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Straßenbahn in Dresden

TT-Frank

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Erfurt
Fuhr die Gothaer Straßenbahn auch in Dresden?
 
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@TT-Frank: Ja, Dresden bekam als erster Straßenbahnbetrieb der DDR 1957 Gothaer Zweiachser, 13 Trieb- und 14 Beiwagen als Zweirichtungsfahrzeuge. Danach folgten noch weitere und der quasi Prototyp des Einrichtungsbeiwagens. 1960 kamen dann Einrichtungsfahrzeuge des Gotha-Typs nach Dresden: 14 Trieb- und 12 Beiwagen. Auch hier folgten später weitere werksneue Fahrzeuge. Zudem wurde der Chemnitzer Gothawagen-Bestand übernommen.
In den 1980er Jahren verringerte sich der Bestand zusehends. Am 2. Dezember 1990 endete dann der planmäßige Einsatz der zweiachsigen Gothawagen in Dresden. Sie kamen danach aber noch gelegentlich zum Einsatz, wenn durch Gleisbaustellen Zweirichtungsfahrzeuge benötigt wurden.
 
@TT-Frank: Als Ergänzung, die mir so einfallen-ohne Vollständigkeit. Das war die Linie 1 nach Cossebaude, dort gab es keine Wendeschleife. Die Linie 4 nach Pillnitz, hier gab es eine Wendeschleife. Ich vermute, das "Blaue Wunder" war der Grund für die Gothawagen. Beide Linie hatten beengte Straßenverhältnisse-vielleicht auch ein Grund.

Johannes
 
Beim Blauen Wunder weiß ich, dass die Tatrabahnen für diese Brücke zu schwer waren.
 
@Christian82: Die Neustadt ist gut wieder zu erkennen. Fuhr die Gothaer Straßenbahn auch in Dresden?
Ja. Gothaer fuhren auch in Dresden. Zuletzt fuhren sie auf den Linien 1 (bis 1990) und 4 (bis 1988). Auf der Linie 4 fuhren noch die letzten LOWA sowie T59E, auf der 1 ausschließlich T57, T59 und die T57 GR.
Zudem gab es in Dresden 17 Züge des T4 und einen Prototyp des EGT59. Die Großraumzüge gingen nach Berlin und der Gelenkzug wurde leider nach 10 Jahren Einsatzzeit verschrottet.
Heute erinnern mehre Wagen aus Gothaer Produktion im Straßenbahnmuseum Dresden an die Epoche dieser formschönen Wagen.
@TT-Frank , nein die Tatras waren für das Blaue Wunder nicht zu schwer. Sie fuhren als Linie 15 bis Loschwitz. Die Stromversorgung bis Pillnitz erlaubte nicht den Einsatz der Tatras. Es handelt sich übrigens um ein Gerücht, die Tatras seien zu schwer. In ihrer Achslast waren sie sogar leichter als die MAN-Wagen aus der Zeit zwischen 1910 und 1930.
Helge
 
Ich kann mich noch lebhaft an Gothaer auf der "26" Anfang der 90er Jahre (min. 1991/1992) erinnern.
 
Beim Blauen Wunder weiß ich, dass die Tatrabahnen für diese Brücke zu schwer waren.
Mit dem Hintergrund dieses "Wissens" wundert mich diese Frage:
Fuhr die Gothaer Straßenbahn auch in Dresden?
Was hätte denn sonst im Dresden der 1980 fahren sollen, wenn T4D wegen Masse, Einrichtungsfahrzeug, ... nicht fahren könnten?

... der Gelenkzug wurde leider nach 10 Jahren Einsatzzeit verschrottet.
Was war der Hintergrund, dass Dresden für den Prototypen ausgewählt wurde, später aber keine Serienfahrzeuge erhielt? Im Netz verteilte Steigungsstrecken waren vorher schon bekannt.
 
Beim Blauen Wunder weiß ich, dass die Tatrabahnen für diese Brücke zu schwer waren.
Nee, übers Blaue Wunder sind die Tatra Bahnen gefahren bis zum Gleisdreick Calberlastraße, Tatras konnten wegen dem höheren Stromverbrauch nicht nach Pilnitz fahren, da wäre ein neues Unterwerk fällig gewesen. Sicherlich waren aber auch die schweren Tatras dem Blauen Wunder nicht zuträglich.
 
