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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Angelrodaer Viadukt - eine Brücke die keiner haben wollte


Harka
04.8.12, 21:04
Als die Arnstädter mit der Bahnstrecke Neudietendorf–Arnstadt ihre Bahn erhielten, wurde auch in Ilmenau der Ruf nach der Eisenbahn immer lauter. Die Bestrebungen scheiterten vorerst am politisch zersplitterten Gelände. So hatten zahlreiche verschiedene Fürstentümer Landesteile im Gebiet zwischen Ilmenau und Arnstadt. Sie wollten der Wirtschaft in ihren Hauptstädten entlang der Querbahn keine weitere Konkurrenz schaffen. Auf der anderen Seite standen die Verkehrsplaner, die bereits weitere Pläne schmiedeten, so z. B. eine Verbindung Ilmenau–Suhl, die zur Strecke Berlin–Stuttgart gehört hätte, sowie eine Verbindung Ilmenau–Saalfeld. Insbesondere Preußen drängte auf eine Anbindung Suhls an das nördliche thüringer Vorland und der Schaffung eines leistungsfähigen Zugangs zur in Suhl befindlichen Waffenindustrie. Ein von den Projektanten bereits in der frühen Planungsphase vorgesehener späterer Weiterbau der Strecke über Stützerbach nach Suhl kam nicht zur Ausführung, da keine Einigung zwischen den berührten Ländern zustande kam und die Baukosten zu hoch ausfielen. Bei dieser Variante wäre der Kamm des Thüringer Waldes mit einem ca. 2000 m langen Tunnel im Bereich der Schmücke/Großer Finsterberg unterquert worden.

Als 1876 die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft die Strecke von Arnstadt bis Ilmenau weiterführen wollte, mussten schwierige Verhandlungen mit den verschiedenen Staatsvertretern geführt werden. Der größte Widerstand kam dabei von Ernst II., dem Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha. Der Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft war bekannt, dass der Herzog gerne in Elgersburg verweilte und man wollte ihm mit einem ursprünglich dem Tal der Zahmen Gera folgenden Streckenführung entgegen kommen und über Gera, Arlesberg (die Orte fusionierten zu Geraberg) Elgersburg erreichen. Diese Planung scheiterte am anfänglichen Widerstand des Herzogs, der eine eigene Strecke von Ohrdruf nach Elgersburg bauen wollte, welche nur über sein Hoheitsgebiet verlaufen würde, und auch wegen Protesten Geschwendaer Bürger gegen die Bahn. Die Bürger befürchteten, dass ständige Kesselexplosionen das Land verwüsten, der Rauch der Loks die Luft verpesten, das Gras bitter machen und die Kühe beim Anblick der Ungetüme nur noch sauere Milch geben würden - ein gängiges Vorurteil in der damaligen Zeit mit dem sich z.B. auch Georg Stephenson schon in England herumschlagen musste. Die in Folge dessen geplante komplette Trassierung im Reichenbachtal über Martinroda wurde dort sehr begrüßt und Martinroda stellte kostenlos jede gewünschte Trasse zur Verfügung. Diese Streckenführung scheiterte aber am nun neuerlichen Veto des Gothaer Herzogs. Da seine Wunschstrecke von Ohrdruf nach Elgersburg sich als viel zu teuer herausstellte, musste er dieses Vorhaben aufgeben und bedurfte nun eines Bahnhofs in Elgersburg an der Strecke Arnstadt-Ilmenau. Seine Zustimmung wurde aber auch gebraucht, da man sein Hoheitsgebiet im Abschnitt Arnstadt-Plaue befahren musste. Die alleinige Trassierung im Reichenbachtal hätte Elgersburg aber nicht mehr berührt, wäre aber dafür um vieles billiger gewesen. Jedoch war man von der Zustimmung des Herzogs abhängig und erfüllte deshalb seinen Wunsch auf einen großen und repräsentativen Bahnhof in Elgersburg, in dem zusätzliche Gleise für die Bereitstellung seiner Sonderzüge permanent zur Verfügung stehen mussten. Die nun erforderliche Trassierung mit den aufwändigen und teuren Kunstbauten in Angelroda wurde nun nötig, um doch noch die Zusicherung gegenüber Martinroda erfüllen zu können, auch wenn der Bahnhof von Martinroda nun nicht mehr im Ort sondern 2 km entfernt davon gebaut werden musste. Martinroda und Geraberg (damals noch Gera genannt) stellten aber wie zugesagt alle Grundstücke der Trasse faktisch kostenlose bereit. Durch die neue Trassierung erhielt Geraberg nun wieder einen Bahnhof. Dieser ist zwar nur ca. 1,1 km Luftlinie vom Bahnhof in Elgersburg entfernt, mit ihm auch durch eine direkte 1,1 km lange Straße verbunden, bahntechnisch war die Verbindung aber schwierig, ist 1,7 km lang und mit einem tiefen Felseinschnitt versehen. In Angelroda war man von dem geplanten 26 m hohem Damm alles andere als begeistert, da man befürchtete nun weniger von der "guten Luft", welche in Fallwinden vom Thüringer Wald herunter kam, abbekommen würde. Man wollte deshalb eine möglichst ortsferne Brücke. Diese hätte das auf nunmehr 4.140.000 M veranschlagte Projekt um weitere 27.000 M teurer gemacht, Mittel, welche die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft zugunsten der Angelrodaer Waldbauern nicht aufbringen wollte. Das kleine Dorf Angelroda besaß selber nicht die nötigen finanziellen Mittel für die Verlegung der Strecke, welche dem Erbauer doch nur einen Bruchteil der Kosten verursacht hätte, die allein für die Sonderwünsche des Gothaer Herzogs ausgegeben wurden.

