Die Digitalzentrale bietet Bausätze für Hechtwagen an und ich habe mir den C4ü zugelegt. Der Bausatz besteht aus Ätzplatinen für Fahrwerk, Inneneinrichtung, Stirnwände und Anbauteile sowie Seitenwänden und Dach aus Kunststoff; Drehgestelle (BTTB) sowie Radsätze liegen ebenfalls bei. Alle Teile sind passgenau und lassen sich super verarbeiten; die Bauanleitung ist präzise und gut bebildert. Die Umwandlung der Ätzteile von 2D in 3D und der anschließende Zusammenbau machten Spaß und ergeben ein schönes Modell als Ergänzung z.B. zu Tilligs Eilzugwagen, Oberlicht-Schnellzugwagen oder zu Saxonias Sachsen.
Ich bin aber an einigen Stellen von der Anleitung abgewichen, habe ein paar Details ergänzt und möchte meine Erfahrungen teilen als Anregung und Hilfestellung, vielleicht findet es ja Jemand nützlich. Folgendes betrifft den Bausatz des C4ü; inwieweit Alles auf den ebenfalls angebotenen A4ü zutrifft, kann ich nicht sagen.
Pufferbohle
Beim Bausatz ist keine Pufferbohle vorgesehen, lediglich Halterungen für die Puffer. Ich habe aus übriggebliebenen Halterungen diverser Ätzbausätze passende Stücke zurechtgeschnitten. Ein etwas längeres Stück wurde beidseitig hinter die Pufferhalter gesetzt, die Löcher für die Puffer durchbohrt, und ein Passstück dazwischengesetzt, quasi zum Auffüllen. Zudem habe ich Pufferplatten hinter die Puffer gesetzt, die aus anderen Bausätzen übrig waren; ansonsten gibt’s die auch als Zurüstteile von verschiedenen Anbietern.

Gewichte
Beim probeweisen Zusammensetzen kam mir der Wagen, nach meiner Einschätzung, als unnötig schwer vor und daher habe ich die Gewichte weggelassen. Damit entfielen allerdings auch die Gewinde zum Verschrauben des Daches, stattdessen habe ich M2 Messingmuttern an den entsprechenden Stellen auf der Bodenplatte verlötet.
Inneneinrichtung
Die Inneneinrichtung verdeckt, wenn montiert wie vorgegeben, die Gewinde bzw. die Mutter zur Gehäusebefestigung. Ich habe die Klowände an den Abteilen getrennt und mit einsetzten Passstücken aus Restmaterial ca. 1,5 mm weiter Richtung Stirnwand versetzt. Damit liegen auch die Schrauben verdeckt im Klo.
Die fehlenden Sitze im Bereich der weggelassenen Gewichte habe ich aus zugeschnittenen Plastikstücken ergänzt.

Inneneinrichtung, wie original vorgesehen, mit Verdeckung der Mutter zur Dachbefestigung und der Bohrung für den Drehzapfen (unter der Trennwand zwischen erstem und zweitem Abteil)

Inneneinrichtung, nach Anpassung, mit jetzt frei liegender M2-Messingmutter zur Dachbefestigung
Drehgestelle und Kupplungskulisse
Die Drehgestelle werden mit Rastzapfen befestigt, wie früher bei BTTB üblich. Aufgrund des dünnen Wagenbodens sitzen diese recht locker und die Drehgestelle „schlackerten“ mir zu sehr. Ich habe die Rastzapfen daher im Boden eingeklebt.
Am besten ist es, die Drehgestellzapfen vor der Montage der Inneneinrichtung einzusetzen. Die Lötpunkte sind weit genug weg vom Drehzapfen, dennoch ist etwas Vorsicht geboten – oder die Inneneinrichtung einkleben statt einlöten. Man kann die Drehgestellzapfen auch nach Montage der Inneneinrichtung einsetzen, ist aber etwas fummelig.
Zumindest bei meinem Bausatz erwiesen sich die beiliegenden Distanzstücke für die Drehgestelle als minimal zu dünn; bei den ersten Probefahrten klemmten die Drehgestelle mitunter am Langträger. Ich habe daher aus 0,5 mm Plastik einen zusätzlichen Zwischenboden eingefügt.