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Ich kann mich noch lebhaft an Gothaer auf der "26" Anfang der 90er Jahre (min. 1991/1992) erinnern.
Das war das letzte Aufgebot und war noch einmal echter Liniendienst mit Beiwagen! War das nicht um 1995? Ich glaube, wenige Wochen länger und der Einsatz hätte sich mit der Ankunft des ersten NGT6DD, Wagen 2501 überschnitten. Ich weiß es ehrlich auch nicht mehr so genau. 1991/92 war jedenfalls der legendäre Einsatz Wilder Mann - Übigau als Linie 103. Dann gab es noch die 102 in Gorbitz und verschiedene Wochenendeinsätze (113 Übigau - Görlitzer Straße)...
Helge
 
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Was war der Hintergrund, dass Dresden für den Prototypen ausgewählt wurde, später aber keine Serienfahrzeuge erhielt? Im Netz verteilte Steigungsstrecken waren vorher schon bekannt.
Was in Dresden den Berg hoch kommt, kam in der DDR überall hoch. Es gab gewiss mehrere Gründe. Auch war in Dresden bestimmt auch schon mit CKD was im Gespräch.
 
Nee, übers Blaue Wunder sind die Tatra Bahnen gefahren bis zum Gleisdreick Calberlastraße, Tatras konnten wegen dem höheren Stromverbrauch nicht nach Pilnitz fahren, da wäre ein neues Unterwerk fällig gewesen. Sicherlich waren aber auch die schweren Tatras dem Blauen Wunder nicht zuträglich.
Das Unterwerk für Pillnitz war fertig, was Tatras nach Pillnitz im Wege atand waren die Fahrleitungsmasten. Daher wurde Anfang der 80er Jahre die Fahrleitungsanlage komplett erneuert. Gleichzeitig erneuerte man von Pillnitz kommend die komplette Gleisanlage. Als man am Körnerplatz ankam wurde die Brücke gesperrt.

Die Masse der Tatras war nicht das Problem. Problematisch waren die Gleise, die Schienen waren direkt auf dem Tragblech aufgeschweißt und übertrugen die Erschütterungen direkt auf die Brücke.
 
Diese Wagen vom Typ "DX" laufen da jeden Tag!

So, bezüglich Gotha-Gelenkwagen: Der in Dresden eingesetzte Prototyp besaß ein Schaltwerk, ähnlich "Kleiner Hecht" bzw. Gotha T4. Das Fahrzeug bewährte sich nicht wirklich im Linienbetrieb, durch die Schaltwerksbauart blieb er ein Einzelstück und wurde bis 1968 noch für Stadtrundfahrten genutzt, wo er sich bewährte. Nun ist es müßig, darüber zu grübeln, warum der Wagen doch verschrottet wurde. Heute können wir von Glück reden, dass in Trachenberge eine Halle voll historischer Wagen aufbewahrt wird, verschrotten tut man in Dresden gerne und schnell. Obwohl 140 Kilometer südöstlich vorgemacht wird, wie man mit seinem historischen ÖPNV-Erbe umgehen kann, in Prag nämlich... Okay, sei es drum, ist nun so, akzeptiert.
Dresden hätte gerne die T4-Züge von Gotha in Größenordnungen beschafft und war auch interessiert an den Gelenkwagenprojekten aus Gotha. Aber es kam anders, beginnend mit dem Versuch mit drei in Prag ausgeliehenen T3-Triebwagen.

Schienenauflage "Blaues Wunder": Der Krebsschaden begann wesentlich früher, in den fünziger Jahren bereits befand man, die eichenhölzerne Unterlage unter den Schienen wegzulassen. Seitdem traktierten die Straßenbahnwagen über die Brücke rumpelnd direkt die Konstruktion der Brücke. Das war nicht Schuld der Tatras. Jawohl, 1984 war die Strecke Loschwitz - Pillnitz im wesentlichen durchsaniert, die Stromversorgung bereits vorbereitet, als das Aus für die Straßenbahn übers Blaue Wunder verkündet wurde. Noch bis in die neunziger Jahre lagen Gleise und Fahrleitung zwischen Loschwitz und Pillnitz. Immer wieder gab es Ideen und Initiativen, die Strecke als Pendellinie in Betrieb zu nehmen. Doch nichts davon wurde, heute fahren die Busse an der Kapazitätsgrenze. Das Blaue Wunder ist auch restlos verschlissen, eine Alternative gibt es nicht.

Helge
 
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Und wenn Du ungewohnter Weise Deine Zeit investiert, es gibt auch ganz tolle Videos davon bei Youtube.
Kein Link.
 
Der Hecht vom Verkehrsmuseum verstaubt im Depot und ist nicht mehr betriebsfähig.

Der im Straßenbahnmuseum ist uns zum Glück erhalten geblieben und fährt hoffentlich bald wieder.
 
