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Piko BR62 und Arnold Doppelstock

sus6970

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Göttingen
Mal eine Frage zum 2-teiligen Arnold
Doppelstockzug in Verbindung mit der Piko BR62.

Wenn der Zug geschoben wird, springt recht häufig der Vorläufer der BR62 auf Innenbogenweichen raus. Überpuffern ist nicht die Ursache. Der Vorläufer entgleist entweder am Herzstück (Einfahrt in die Weiche aus Richtung Abzweig) bzw. am Beginn der Weichenzunge (andere Richtung).
Es sieht so aus als ob der Zug den Vorläufer aus dem Gleis drückt.

Radsätze des Zugs hatte ich schon gegen Modmüller Radsätze getauscht. Weil ich erst die klapprige Kupplung in Verdacht hatte, habe ich testweise mal die originale Kupplung entfernt und eine Peho Kulisse provisorisch unter den Zug geklebt. Passt erstaunlich gut ohne zu klemmen, es klappert nichts und der Abstand der Puffer hat sich etwas vergrößert, deshalb garantiert auch kein überpuffern. Das Entgleisen tritt aber immer noch auf, gefühlt vielleicht nicht mehr ganz so häufig.

Gleislage und Radien habe ich überprüft. Das Problem tritt an mehreren IBW auf, sowohl beim Übergang aus der Geraden in die IBW als auch beim Übergang aus R310.
Andere Züge fahren problemlos über die Weichen, selbst solche Divas wie die Tillig BR78.

Das Problem tritt nur in Verbindung mit dem Arnold Zug auch. Mit dem BTTB Doppelstockzug (ebenfalls PeHo Kupplungen) tritt das Problem nicht auf. Der Vorläufer der BR62 entgleist nicht, weder gezogen noch geschoben. Deshalb würde ich die Ursache eher im Arnold Zug als in der Lok oder dem Gleis vermuten.

Hat vielleicht noch jemand eine Idee, was die Ursache sein könnte?
 
die aktuelle Kupplung ist nur zum Ziehen geeignet, zum Schieben sollte man starre Verbindungen vorziehen, aber es kann trotzdem sein, das beim Schieben die Kraftverhältnisse anders sind als beim Ziehen, es kann beim Schieben zu minimalen Hebungen kommen, was die Gleisläufigkeit der Radsätze beeinträchtigt,

mfg
fp
 
Die Kupplungen an den Arnold-Dostos sind recht wacklig, die Kulissen haben m.E. zu viel vertikales Spiel (jedenfalls bei meinen Examplaren...). Ich habe die normalen Kupplungen gegen Magnetkupplungen getauscht, damit läufts auch geschoben durch 310er Radius und Gegenbogen mit EW1. Ist dann eine steife Verbindung, wie Knechtl schon schrieb.
VG
Jens
 
Die erfahrungsgemäß schlecht rollenden Arnold-Dosto-Wagen könnten beim Schieben ddazu führen, dass die Lok im Gleisbogen stärker gegen die äußere Schiene gedrückt wird mit der Folge der oben beschriebenen Entgleisung.
 
Kann es sein,
daß die IBW linke sind und noch das Plasteherzstück haben?
Dann könnte es sein, daß sie einen gewissen Anteil an der Entgleisungsfreudigkeit Deines Zuges haben.
 
Die erfahrungsgemäß schlecht rollenden Arnold-Dosto-Wagen könnten beim Schieben ddazu führen, dass die Lok im Gleisbogen stärker gegen die äußere Schiene gedrückt wird mit der Folge der oben beschriebenen Entgleisung.
Rollverhalten: Wer keine Beleuchtung braucht, kann die kleinen Kontaktfederchen einfach mit einer Pinzette heraus zupfen. ;)
 