Eingesetzter Zwischenboden (0,5 mm stark) auf den Distanzstücken, der Ausschnitt um den Drehzapfen ist notwendig wegen der Abstandshalter in der Mitte des Drehgestells, die Streifen soll(t)en zur besseren Montage der PeHo-Kulissen dienen

Montiertes Drehgestell mit Abstandshaltern und zusätzlichem Boden
Allerdings lagen die PeHo-Kulissen trotz des Zwischenbodens recht tief im Rahmen und der Normschacht saß ziemlich am Ende der Halterung, sozusagen am langen Hebel. Damit neigen die Kulissen mitunter zum „Kippeln“ und Klemmen, was auf Weichen und engen Bögen zu Entgleisungen führte. Abhilfe bringt eine weitere 1,5 mm starke Konsole, damit liegt die Kulisse auf einer Flucht mit dem unteren Rahmenrand, der Normschacht sitzt am kurzen Hebel und Alles läuft geschmeidig.

Wagenende mit eingesetzter Kulissenkonsole


Vergleich der Position des Normschachts vor (links) und nach (rechts) Einsetzen der Kulissenkonsole – die Positionierung des Normschacht am kürzeren Hebel ist deutlich betriebssicherer bei langen Wagen und damit verbundenem stärkeren Ausschwenken.
Mit den beschriebenen Modifizierungen an Drehgestellbefestigung und Kupplungsmontage läuft der Wagen zuverlässig und hat inzwischen schon mehrere Modellkilometer absolviert.
Seitenwände
Die Notausstiegs-Griffe am unteren Bereich der Fenster sind bei EP2-Wagen nötig; bei EP3-Wagen bin ich mir nicht sicher… Ich habe zwar nicht sonderlich viele Vorbildfotos von Hechtwagen im Netz, Büchern oder Zeitschriften aus der (späteren) EP3 bzw. von erhaltenen Exemplaren gefunden, aber da waren diese Griffe nicht mehr vorhanden. Vielleicht kann hier ja Jemand weiterhelfen und weiß mehr…
Da mein Modell im Zustand der EP3 sein soll, habe ich mir den Aufwand gespart und die Fenstergriffe nicht montiert. Konsequenterweise müsste man auch die Griffe am Längsträger entfernen, ich habe diese aber drangelassen (ich mag dieses Detail…).
In der Anleitung steht schon geschrieben, die angespritzten Zuglaufschilder dünner zu schleifen. Ich habe sie komplett entfernt und fehlende Nieten durch 0,3 mm Bohrungen und Durchstecken von 0,3 mm Drahtstücken imitiert.
Fensterklappen
Ich habe die durchgeätzten Fensterklappen verwendet und diese auf der Abteilseite mit Sekundenkleber im Wagenkasten eingeklebt (entgegen der Anleitung…) und dann Alles zusammen lackiert.
Auf den Fenstern habe ich im oberen Bereich weiße, 1mm breite Decalstreifen aufgeklebt. Die Fenster wurden erst nach Beschriftung und abschließendem Überzug mit Klarlack endgültig eingesetzt.

Probeweiser Einsatz eines Fensters (erstes Abteil links) und vorbereitete Fenster
Zurüstung der Stirnseiten
Aufstiegsleitern und Griffstangen für die Stirnseiten sind als zusammenhängendes Teil geätzt. Es ist wahrscheinlich mein Unvermögen, aber mir sind alle vier Teile beim Auflöten der Trittstufen zerfallen. Letztendlich lagen Aufstiege und Griffe als separate Teile vor. Aber ich denke, so ist die Montage insgesamt einfacher.
Ich habe die Griffstangen der Stirnseiten aus 0,3 mm Stahldraht neu gebogen mit den Ätzteilen als Vorlage um runde Griffe zu haben. Ist aber Geschmackssache, die Ätzteile funktionieren genauso gut.

Unterboden
Bis auf den Batteriekasten ist der Unterboden nicht gestaltet, ich wollte aber in der Seitenansicht erkennbare Bremszylinder und Luftbehälter darstellen. Zeichnungen standen mir nicht zur Verfügung und auf Fotos ist die Anordnung nicht eindeutig zu erkennen. Als Vorbildstudie diente letztendlich ein C4ü 26, der im ehemaligen Bahnhof Ebrach auf einem Gleisrest abgestellt ist und als Restaurant dient. Ich unterstelle einfach mal, dass zwischen C4ü23 und C4ü26 im Bereich Fahrwerk und Unterboden nicht viele Unterschiede bestanden.
Das Bodenstück entstand aus Plastik mit „Bretterfugen“ (Evergreen 4050 V-Groove) als Basis, aus diversen Resten und Draht entstanden Bremszylinder, Luftbehälter und Bremsgestänge.

Probeweiser Einsatz des Unterbodens vor der Lackierung.