Man braucht ja auch nicht 2 fahrbereite.
Oh, jetzt haste mich an der Leine. Doch! Gerade der legendäre Dresdner Hechtriebwagen. Synonym für fortschrittliches Denken in den ausgehenden zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, Symbol der Moderne, Garant für schnelles und bequemes Reisen. Bisher nicht nachgewiesen sind die Höchstgeschwindigkeitsrekorde um die 100 km/h, aber vorstellbar wäre es.
So. Nun ist das ja so, dass in Dresden eine weitgehend unvollständige Sammlung unterhalten wird, im Gegensatz zu Leipzig, wo man viele Typen erhalten, gerettet und teilweise mühevoll rekonstruiert hat.
In Dresden wurde immer ganz schnell verschrottet. Es gab 1972 noch ganze 4 Stück "Großer Hecht". 1702 fürs VMD, 1716 fahrbereit für die DVB und noch zwei Arbeitstriebwagen. Nun stellt sich die bis heute nicht beantwortete Frage, was will man mit einem Schaltwerkswagen als Atw? Vermutlich wurde hier noch versucht, zwei weitere Wagen zu erhalten. Doch 1974 kamen sie untern Schneidbrenner.
Nun blieben zwei Wagen übrig. Einer stand im Johanneum und eben 1716 war bis Anfang der achtziger Jahre fahrbereit und wurde ausgiebig eingesetzt. Beliebt waren dabei sogenannte Schnellfahrten, wo der Wagen maximal ausgefahren wurde.
Dann kamen aber größere Reparatueren und eine große HU, zudem fuhr dem Wagen ein LKW in die Seite. Totalschaden!
@copy, merkste jetzt schon was?
Die Reparatur des Wagenkastens war sehr aufwendig, den Verzug im Wagenkasten konnte man nie wirklich beseitigen.
Glücklicherweise war der Wagen, Dank noch vorhandener Elektriker mit Hechtkenntnissen wieder ab Ende der achtziger Jahre einsetzbar. Auf seinen vielen Fahrten bis Mitte der neunziger Jahre konnte er zeigen, was er leistete. Doch nun kam ein Problem, die die grazile Elektrik des Großen Hecht vor Probleme stellte: modernisierte Straßenbahnen und neue NGT mit Bremsstromrückspeisung machten ein Fahren mit dem "ewigen Prototyp" unmöglich. Infolge dessen wurde die Parallelschaltung stillgelegt. Seitdem kann er noch maximal 40 bis 45 km/h schnell fahren. Reparaturen gestalten sich sehr aufwendig, gegenwärtig steht eine HU mit kompletter Überholung aller Teile des Wagens an. Dies soll auswärts erfolgen.
Für die nächste Zeit also kein Großer Hecht im Haus. Sein Beiwagen steht derweil seine Frist in der Ecke ab.
Komischerweise hebt man von den modernisierten Tatras eine Dreiergarnitur auf, da geht es plötzlich.

So, nun schauen wir mal nach Prag. Dort gibt es auch seit ewigen Zeiten Leute, die historische Fahrzeuge der Prager Straßenbahn retten, aufarbeiten und fast ausnamslos betriebsfähig vorhalten.
Und dann blieben noch Wagen in verschiedenen Betriebshöfen übrig, die als Arbeitswagen genutzt wurden.
Daraus baute man in den letzten 30 Jahren noch eine umfangreiche Flotte für Sonderfahrten und den inzwischen täglichen Linieneinsatz für die Linien 41 und 42 auf. Altbauwagen gehören in der Saison in Prag zum täglichen (!) Bild. Dabei wird das Material hart belastet, die Wagen dürfen den Linienverkehr nicht behindern.
In Dresden machte ich Mitte der neunziger Jahre einen ähnlichen Vorschlag. Es gab noch eine kleine Flotte ET´s und noch zahlreiche Winterdienst-MAN, dazu auch weitere Salzbeiwagen. Ging 1996 und in folgenden Jahren in den Schrott, statt in Dresden eine Touristenringlinie anzubieten. Nebeneffekt dabei wäre: Die Handwerker in der Werkstatt behalten Fähigkeiten für alte Technik, geben es weiter an junge Generationen.
Nun sind die alten Fachmänner weg, die alten Wagen auch. In Trachenberge ist meist eine Stehsammlung zu bewundern. Inzwischen hat sich auch das Interesse der Straßenbahnfreunde gewandelt: denen geht einer ab, wenn sie Tatra fahren.

Ergänzung: Ich bin Geburtsjahr 1968. Meine ersten Straßenbahnen, die ich als kleiner Junge wahrnahm, waren die alten MAN-Wagen, den Hecht habe ich nicht mehr bewusst erlebt. Und ich mag die Holzwagen immer noch lieber als Tatras. Gut, ET geht auch.
Ja, es wäre schön, wenn es mehr Hechte gäbe!

Helge
 
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