Das Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt stellte auch Forderungen. Es wollte unbedingt eine Weiterführung der Strecke nach Gehren und weiter nach Schwarzburg, Rudolstadt und Saalfeld. Dort hätte Anschluss an die 1871 eröffnete Strecke Gera-Saalfeld-Eichicht bestanden. Die Baugenehmigung für die Strecke Arnstadt-Ilmenau wurde deshalb nur unter der Maßgabe erteilt, dass binnen 10 Jahren diese Anschlussstrecke zu bauen ist und die gesamte Trasse als zweispurige Hauptstrecke zumindest vorgerüstet wird. Diese Forderung führte dazu, dass alle Viadukte, Bergeinschnitte und Brücken deutlich größer gebaut werden mussten, als es ursprünglich geplant war. Alle Steinbrücken und auch der 825 m lange und bis zu 8,5 m hohe Damm hinter Plaue in Richtung Ilmenau quer durch das Tal der Zahmen Gera (in Plaue wird das Tal 'Sand' genannt) wurden für die spätere Verlegung eines zweiten Gleises dimensioniert, bei den Stahlbrücken wie dem Viadukt über Angelroda wurden aber nur die steinernen Widerlager für zwei Gleise ausgelegt, die stählernen Brücken und Pfeiler hingegen nur eingleisig ausgeführt. Ein zweigleisiger Ausbau der Strecke erfolgte später nur zwischen Arnstadt und Plaue im Zuge des Baus der Hauptstrecke von Plaue über Oberhof und Suhl nach Würzburg und Stuttgart.

Die geforderte Weiterführung der Strecke von Ilmenau nach Gehren erfolgte am 13. November 1881, der geplante Weiterbau nach Königsee und Saalfeld unterblieb jedoch, auch die zeitweilig geplante Weiterführung nach Stadtilm und Weimar durch das Ilmtal wurde nicht gebaut. Königsee wurde 1899 von Rudolstadt aus mit der Schwarzatalbahn erreicht, der Lückenschluss nach Gehren von nur 8 km durch geologisch leicht zu erschließendes Gelände wurde nie gebaut und dies war mitverantwortlich für die spätere Stilllegung beider Stichstrecken wegen fehlender Rentabilität. Die Strecke nach Gehren wurde jedoch am 2. Dezember 1883 nach Großbreitenbach verlängert. Diese ursprünglich nicht geplante Strecke führte zu dem Kuriosum, dass der Bahnhof in Gehren nun ungeplant zum Kopfbahnhof wurde. Die geplante Weiterführung von Großbreitenbach nach Schönbrunn oder Katzhütte (welches die Schwarzatalbahn am 18. August 1900 von Rudolstadt aus erreichte) unterblieb jedoch. Hier hätte insbesondere der nur 7 km lange Anschluss nach Katzhütte die Rentabilität der Strecke enorm verbessert, aber er unterblieb wegen der schwierigen geologischen Situation auf dieser geplanten Verbindung.