Erst mal vielen Dank für die Antworten.
die aktuelle Kupplung ist nur zum Ziehen geeignet, zum Schieben sollte man starre Verbindungen vorziehen, ...
Das werde ich am Wochenende mal probieren, wenn ich wieder Zeit für die Modellbahn habe. Wobei ich Starrkupplungen eigentlich nicht mag, weil das Aufgleisen damit noch schlechter geht.
Die Kupplungen an den Arnold-Dostos sind recht wacklig, die Kulissen haben m.E. zu viel vertikales Spiel (jedenfalls bei meinen Examplaren...). ...
Das Problem der wackligen Kupplung hatte ich auch. Die Kupplung liegt dadurch auch etwas tiefer als die der Lok.
Ich hatte deshalb die Kupplung inkl. des in die Kulissenführung eingesetzten beweglichen Teils entfernt und stattdessen eine Peho Kulisse unter den Zug geklebt. Die "Nase" vorne an der Peho Kulisse hab ich vorher entfernt, um möglichst nah bis an das aufgesetzte Gehäuse des Waggons zu kommen. Die Kulisse passt exakt unter das Drehgestell. Es wackelt nichts mehr und ist beweglich ohne zu klemmen, also eigentlich beste Voraussetzungen das nichts mehr entgleist. Leider ist es dadurch aber fast nicht besser geworden.
Das mit der Kupplung ist auch nur ein "zerstörungsfreier" Test. Wenn man die Peho richtig einbauen wollte, müsste eigentlich ein Teil des Wagenbodens ausgefräst werden, um von unten gesehen etwas tiefer und nach hinten zu kommen. Das wollte ich aber erst einmal nicht machen, um den Weg zurück zur originalen Kupplung zu erhalten.

Imagepipe_577.jpg.jpg

Die erfahrungsgemäß schlecht rollenden Arnold-Dosto-Wagen könnten beim Schieben ddazu führen, dass die Lok im Gleisbogen stärker gegen die äußere Schiene gedrückt wird mit der Folge der oben beschriebenen Entgleisung.
Das ist eigentlich auch meine Vermutung. Nach oben beschriebem Umbau ist die Kupplung identisch zum umgebauten BTTB Doppelstockzug. Wesentlicher Unterschied zwischen beiden bzgl. Fahrverhalten ist eigentlich nur noch, dass der BTTB Zug trotz Stromabnahme über die Achsen deutlich leichter läuft. Und mit dem BTTB Zug habe ich absolut keine Probleme mit Entgleisen.
Rollverhalten: Wer keine Beleuchtung braucht, kann die kleinen Kontaktfederchen einfach mit einer Pinzette heraus zupfen
Stromabnehmer möchte ich nur äußerst ungern entfernen, weil ich die Züge normalerweise beleuchte. Wenn ich keine Lösung finde, gibts die BR62 eben nur noch in Verbindung mit dem BTTB Zug und Arnold mit BR110 oder BR118.
Kann es sein,
daß die IBW linke sind und noch das Plasteherzstück haben?
Dann könnte es sein, daß sie einen gewissen Anteil an der Entgleisungsfreudigkeit Deines Zuges haben.
Sowohl als auch. Es sind sowohl relativ neue linke IBW mit Metallherzstück als auch (im Schattenbahnhof) eine rechte Bettungsgleis-IBW, an der das Entgleisen relativ häufig auftritt. Ab und zu tritt es auch an einer rechten IBW mit Metallherzstück auf. Auf meiner Anlage gibt es aus Platzgründen leider relativ oft IBW, weil die nutzbaren Gleislängen im (Schatten-)bahnhof sonst noch kürzer geworden wären (habe nur 2 x 1,1m Platz).

Weil alle anderen Loks und Züge keine Probleme machen und ich die Gleislage mehrfach geprüft und z.T. sogar noch nachgebessert habe, bin ich mir mittlerweile sehr sicher, dass es am Zug und nicht am Gleis liegt,
 
Du könntest an einer gut zugänglichen IBW, wo es zu der beschriebenen Entgleisung kommt, am Radlenker einen dünnen Blechstreifem so auf kleben, dass der Platz zwischen Radlenker und Schiene knapper wird. Dadurch würde der anlaufende Radsatz ein wenig vom Herzstück (bzw. dessen Spitze) weggezogen.
Ich habe das bei einzelnen Problemstellen mit Erfolg praktiziert.
 
