie auch die Lage der Weiche an.

Eine Weiche kann in Ep. I entweder per Seilzug vom Stellwerk aus fernbedient, oder mit dem Hebel am Stellbock ortsbedient werden.
 
Moin,
was auch anzutreffen war ist das ortsbediente Weichen (Handweichen mit Stellgewicht) vom Stellwerk über einen Riegel verschlossen wurden, mir aus Sondershausen bekannt (jetzt ESTW). siehe bei Stellwerke.info -> Sondershausen
Norbert
 
wenn sie per Seilzug bedient wird, hat sie doch keine Kugel? Das würde es dem Stellwerker ja noch schwerer machen, die mit zu bewegen? Ganz on abgesehen, dass die plötzlich umschwingende Kugel ja auch ne Gefahr darstellen würden. Gibt es keine Bilder von Sachsischen Bahnhöfen aus der Zeit, mit ferngestellten Weichen?
 
Hallo miteinander
vielleicht hift das etwas weiter
bei den Bildern zu Zittau Süd ist auch eine Weiche dabei die beide Möglichkeiten bietet(Seilzug und Umstellhebel) allerdings neuerer Bauart
Weichenstellhebel sächs..JPG
diese Gelenkzungenweiche wurde in Vorstadt wieder eingebaut

gruß FB.
 
Ich denke das hier intrpretierst Du fehl:
1785268162695.png
Die Weiche wird mit Hnd gestellt und der Riegel an der Weiche wird vom Stellwerk bedient. Aber unser Norbert kann da sicher besser Auskunft geben. Wie soll das sonst gehen? Wenn einer die Weiche mit Hand stellt, fliegt im Stellwerk der Hebel rum und erschlägt im Zweifel den Fahrdienstleiter?
 
In diesem konkreten Fall interpretiert Ihr das beide falsch. Zittau Süd ist betrieblich nicht mehr örtlich besetzt, sondern Ausbildungsbahnhof der Hochschule Zittau/Görlitz. Das Lehrstellwerk funktioniert zwar prinzipiell, als wäre noch alles in Betrieb, man greift aber nicht in den Bahnbetrieb ein. Daher sind auch die funktionsfähigen Einfahrsignale mit einem Ungültigkeitskreuz versehen. An der gezeigten Weiche befindet sich in der Tat ein mechanischer Weichenantrieb, er ist aber nicht mit der Weiche verbunden. Er dient lediglich der Verdeutlichung der Funktion. In der ersten Ausbaustufe des Lehrstellwerks befand er sich übrigens weitab der Weiche, näher am Stellwerk.
Die beiden verbliebenen Weichen (4 und 14) in Zittau Süd sind im aktuellen Zustand lediglich ortsbedient ("Handweichen"), vor Ort gesichert mittels Riegelhandschloß.

Die Weichen 4 und 14 wurden im Altzustand vom Stellwerk aus fernbedient und jeweils in beiden Stellungen mittels Zungenriegel gesichert. Durch Einbau von Zungenprüfern konnten die separaten Riegel entfallen.
Je ein Doppelstellerriegelhebel für beide Stellungen der Weichen 4 und 14 sowie ein einfacher Riegelhebel für die Plus-Stellung der Weiche 1 (nicht mehr existent) sind auf der Hebelbank noch vorhanden (siehe Anhang, die Hebel mit den römischen Ziffern I bis V) und wieder in die sicherungstechnischen Abhängigkeiten gebracht worden.

Die Verriegelung einer ortsgestellten Weiche kann durchaus Sinn ergeben. Die Doppeldrahtzugleitung für einen Zungenriegel darf länger sein als die für eine Weiche. Eine für die Fernbedienung zu weit vom Stellwerk entfernte Weiche kann u. U. aber von jenem Stellwerk aus geriegelt werden, wie das in Zittau Süd der Fall war. Weiche 1 befand sich am km 2,340. Über deren Minusstellung (abzweigend) gelangte man zum "Kohlenbahnhof", einer vorgelagerten Ladestraße östlich des jetzigen "Kernbereichs" des Bahnhofs um das Zentralstellwerk. Daher musste auch nur die Plusstellung (gerader Strang) per Zungenriegel verriegelt werden (Zugfahrten! In der Minusstellung nur Rangierfahrten!).
Vom Stellwerk aus bedient waren in Zittau Süd übrigens immer nur die beiden jetzt noch vorhandenen Weichen 4 und 14!

Der Fall geriegelter ortsgestellter Weichen war/ist übrigens im ehemaligen K&K-Gebiet nicht unüblich. Die Wärter auf den beiden Bahnhofsköpfen stellen dann nur die Weichen vor Ort. Der Fahrdienstleiter in Bahnhofsmitte (Empfangsgebäude) verriegelt die Weichen und stellt so die Signalabhängigkeit her.

Um es noch verwirrender zu machen: Im ehemaligen K&K-Gebiet haben fernbediente Weichen tatsächlich bewegliche Hebel mit Stellgewichten, die sich beim Umlegen der Weiche mitbewegen. Daher sollte man immer etwas Sicherheitsabstand beim Vorbeilaufen einplanen, damit man das Gewicht nicht in die Beine geknallt bekommt... :kommmal:
Um zur Ausgangsfrage von iwii zurückzukommen: Ob es das in ganz frühen deutschen Stellwerksbauarten auch gab, kann ich leider nicht beantworten.

Ich hoffe, ausreichend zur angemessenen Steigerung der Verwirrung beigetragen zu haben... :gruebel:

Viele Grüße, HoTTe
 

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