Und fertig… Ich hätte vielleicht noch ein paar Gardinen einsetzen sollen…
Wer will, kann auch noch Beleuchtung einbauen und Fahrgäste platzieren. Hab ich erstmal nicht gemacht, wäre aber nachträglich noch möglich, da das Dach geschraubt ist und somit Alles zugänglich bleibt.
Vielen Dank an die Digitalzentrale für den Bausatz!
Jens
Ich bin aber an einigen Stellen von der Anleitung abgewichen, habe ein paar Details ergänzt und möchte meine Erfahrungen teilen als Anregung und Hilfestellung, vielleicht findet es ja Jemand nützlich. Folgendes betrifft den Bausatz des C4ü; inwieweit Alles auf den ebenfalls angebotenen A4ü zutrifft, kann ich nicht sagen.
Pufferbohle
Beim Bausatz ist keine Pufferbohle vorgesehen, lediglich Halterungen für die Puffer. Ich habe aus übriggebliebenen Halterungen diverser Ätzbausätze passende Stücke zurechtgeschnitten. Ein etwas längeres Stück wurde beidseitig hinter die Pufferhalter gesetzt, die Löcher für die Puffer durchbohrt, und ein Passstück dazwischengesetzt, quasi zum Auffüllen. Zudem habe ich Pufferplatten hinter die Puffer gesetzt, die aus anderen Bausätzen übrig waren; ansonsten gibt’s die auch als Zurüstteile von verschiedenen Anbietern.

Gewichte
Beim probeweisen Zusammensetzen kam mir der Wagen, nach meiner Einschätzung, als unnötig schwer vor und daher habe ich die Gewichte weggelassen. Damit entfielen allerdings auch die Gewinde zum Verschrauben des Daches, stattdessen habe ich M2 Messingmuttern an den entsprechenden Stellen auf der Bodenplatte verlötet.
Inneneinrichtung
Die Inneneinrichtung verdeckt, wenn montiert wie vorgegeben, die Gewinde bzw. die Mutter zur Gehäusebefestigung. Ich habe die Klowände an den Abteilen getrennt und mit einsetzten Passstücken aus Restmaterial ca. 1,5 mm weiter Richtung Stirnwand versetzt. Damit liegen auch die Schrauben verdeckt im Klo.
Die fehlenden Sitze im Bereich der weggelassenen Gewichte habe ich aus zugeschnittenen Plastikstücken ergänzt.

Inneneinrichtung, wie original vorgesehen, mit Verdeckung der Mutter zur Dachbefestigung und der Bohrung für den Drehzapfen (unter der Trennwand zwischen erstem und zweitem Abteil)

Inneneinrichtung, nach Anpassung, mit jetzt frei liegender M2-Messingmutter zur Dachbefestigung
Drehgestelle und Kupplungskulisse
Die Drehgestelle werden mit Rastzapfen befestigt, wie früher bei BTTB üblich. Aufgrund des dünnen Wagenbodens sitzen diese recht locker und die Drehgestelle „schlackerten“ mir zu sehr. Ich habe die Rastzapfen daher im Boden eingeklebt.
Am besten ist es, die Drehgestellzapfen vor der Montage der Inneneinrichtung einzusetzen. Die Lötpunkte sind weit genug weg vom Drehzapfen, dennoch ist etwas Vorsicht geboten – oder die Inneneinrichtung einkleben statt einlöten. Man kann die Drehgestellzapfen auch nach Montage der Inneneinrichtung einsetzen, ist aber etwas fummelig.
Zumindest bei meinem Bausatz erwiesen sich die beiliegenden Distanzstücke für die Drehgestelle als minimal zu dünn; bei den ersten Probefahrten klemmten die Drehgestelle mitunter am Langträger. Ich habe daher aus 0,5 mm Plastik einen zusätzlichen Zwischenboden eingefügt.

Eingesetzter Zwischenboden (0,5 mm stark) auf den Distanzstücken, der Ausschnitt um den Drehzapfen ist notwendig wegen der Abstandshalter in der Mitte des Drehgestells, die Streifen soll(t)en zur besseren Montage der PeHo-Kulissen dienen

Montiertes Drehgestell mit Abstandshaltern und zusätzlichem Boden
Allerdings lagen die PeHo-Kulissen trotz des Zwischenbodens recht tief im Rahmen und der Normschacht saß ziemlich am Ende der Halterung, sozusagen am langen Hebel. Damit neigen die Kulissen mitunter zum „Kippeln“ und Klemmen, was auf Weichen und engen Bögen zu Entgleisungen führte. Abhilfe bringt eine weitere 1,5 mm starke Konsole, damit liegt die Kulisse auf einer Flucht mit dem unteren Rahmenrand, der Normschacht sitzt am kurzen Hebel und Alles läuft geschmeidig.