Im Ergebnis der zähen Verhandlungen konnte die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft mit allen vier betroffenen Thüringer Fürstentümern Verträge abschließen. Die Unterzeichnung erfolgt mit Sachsen-Weimar-Eisenach am 16. April 1877, mit Sachsen-Coburg-Gotha und Schwarzburg-Rudolstadt am 6. Juni 1877 und mit Schwarzburg-Sondershausen am 27. Juni 1877. Im Winter 1877/78 begann der Holzeinschlag, der erste Spatenstich erfolgte am 23. April 1878 am Kleinen Spiegelsberg zwischen Roda und Elgersburg. Der Bau war in zwei Abschnitte (Arnstadt-Angelroda und Angelroda-Ilmenau) eingeteilt und er erfolgte zeitgleich in allen Bauabschnitten. Durchschnittlich waren in jedem Abschnitt 300 Arbeiter tätig. Unter ihnen waren sehr viele Arbeiter aus Italien, Kroatien, Polen und Tirol. Der Verdienst betrug im Sommer 3,50 M bis 4,50 M pro Tag, im Winter wegen der kürzeren Tage 2,25 M bis 3,25 M pro Tag. Tagelöhner erhielten 2,25 M pro Tag. Wärend der Bauarbeiten kamen 5 Arbeiter bei Arbeitsunfällen zu Tode, weiterhin gab es 5 Schwer- und 11 Leichtverletzte. Im Wesentlichen wurde die Strecke in Handarbeit erbaut, ab Arnstadt kam eine Feldbahn zum Einsatz.

Die herausragendsten Leistungen waren der bis zu 26 m tiefe Felseinschnitt bei der Zufahrt durch den Berg auf die Brücke in Angelroda und die Erdbewegungen für den 825 m langen und bis zu 8,5 m hohen Damm bei Plaue. Für diesen Damm wurden 90.000 m³ Gestein unterhalb und 150.000 m³ oberhalb der Strecke aus dem Fels gebrochen. Hierbei kam eine Standseilbahn zum Einsatz, welche auf einem zuvor errichtetem und den späteren Bahndamm markierenden Holzgerüst fuhr, von dem aus das Gestein für den Damm heruntergeschüttet wurde. Das Holzgerüst verblieb später im fertigen Damm. Fast auf der gesamten Strecke musste der Boden mit Sprengladungen gelockert werden. Dabei kamen 2.950 kg Dynamit, 8.810 kg Schwarzpulver und 115.000 Zündhütchen in ca. 10.000 Bohrlöchern zum Einsatz.

Die Strecke hat ab Plaue Steigungen von 1:50 bis 1:70 und stellt mit ihre Radien von teilweise nur 300 m eine echte Gebirgsstrecke dar. Die größte Bruchsteinbrücke der Strecke ist die Marienbrücke bei Plaue. Sie überspannt am Kilometer 15,9 die ehemalige B4. Die größte Brücke der Strecke überhaupt ist das in einer Kurve liegende Viadukt in Angelroda. Es ist 26,5 m hoch, 100,4 m lang und besteht aus drei Feldern. Für die Brücke wurden 253 t Stahl verarbeitet. Errichtet wurde sie in einer damals sehr innovativen Methode über Hilfsgerüste als eingeschobene Brücke. Die einzelnen Glieder der Brücke wurden dazu auf den Vorsprüngen des Viadukts montiert und über Seilzüge in Richtung Brückenpfeiler verschoben. Die Lage der gesamten Brücke in einem engen Gleisbogen erschwerte diesen Brückenbau und stellte auch für die Konstrukteure eine Herausforderung dar. Die ursprünglichen stählernen Gitterkonstruktionen der beiden Pfeiler wurden 1905 zur Erhöhung der Tragfähigkeit in Beton eingegossen. Im Gegensatz zu den Stahlpfeilern wurden die nunmehrigen Betonbrückenpfeiler wieder zur Aufnahme eines nie montierten zweiten Gleises ausgelegt. Auf den neuen breiteren Pfeilern wurde parallel zur bisherigen Brücke eine neue trägfähigere Brücke gebaut, die Gleise auf diese verschwenkt und die alte Brücke mit Ausnahme der eingegossenen alten Brückenpfeiler abgebrochen. Es ist nun die östliche Pfeilerseite unbebaut. Die Mauerwerksstruktur der Brückenpfeiler täuscht und hat nur optischen Charakter. Tatsächlich sind die Pfeiler nicht gemauert sondern ein massiver Betonguss.

