• Hallo TT-Modellbahner, schön, dass du zu uns gefunden hast.
    Um alle Funktionen nutzen zu können, empfehlen wir dir, dich anzumelden. Denn vieles, was das Board zu bieten hat, ist ausschließlich angemeldeten Nutzern vorbehalten. Du benötigst nur eine gültige E-Mail-Adresse und schon kannst du dich registrieren.
    Deine Mailadresse wird für nichts Anderes verwendet als zur Kommunikation zwischen uns.
    Die Crew des TT-Boardes

Parkbank - Bestimmung, Maße (und später Entwurf und Druck)

Tomek

Foriker
Beiträge
90
Reaktionen
859
Ort
Magdeburg
Mich hat mal wieder ein Kleinteil gepackt, das ich als 3D-Druck umsetzen möchte ...

In Halle (Saale) und wohl an anderen Orten in der DDR waren Parkbänke aus Beton-Seitenteilen und einem dazwischen gesetzten Gestell aus Holzlatten für Sitzfläche und Rückenlehne verbreitet. Die älteren Exemplare hatte noch den Holzeinsatz in der Armlehne. Ich meine, bei späteren Exemplaren wurde darauf verzichtet.
Nachweisen konnte ich sie für die 1970er Jahre in Fotos vom
  • Spielplatz zwischen Ernst-Toller-Straße/Interhotel (heute ein Parkplatz),
  • Pestalozzipark (Sandkasten mit Keramikrohren, heute wohl die Skaterbahn) und am
  • Hansaring (zwischen Fahne und Leipziger Straße, hier im Foto).

IMG-20240310-WA0012.jpg

Der "Rundgang" mit Street-View zeigt - da wurden ersetzt, vermutlich weil das Holz verrottete. Vielleicht existieren an etwas vergessenen Parks, Spielplätzen oder auf Friedhöfen noch Exemplare.

Nun die Frage und Bitte an euch - weiß jemand von noch existierenden Exemplaren und hat vielleicht auch die Möglichkeit Maße zu nehmen? Gibt es eine Norm oder ein Daten- oder Katalogblatt?
 
Du hast recht @mcpilot - die Rekonstruktion aus üblichen Maßen für Sitzmöbel und den wahrscheinlichen Maßen der Gehwegplatten im Bild sollte einen hinreichend genauen Anhaltspunkt liefern. Ich habe im Moment noch etwas Hoffnung, dass irgendwo ein paar der Betonteile überdauert haben, um etwas exakter zu sein.
 
Moin, lang ist es her.

Vom Stadtarchiv Halle (Saale) hatte ich im April 2024 dankenswerterweise ein paar Bilder der gesuchten Bänke bekommen. So kamen der Brunnen im Pestalozzipark, die Schulsternwarte Kanena und Kleinschmieden als ehemalige Fundpunkte hinzu.

Bei Kleinschmieden steht nun das erweiterte Rolltreppenkaufhaus auf dem Platz, die Sternwarte hat neue Bänke und auch am Brunnen hatten die Bänke gewechselt.

Das Bild vom Brunnen im Pestalozzipark half mir durch seine Perspektive nach einer Runde mit Messgerät allerdings die Relation zur Umgebung zu bestimmen, hier die beiden relevanten Ausschnitte:

Stadtarchiv_BK 20604_Pestalozzipark_cutA.jpgStadtarchiv_BK 20604_Pestalozzipark_cutB.jpg

Die Bänke haben gewechselt aber die Steine im Hintergrund sind noch vorhanden.

20260102_102221_cut.jpg20260102_102624_cut.jpg20260102_103501_cut.jpg

Die Maße für die langen Steine (mit 70cm x 25cm) und 35cm x 35cm für die kurzen waren doch etwas unerwartet. Die Platten auf dem Boden entsprachen auch nicht meinen Vermutungen.

20260102_102713_cut.jpg

Ich bin doch ganz froh, mich endlich zum Messen auf den Weg gemacht zu haben. Ich bin nicht sicher, ob die Umgebung nach der Sanierung des Brunnens so verbleiben wird.

Nach der 2. Iteration sieht der Entwurf schon ganz brauchbar aus, auch wenn ich die Vermessung eines Originals vorgezogen hätte. Das die Löcher trotz ihrer Form nach den Fotos eben genau nicht in einer Flucht sind, hat mich in meinem Empfinden erheblich gestört.

Den unteren Teil oder besser das Fundament habe ich nach einiger Überlegung weggelassen. Auch wenn in den Bildern die Fundamentkante teilweise sichtbar war, dürfte ein Fundament für die Verwendung des Modells lästig zu sein.

2026-01-04 19_38_49-_ 1_100_Parkbank_002_cut.jpg2026-01-04 19_38_07-1_100_Parkbank_002 _ 1_cut.jpg

Wäre der Abend des heutigen Tages anders gelaufen, wüsste ich inzwischen auch, ob die sich so drucken lassen, so verschiebe ich das auf einen späteren Zeitpunkt.
 
Genau diese Bänke standen bei uns im Park herum. Am Spielplatz auf dem Weg zur Schule usw... natürlich in Halle.
Bürgerpark Seebenerstraße und rings um die Burg Giebichenstein, im Amtsgarten aber auch an der Saale.
Sehr schön, brauche ich unbedingt später mal.
 
Parkbänke aus Beton waren in der DDR keineswegs so einheitlich, wie man zunächst vermuten sollte. Häufig wurden die Betonteile im Rahmen der verpflichtenden Konsumgüterproduktion von regionalen Betonfabriken nach eigenen Formen gegossen. Im Betonwerk Arnstadt wurden Bänke ohne seitliche Armstützen für Parks und ohne Rückenlehnen für Wanderwege hergestellt, deren Form eher an die Gartenbank der Firma Rebmann-Beton erinnerte. Ähnliche Formen gab es überall in der Republik.
Im Betonwerk Arnstadt konnte man die Betonteile sogar mit Signatur erhalten. In dem Fall ritzten die Betonwerker in den noch nicht festen Beton Buchstaben ein. In meinem Heimatort war das dann ein PL für Plaue. So sollten Diebstähle der Betonteile vom Bauhof der Stadt verhindert werden.
 
Zurück
Oben