Wagenende mit eingesetzter Kulissenkonsole


Vergleich der Position des Normschachts vor (links) und nach (rechts) Einsetzen der Kulissenkonsole – die Positionierung des Normschacht am kürzeren Hebel ist deutlich betriebssicherer bei langen Wagen und damit verbundenem stärkeren Ausschwenken.
Mit den beschriebenen Modifizierungen an Drehgestellbefestigung und Kupplungsmontage läuft der Wagen zuverlässig und hat inzwischen schon mehrere Modellkilometer absolviert.
Seitenwände
Die Notausstiegs-Griffe am unteren Bereich der Fenster sind bei EP2-Wagen nötig; bei EP3-Wagen bin ich mir nicht sicher… Ich habe zwar nicht sonderlich viele Vorbildfotos von Hechtwagen im Netz, Büchern oder Zeitschriften aus der (späteren) EP3 bzw. von erhaltenen Exemplaren gefunden, aber da waren diese Griffe nicht mehr vorhanden. Vielleicht kann hier ja Jemand weiterhelfen und weiß mehr…
Da mein Modell im Zustand der EP3 sein soll, habe ich mir den Aufwand gespart und die Fenstergriffe nicht montiert. Konsequenterweise müsste man auch die Griffe am Längsträger entfernen, ich habe diese aber drangelassen (ich mag dieses Detail…).
In der Anleitung steht schon geschrieben, die angespritzten Zuglaufschilder dünner zu schleifen. Ich habe sie komplett entfernt und fehlende Nieten durch 0,3 mm Bohrungen und Durchstecken von 0,3 mm Drahtstücken imitiert.
Fensterklappen
Ich habe die durchgeätzten Fensterklappen verwendet und diese auf der Abteilseite mit Sekundenkleber im Wagenkasten eingeklebt (entgegen der Anleitung…) und dann Alles zusammen lackiert.
Auf den Fenstern habe ich im oberen Bereich weiße, 1mm breite Decalstreifen aufgeklebt. Die Fenster wurden erst nach Beschriftung und abschließendem Überzug mit Klarlack endgültig eingesetzt.

Probeweiser Einsatz eines Fensters (erstes Abteil links) und vorbereitete Fenster
Zurüstung der Stirnseiten
Aufstiegsleitern und Griffstangen für die Stirnseiten sind als zusammenhängendes Teil geätzt. Es ist wahrscheinlich mein Unvermögen, aber mir sind alle vier Teile beim Auflöten der Trittstufen zerfallen. Letztendlich lagen Aufstiege und Griffe als separate Teile vor. Aber ich denke, so ist die Montage insgesamt einfacher.
Ich habe die Griffstangen der Stirnseiten aus 0,3 mm Stahldraht neu gebogen mit den Ätzteilen als Vorlage um runde Griffe zu haben. Ist aber Geschmackssache, die Ätzteile funktionieren genauso gut.

Unterboden
Bis auf den Batteriekasten ist der Unterboden nicht gestaltet, ich wollte aber in der Seitenansicht erkennbare Bremszylinder und Luftbehälter darstellen. Zeichnungen standen mir nicht zur Verfügung und auf Fotos ist die Anordnung nicht eindeutig zu erkennen. Als Vorbildstudie diente letztendlich ein C4ü 26, der im ehemaligen Bahnhof Ebrach auf einem Gleisrest abgestellt ist und als Restaurant dient. Ich unterstelle einfach mal, dass zwischen C4ü23 und C4ü26 im Bereich Fahrwerk und Unterboden nicht viele Unterschiede bestanden.
Das Bodenstück entstand aus Plastik mit „Bretterfugen“ (Evergreen 4050 V-Groove) als Basis, aus diversen Resten und Draht entstanden Bremszylinder, Luftbehälter und Bremsgestänge.

Probeweiser Einsatz des Unterbodens vor der Lackierung.


Und fertig… Ich hätte vielleicht noch ein paar Gardinen einsetzen sollen…
Wer will, kann auch noch Beleuchtung einbauen und Fahrgäste platzieren. Hab ich erstmal nicht gemacht, wäre aber nachträglich noch möglich, da das Dach geschraubt ist und somit Alles zugänglich bleibt.
Vielen Dank an die Digitalzentrale für den Bausatz!
Jens