Am 6. August 1879 konnte die Strecke Arnstadt-Ilmenau eröffnet werden.

In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges wurde die für das Kriegsgeschehen völlig bedeutungslose Brücke zur Sprengung vorbereitet. Beherzte Angelrodaer Bürger, welche völlig zu Recht durch die Sprengung Schäden an ihren zum Teil unmittelbar an der Brücke stehenden Häusern befürchteten, verzögerten aber die Sprengung bis zum Eintreffen amerikanischer Truppen. In der Zeit des Kalten Krieges befürchtete man Sabotageakte durch den Westen auf die Brücke. Deshalb wurde sie von 1950 bis 1958/59 permanent militärisch bewacht.

Zu DDR-Zeiten trug die Strecke die Kursbuchnummer 622.

Im Sommer 1970 erfolgte die Generalüberholung der Strecke. Alle Gleise wurden ausgetauscht und die Strecke häufig in die Mitte des Gleiskörpers verlegt, da ein zweigleisiger Ausbau wirtschaftlich unsinnig geworden war.

Im August 2012 ist nun erneut eine Rekonstruktion der Brücke fällig. Dazu wurde die Strecke bis November stillgelegt und riesige Mobilkräne hoben die Brücke aus ihrer Lagerung. Sie wird nun ca. 1 km entfernt auf einem Parkplatz rekonstruiert, verstärkt und im November wieder aufgesetzt.

Ich habe dazu mal ein paar Bilder gemacht.

Bild 1: der bis zu 26 m tiefe Einschnitt in Richtung Martinroda
Bild 2: Blick Richtung Martinroda
Bild 3: Blick auf die Pfeiler ohne die Brücke
Bild 4: Detail der Brücke
Bild 5: Blick von oben auf die seltsamerweise treppenförmigen Abstützungen zu den Bahndämmen (gibt es das sonst noch irgendwo?)

PS: Die angeführten Quellen beziehen sich zumeist auf Stefan Wespas Buch: 125 Jahre Eisenbahn in Ilmenau

Harka
04.8.12, 21:10
Bild 1 & 2: die abgebissene Strecke Richtung Martinroda
Bild 3: Riesenmobilkran unter dem dritten Brückensegment
Bild 4: Blick auf die Mittelpfeiler
Bild 5: Blick auf die Mittelpfeiler und die stufenförmige Hangabstützung

PS: Die scheinbar perfekt gemauerten Pfeiler sind massive Betongußblöcke

Harka
04.8.12, 21:12
Details der auf einem Parkplatz zur Restaurierung abgelegten Brücke

Harka
04.8.12, 21:15
und auch wenn es keiner glaubt: Ich habe weder ein Verbotsschild noch sonst eine Absperrung für diese Bilder ignoriert

Harka
04.8.12, 21:17
weitere Details der Brücke und der Technik

Von dem 500-t-Kran Liebherr LTM 1500 8.1 gibt es angeblich nur sechs Stück in Deutschland und ich werde nie begreifen, wie das Monster dort hin gekommen ist

Harka
04.8.12, 21:19
weitere Bilder vom nördlichen Ende der Brücke

Harka
04.8.12, 21:20
und hier ist erst mal Schluss

Schwarzfahrer
05.8.12, 13:25
Bleibt mir nur Danke zu sagen für diesen sehr interessanten Bericht in Wort und Bild!

Gruß vom Schwarzfahrer!

Tretroller
05.8.12, 17:08
@Harka

vielen Dank für die Bilder und die Informationen ! - da muss ich sofort hin.

