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Nebenbahnwagen aus Altmaterial

Stedeleben

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Großbommeln
Seit längerem hege ich eine gewisse Sympathie für kurze Personenwagen aus Länderbahn-Zeiten. Leider muß man entsprechende TT-Modelle selbst zusammenstoppeln. Zum Glück haben sich bei mir etliche Opferwagen als Beifänge von Auktionen oder Flohmarktgängen angesammelt, die nun nach und nach verarbeitet werden sollen.

Den Anfang macht ein BCi mit offenen Bühnen nach Blatt I 2 der preußischen Normalien. Gebaut 1886/87, hatte er nur 4 m Achsstand. Ausgelegt für Nebenbahnen mit vielen Unterwegshalten, brauchte er kein Abort. In der Gestaltung entspricht er den bekannten BTTB-Preußen mit ihren typischen Doppelfenstern. Wer ihn für eine Kurzvariante davon hält, ist bereits in eine böse Bastelfalle getappt: Die beiden B-Abteile sind deutlich breiter als das C-Abteil, so daß die Seitenwände nicht bloß um eine Fenstersäule gekürzt, sondern im B-Bereich verlängert werden müssen.

Die Insignien der ursprünglichen Heberlein-Bremse auf dem Dach werde ich mir ersparen; meine Wagen rollen bereits luftdruckgebremst durch die DRG-Zeit.

Zwei Opferwagen werden für den Nachbau benötigt, siehe erstes Bild. An sich würde der mit den offenen Bühnen genügen, der aber hat keinen Oberlichtaufbau. Also muß diesen das andere Modell spenden.

Das zweite Foto zeigt das bereits gekürzte Chassis. Das BTTB-Original (oben) habe ich so tranchiert, daß die Bremsanlage unterm Wagenboden vollständig blieb. Üblicherweise ist mir das nicht so wichtig (wer schaut schon alten Damen untern Rock?), hier hat es sich aber aus Gründen der Stabilität angeboten. Für das dritte Bild habe ich die Schnittkanten markiert. Die Verschachtelung mag etwas aufwendig erscheinen, erhöht bei präziser Passung aber die Stabilität des zusammengeklebten Fahrgestells erheblich, das damit den gewünschten Achsstand von 33,3 mm aufweist.

BCipr86_4706.jpgBCipr86_4708a.jpgBCipr86_4708b.jpg
 
Ja die kurzen 2 achser hatte ich mal vor 25 Jahren so gebaut.

Würde ich heute beim Fahrwerk Nicht mehr so machen!
Das Fahrgestell ist ja vom Güterwagen übernommen und hat viel zu kurze Blattfedern.
Da ist der Kompromiss mit den gleich großen Abteilen, der Kleinere.

Hatte auch da immer mal gehofft, daß hier die Ätzenden Anbieter vielleicht mal was passendes anbieten.
 
Moin,

sowas hab ich auch mal gebaut. Die Länge der Blattfedern war mir egal.
Die Verschachtelung im Rahmen hab ich mir erspart. Ich habe das über dem Rahmen liegende, durchgängige Gewichtsblech auf den Rahmen aufgeklebt. Damit wird es auch stabil.

Gruß Frank
 
(...) Das Fahrgestell ist ja vom Güterwagen übernommen und hat viel zu kurze Blattfedern. Da ist der Kompromiss mit den gleich großen Abteilen, der Kleinere. (...)

Stimmt, die Blattfedern sind zu kurz, aber die Konklusion, dagegen sei der Kompromiß gleichgroßer Abteile der kleinere, kann ich so nicht teilen. Worin besteht denn das Markante an dem BCi im Vergleich zu den Ci? Eben in der abweichenden Fensteranordnung. Wenn ich die Mühe dieses aufwendigen Puzzles scheue, kann ich es doch ganz sein lassen. Außerdem: Wohin blickt der Betrachter des fertigen Modells zuerst? Auf die Blattfedern? Wohl kaum, zumal sie im einheitlichen Schwarz des Fahrwerks untergehen und oft genug von Bahnsteigen oder in den frühen Epochen von Zäunen zwischen den Geleisen verdeckt sind.

Nicht zuletzt habe ich durch die D-Zug-Wagenbauten derart viele Fahrgestelle übrig, die kann ich nicht alle wegwerfen. Im Wagenwerk Kleinklöten setzt man, Blatt hin, Feder her, auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung!

Fahrwerksteile von dreiachsigen Abteilwagen sollten sich auch anpassen lassen. (...)

Das liegt nahe, hat aber auch seine Tücken. Denn die Unterkanten der Langträger sind nicht "sauber". Dort hatte man bei BTTB die erste Stufe unterhalb der Abteiltüren gleich mit angespritzt und Tante Tillig hat es bis heute so beibehalten. Diese Tritte stören nicht nur beim zugehörigen Packwagen, bei dem dasselbe Chassis verbaut ist, sondern sind auch hinderlich für eine Umnutzung. Man kann sie in mühsamer Kleinarbeit entfernen, aber es bleiben immer Spuren davon zurück, da kann man sich noch so sehr vorsehen.

(...) Die Verschachtelung im Rahmen hab ich mir erspart. Ich habe das über dem Rahmen liegende, durchgängige Gewichtsblech auf den Rahmen aufgeklebt. Damit wird es auch stabil. (...)

Das Blech wird auch bei meinem Umbau als Wagenboden dienen, aber erst später aufgeklebt. Ich arbeite lieber zunächst an einzelnen Hauptbaugruppen, hier etwa der Inneneinrichtung. Das reduziert die Gefahr von Beschädigungen fertiger Teile. Bei der Verschachtelung ging es, wie gesagt, um Stabilität für den Weiterbau, aber auch um den Erhalt einer ordentlichen Ansicht der Bremsanlage.

Und damit verabschiede ich mich in die nächste Großbommelner Bastelnacht. Die hiesigen Fotomotive müssen schließlich auch irgendwann hergestellt werden. :)
 
Nüscht für unjut, Per, doch diesbezüglich hege ich ernste Zweifel, denn:

1. ist eine spitzwinklige Laschenverbindung herzustellen weitaus aufwendiger als eine rechtwinklige, zumal frei Hand in diesem Maßstab und bei diesem Werkstoff.

2. Weicht ein Winkel auch nur ein My ab, paßt das Pendant nicht oder knickt das Fahrwerk in der Draufsicht ab. In der Folge sitzen die Achsen nicht parallel und der Wagen kurvt anstatt geradeaus zu rollen, was wiederum im Gleis den Rollwiderstand erhöht.

3. Es wäre doch höchst absonderlich, einen in 3D vorhandenen Anriß – nämlich die gravierte Bretterstruktur auf der Unterseite des Fahrgestells – nicht für die Bearbeitung und präzise Ausrichtung zu nutzen. Bequemer geht's nun wahrlich nicht.

4. Bei Pythagoras: Die rechtwinklige Form ergibt längere Stoßkanten als die V-Form und insofern die höhere Festigkeit der Klebeverbindung.

5. Mit einer V-Form hätte ich die Bremsanlage unterm Wagenboden schwerlich erhalten können.
 
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