Ja, genauso. Ich habe statt dem Blechstreifen, einen dünnen Plastestreifen verwendet, für mich war es dann einfacher die Höhe anzupassen.
 
Ich habe bei der Arnold-vierer-Einheit den Achsabstand nachgesetzt, waren etwa 0,1mm zu breit eingestellt und beim einsetzen der Achsen etwas Fett verwendet - rollt nun sehr leicht und wird bei mir allerdings von E- (oder Diesel-) Loks geschoben (meist Kühn 211, fährt über EW1 und IBW, EW2 und EW3 hab ich nicht, Gleiswendel 3,5% und 3,5 Etagen hoch wie runter, Kupplung: Peho-Clips-Kupplung Art-Nr. 301) - allles ohne Probleme - toi toi toi, das es so bleibt.
 
Wobei ich Starrkupplungen eigentlich nicht mag
als trennbare Alternative ist eine Magnetkupplung zu empfehlen,
gibt es mittlerweile auch bei Arnold, aber Eigenbau ist billiger machbar,
und die Spur der Radsätze solltest Du mit einer Lehre prüfen, da reichen schon wenige My um aus dem Gleis zulaufen;


mfg
fp
 
"Kurzer" Zwischenstand:

Das Problem ist leider immer noch nicht gelöst. Ich habe nun doch noch einmal versucht, die Gleise besser auszurichten. Den Schotter entfernt und erste Korrekturen hatte ich schon gemacht, bevor ich das Thema hier gestartet habe. Insofern beschreibt das Folgende die Korrekturen, die ich nun seit ca. 3 Wochen mehr oder weniger erfolglos Versuche.

1000001505.jpg

Beim Bild oben sprang der Zug immer von rechts kommend am Beginn der Weiche raus. Dort habe ich den Bogen vor der Weiche verändert. Das dort verlegte Flexgleis war wohl doch "etwas" enger als R310. Jetzt schließt an die Weiche ein "richtiger" R310 Bogen und den entstandenen Versatz von knapp 8 mm habe ich im folgenden Gleisstück (zuvor nahezu gerade) korrigiert. Leider musste ich dafür den Brückenpfeiler rechts neben dem Gleis etwas abschrägen, damit der Zug nicht anstößt.

Die 2. Problemstelle ist die Weichenstraße auf der anderen Seite des Bahnhofs.

1000001506.jpg

Die Bögen hier sind durchgängig R310 (mit aufgelegtem R310 Gleis geprüft, das Stück zwischen den Weichen ist ein gekürzter Bogen, also kein Flex) und die Gleise liegen exakt waagerecht ohne Senken oder Erhöhungen. Die vielen untergelegten Pappstreifen sind zum Teil darin begründet, das ich beim Entfernen der alten Bettung diese nicht ganz sauber entfernt bekommen habe. Das Gleis war vorher also nicht so schief verlegt, wie die Streifen vermuten lassen.

Der Zug springt vom rechten Abzweig kommend im Herzstück der Weichen raus, mal in der ersten, manchmal auch in der zweiten.

Anhang anzeigen 1000001507.mp4

Ein dünner Blechstreifen am Radlenker hat leider nichts gebracht. Ich hab dann mal testweise gegen eine alte, von Plastik auf Eichhorn Metallherzstück umgebaute IBW getauscht, brachte aber auch nicht wirklich eine Verbesserung.

Zwischenzeitlich dachte ich, das Problem wäre gelöst und der Zug drehte ein paar Runden ohne zu entgleisen. Nach ein paar Runden fing es aber wieder mit sporadischen Entgleisungen an, grob geschätzt 3 bis 5x OK, dan eine Entgleisung an unterschiedlichen Stelken.