Harka
05.8.12, 17:16
Tue es am Wochenende. Da ruht der Bau und alles ist frei zugänglich. Die abgenommene Brücke kann man bestaunen, wenn man den Parkplatz aus dem Wald heraus betritt (auf dem Rückweg von den Kammerlöchern verlaufen?). Von der Straße aus ist sie abgesperrt, zu den zahlreichen Waldwegen hin nicht. Die Angelrodaer und Geraberger haben da aber auch keine Oberlehrermentalität wie man es andernorts immer wieder mal erlebt und lassen einen in Ruhe.

Zum Fotografieren: aus dem Ort heraus ist das Fehlen der Brücke kaum bemerkbar, außer man weiß und dokumentiert, was fehlt. Diese Bilder macht man am Besten vormittags, den Streckeneinschnitt Richtung Martinroda fotografiert man am Besten gegen Mittag, denn dann scheint da die Sonne rein. Ich war am späten Nachmittag dort um in erster Linie talabwärts zu fotografieren.

Torsten
05.8.12, 17:54
Danke für den Bericht.
Das lässt ja hoffen, das Ilmenau weiterhin per Gleis erreichbar sein wird. Wenn man den Kahlschlag im dortigen Bhf. betrachtet, könnte man auch anders denken...

Harka
05.8.12, 18:17
Ilmenau? Das ist doch nur noch ein Haltepunkt ... ohne die Uni wäre die Strecke vermutlich längst tot

Thorsten
05.8.12, 18:25
Immerhin ist wieder etwas Leben im Bahnhof... äh Technologieterminal.

Schöne Bilder vom Viadukt. Da bin ich im vorigen Jahr mal wieder drübergefahren. Drunter durch (mit dem Fahrrad) ist schon etwas länger her.

Thorsten

Frontera
05.8.12, 18:58
Im August 2012 ist nun erneut eine Rekonstruktion der Brücke fällig. Dazu wurde die Strecke bis November stillgelegt und riesige Mobilkräne hoben die Brücke aus ihrer Lagerung. Sie wird nun ca. 1 km entfernt auf einem Parkplatz rekonstruiert, verstärkt und im November wieder aufgesetzt.
Das ist ja mutig. Ein Wunder das die Schrottdiebe noch gar nicht da waren. Bleibt nur zu hoffen, das die nicht auftauchen wenn die Rekonstruktion abgeschlossen ist und die Brücke wieder aufgesetzt werden soll. Wäre dann ärgerlich wenn links und rechts ein paar Meter fehlen ...... :happy:

Harka
05.8.12, 19:05
@Frontera
Den Gebrauch von Mistgabel und Forken haben die Angelrodaer noch nicht verlernt. Das sind echte Waldbauern und sie wissen um die Bedeutung ihrer Brücke. Man kennt sich dort auch und jedes fremde Kennzeichen wird mit Misstrauen verfolgt. Auch zu mir wurden sie erst freundlich, als der Verwandschaftsgrad zur einstigen Postbotin erwiesen war. Zudem liegen die Brückenteile zwar abseits, aber in den dunklen Wäldern gibt es noch jede Menge Jäger, die auf alles feuern, was sich bewegt. Ein waidgerecht erlegter Eisendieb würde dort glatt in den Kammerlöchern verschwinden. Er wäre der erste nicht.

MECler
06.8.12, 9:00
Hallo Harka!

Danke für den Beitrag! Auf den Parkplatzbildern sieht es so aus, als ob neben den Brückenteilen eine mobile Kranbahn liegt. Kannst Du dazu schon was sagen? Danke vorab.

Gruß MECler

Harka
06.8.12, 9:35
Das täuscht. Dort liegen nur die von der Brücke abgenommenen Gleise. Ob sie die wieder drauf legen? Keine Ahnung, aber ich kann mir das nur schwer vorstellen. Andererseits dürften die Holzschwellen eine bessere Schalldämmung haben als Betonschwellen. Schauen wir mal. Ich werde dort jetzt jedenfalls öfters mal vorbeisehen.

