@IVk: Das mit dem Ladengeschäft geht mir genauso, und das ist sicherlich einer der Gründe dafür, daß ich das Pola-Modell mit diesem Aufwand aufgehübscht habe. Es soll auch nicht das letzte dieser Art bleiben; solche Ladenfronten kamen ja nie als Einzelgänger daher, und in meinem Kopf schwirren noch die Bilder diverser kleiner Geschäfte aus Magdeburger Kindertagen und die Namen der privaten Inhaber herum, denen ich damit ein kleines Denkmal setzen kann.
Da gab es zum Beispiel das Fuhrgeschäft Heinrich Kraushaar, den Kurzwarenladen Franke, den Lebensmittelkrauter Schöbe (mit den Bonbonnieren auf dem Ladentisch, aus denen sich alle Kinder gratis an Lakritz, Toffees und Drops bedienen durften), meinen Lieblingsladen Winkel (Schreib- und Spielwaren und Modellbahnen!), die Fleischerei Sturm, den Uhrmacher Lutzenberger, den Bäcker Treksag (übliche Aussprache "Drecksack"), dazu einen Sattler und Schuhmacher, die Heißmangel und Weißwäscherei, dazwischen das berühmte Comanat-Haus ... Fast alles davon lag in einer schmalen Kopfsteinpflasterstraße von nicht mal hundert Metern Länge, und allesamt mußten sie 1990 weg, um per Abriß Platz zu machen für außerordentlich langweilige, piefige Reihenhäuschen mit 3 x 3 Meter großem "Vorgarten" samt knochenversteinertem PKW-Stellplatz. Ein schnarchiges Idyll, drei Straßenbahnsationen vom Zentrum einer Landeshauptstadt entfernt, wo einst in einem der dichtestbesiedelten Gebiete Europas das Leben brummte.
Aber bevor ich weiter ins Schwafeln gerate, folgt hier zu ungewöhnlicher Tageszeit als illustrativer Nachtrag ein direkter Vorher-nachher-Vergleich betreffend die Alterung der Fassade. Was immer man davon halten mag, ob man es schön oder häßlich findet: So steril wie vorher wirkt das Gebäude nicht mehr, und das war der Zweck der Übung.