Deshalb hab ich mir auch noch einmal den Zug angeschaut. Nach dem Umbau auf Peho (siehe weiter oben) gab es eine Stelle, an der evtl. die Kupplung am Drehgestell hängen konnte: die beiden Rastnasen der eingeklipsten Bremsen des Zuges. Diese hab ich entfernt und stattdessen das geclipste Teil am Drehgestell verklebt. Nun sind Kupplung und Drehgestell komplett leichtgängig ohne zu klemmen, im Gegensatz zur originalen Kupplung klappert nun aber nichts mehr. Erwartungsgemäß hat dann auch die testweise eingesetzte Starrkupplung nichts verbessert.

Mein derzeitiges Fazit:
Ich werde noch etwas an der Gleislage optimieren und dann hoffen, dass sich diese beim Einschottern nicht ändert. Natürlich werde ich das auch mit anderen Loks und Zügen testen, sodass, wenn es mit der BR62 nicht funktioniert, hoffentlich nur noch diese Kombi aus Arnold mit BR62 als Problemfall übrig bleibt.

Meine Vermutung ist, dass das Problem auf die Konstruktion der BR62 zurückzuführen ist, der relativ weich gefederte Vorläufer an dem direkt die Kupplung befestigt ist. Dadurch wirkt die seitlich drückende Kraft beim Schieben direkt auf das Drehgestell und hebt dieses bei engen Radien aus dem Gleis, wenn die Gleislage nicht zu 100% exakt ist. Sowohl die beiden IBW im Bahnhof als auch die Bettungsgleis-IBW im Schattenbahnhof, an der der Vorläufer ebenfalls manchmal rausspringt, liegen am Beginn des Bogens, d.h. der Doppelstockzug ist komplett im R310 Bogen und entsprechend besonders schwergängig, die Kraft auf den Vorläufers beim Schieben also hoch. Das erklärt vermutlich auch, warum es mit dem alten BTTB Doppelstockzug funktioniert. Dieser ist deutlich leichtgängier und entsprechend weniger Kraft drückt beim Schieben auf den Vorläufer der Lok.
 
Evtl. den Vorläufer oder auch nur die Vorlaufachse etwas beschweren. Kleine Messingstücke links und rechts auf den Vorläufer oder z.B. mit dünnem Lötzinndraht um die Achse gewickelt.
Oder aber: warum läuft der Arnold Doppeldecker so schwergängig? Da etwas an der Rollfähigkeit ändern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lötzinndraht hat man aber meist zu Hause. Bleidraht muss dann wieder erst geordert weden. Muss man eben etwas probieren. Und zu schwer solls ja auch nicht werden.
 
Überpuffern kann ich zu 100% ausschließen. Bzgl. Rollfähigkeit muss ich mal schauen was da noch geht, wenn die Stromabnehmer erhalten bleiben sollen.
Ich hatte schon überlegt, ob ich bei der BR62 nicht den umgekehrten Weg wie bei der BR91 gehe, also etwas stärkere Federn im Vorläufer einsetze. Das sollte einen ähnlichen Effekt wie zusätzliches Gewicht am Vorläufer gaben. Beim im Vergleich zur BR91 deutlich höheren Gewicht der Lok und meinen kurzen Zügen sollte sich der Verlust an Zugkraft noch nicht bemerkbar machen.
 
Hab mir obiges Foto nochmal genau angesehen. Laufen die Achsen bei den Arnold Wagen (ich selber habe keinen solchen Doppelstockzug) in Plastelagern? Dann könntest du doch die Peho Buchsen mit angelötetem Draht zur Stromabnahme einbauen. Damit erübrigen sich Schleifer. Wenn es Metallbrücken sind, kann man nur einseitige Schleifer verwenden. Andere Seite Strom von der Brücke bei einseitig isolierten Radsätzen abnehmen. Damit reduziert sich der Rollwiderstand.
 
Kann es sein, daß die festen Schienenstücke der Weichenzunge am Herzstück zu eng aneinander liegen?
Im Video sieht es so aus, als ob das Laufgestell beim Übergang von Herzstück auf Schienenkopf genau da aufläuft und rausspringt. (Sekunde 7 von 8)
 
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