Mika
06.8.12, 9:42
Betonschwellen auf Stahlträgerbrücke - ? Aus Gewichtsgründen sehr unwahrscheinlich, schon deshalb, weil die Überbauten seit Jahren schon für Einschränkungen sorg(t)en: Geschwindigkeit, Meterlast, ... Da die Gleise feinsäuberlich halbiert wurden (http://www.tt-board.de/forum/attachment.php?attachmentid=170722&d=1344107632, links liegt nur eine Schiene an den halben Schwellen), ist eigenartig. Lagen auf der Brücke die Schienen nicht auf einer gemeinsamen Schwelle?

Harka
06.8.12, 10:09
Ich habe keine frischen Sägespuren an den Schwellen in Erinnerung. Es wäre auch seltsam, wenn man die Schwellen zersägen würde, dass man dies dann immer exakt an der selben Stelle gemacht hat. Diese Präzision wäre ja dann überflüssig, wenn man die Schwellen eh entsorgen müsste.

Harka
21.10.12, 19:30
Heute gibt es weiter Bilder vom Angelrodaer Viadukt. Irgendwie sieht das alles aber gar nicht so gut aus. An den Pfeilern und Widerlagern kann man deutliche Fortschritte erkennen und auch Änderungen an der bisherigen Konstruktion - nur nach einer Fertigstellung in vier Wochen sieht das so rein gar nicht aus. Schlimmer aber sieht es bei den drei Feldern der Brücke aus. Man sieht sofort, dass der geplante Termin völlig illusorisch ist. An einem der drei Felder haben die Arbeiten noch nicht mal begonnen, die beiden anderen sehen fast noch unbearbeitet aus. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass viele Nietverbindungen inzwischen gesäubert, entrostet und mit einer Grundierung versehen wurden. Auch sind massive Verschraubungen zuerkennen, ohne dass man deren Zweck erkennen kann. Dazu müsste man Gerüste erklimmen und irgendwie bin ich mir sicher, dass dies nicht gerne gesehen wird. Von einer Entrostung und Grundierung der Gitterstruktur ist nichts zu sehen. Den Termin in dieser Woche zum Wiedereinschub der Brückenkonstruktion auf die Pfeiler werden sie auf gar keinen Fall einhalten. Realistisch sieht das eher nach dem kommenden Sommer aus, denn im Winter dürfte es schwer werden in dem schneereichen Gebiet zu arbeiten. Interessant ist, dass man vor Ort dies wohl auch so sieht und nun doch die abgenommenen Gleise für eine Breitspurbahn nutzt. Auf ihr laufen inzwischen errichtete Hallen über nicht ganz zwei der drei Felder der Brücke. Die beweglichen Hallen sind nicht beheizbar, aber sie bieten zumindest vor dem Regen Schutz. Man richtet sich da wohl länger ein.

In den Medien wird mitgeteilt, dass der Zustand der Brücke, welche man vorher für sicher und überdimensioniert hielt, wohl schlechter ist, als angenommen. Auf der Strecke verkehrten zuletzt nur leichte Triebwagen und nun wird angeblich geprüft, ob da je wieder eine schwere Lok mit einem richtigen Zug wird darüber fahren dürfen. Dies hätte natürlich auch Auswirkungen auf den Betrieb der Rennsteigbahn, auf der bisher Triebwagen ja eher nicht verkehren dürfen.

Bild 1 und 2 zeigen die neuen Befestigungen im Felseinschnitt Richtung Ilmenau

Bild 3 und 4 zeigen die Arbeiten an den Brückenpfeilern

Bild 5 - es ist inzwischen Herbst

Harka
21.10.12, 19:32
Bild 1 - die Arbeiten am Brückenpfeiler
Bild 2 - das unbearbeitete Brückensegment
Bild 3 & 4 - die Schienen der errichteten mobilen Halle
Bild 5 - vorher und nachher

Harka
21.10.12, 19:34
Bild 1 - noch einmal vorher und nachher
Bild 2 - vorher im Detail
Bild 3 - die verschiebbare Halle
Bild 4 & 5 - die Hallenkonstruktion und die Baustelle insgesamt. Die Lichtverhältnisse waren leider nicht besonders gut.

BR132glocke
21.10.12, 19:53
Sehr interessanter Beitrag. Wann wollen die Leute denn fertig werden mit der Arbeit? Ich frage nur, da ich diese Jahr mal wieder meine Oma in Stützerbach besucht habe und in den "Genuss" des SEV gekommen bin. Wollte gern nächstes Jahr wieder hin, aber dann schon gern bis Ilmenau mit dem Zug durchfahren.

Harka
21.10.12, 20:09
Ursprünglich war geplant die sanierten Felder der Brücke Ende Oktober 2012 wieder in ihre Lager einzuheben. Davon redet heute niemand mehr. Der Sanierungszustand lässt eher darauf schließen, dass es noch mindestens bis zum Frühling 2013, eher aber bis zum Sommer 2013 dauern wird, bis das passiert. Ein Brückensegment ist komplett unbearbeitet und auch die beiden anderen zeigen nur an den Vernietungen Bearbeitungsspuren. Ein komplettes Entrosten oder gar eine Neulackierung ist nicht mal im Ansatz passiert und dürfte im bevorstehendem Winter auch schwerlich erfolgen. Das Tal, in dem die Brücke jetzt liegt, ist dafür bekannt, dass dort im Winter die Sonne nicht scheint. Dort liegt der Schnee hoch und das bis in den April. Es ist ein sehr kaltes Tal im Winter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da vor Mai wirklich noch mal was passiert mit der Brücke und eine Fertigstellung wird da selbst 2013 fraglich, wenn ich mir ansehe, wie wenig bisher gemacht wurde. Der Termin für die Fertigstellung und Abnahme am 19. November 2012 ist definitiv nicht mehr haltbar. Inzwischen ist der 9. September 2013 im Gespräch und ob der zu halten ist, scheint mir auch noch fraglich.

BR132glocke
22.10.12, 9:11
Wenn die Termine so vernachlässigt werden kann man ja bald davon ausgehen, dass die Strecke eher eingestellt wird, bevor die fertig sind mit bauen.:argh:

Mika
22.10.12, 9:20
Wie wird jetzt eigentlich der Müll des Ilmkreis abtransportiert? Grundsätzlich noch per Bahn oder nicht mehr nach Leuna und nicht mehr auf der Schiene? Wenn noch auf der Schiene, wo erfolgt jetzt die Verladung? Stadtilm, Zwischenlagerung Wümbach/Rehestädt?

Harka
22.10.12, 9:32
Es ging nie um den ganzen Müll des Ilmkreises, nur um den aus Ilmenau und Umgebung. Der wandert jedoch schon länger nicht mehr Richtung Sachsen sondern in die Müllverbrennung nach Suhl (direkt neben der Autobahn). Obwohl die Müllverbrennungsanlage direkt an der Bahnstrecke nach Suhl liegt, hat man dort auf einen Gleisanschluss großzügig verzichtet. Wenn sie den Müll also nicht per Achse über den Rennsteig wuchten, dann wohl mit dem Hubschrauber - wobei, ich will die lieber nicht auf noch dümmere Gedanken bringen.

Wenn die Termine so vernachlässigt werden kann man ja bald davon ausgehen, dass die Strecke eher eingestellt wird, bevor die fertig sind mit bauen.Das wird durchaus diskutiert, jedoch sorgten die Studenten immer für volle Züge. Da war sogar eine Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Richtung Gehren im Gespräch um dort einen Umsteigebahnhof zum ICE zu erhalten, aber da weigerte sich die Bahn auch nur ernsthaft drüber nachzudenken. Vielleicht war das aber auch nur Wahlgedönse einiger Komunalpolitiker, welche in den 1990er Jahren von dieser Möglichkeit der Anbindung Ilmenaus an das ICE-Netz sprachen. Statt dessen riss der Eigentümer, die Rennsteigbahn, lieber gleich mal die Gleise raus, als der Vorschlag in einer frühen Planungsphase gemacht wurde. Die ICE-Trasse führt nicht mal 4 km von der Uni und den Studentenwohnheimen entfernt vorbei. Jetzt wird dort nur ein Überholbahnhof gebaut.

Das derzeitige Problem in Angelroda ist laut Presse, dass die Brücke wohl kaputter ist, als bisher angenommen. Angeblich wird auch ein kompletter Neubau nicht mehr ausgeschlossen, was die geringen bisher durchgeführten Arbeiten und die anders gearteten Wiederlager der Brücke erklären würde. Die Baustelle der Gitterkonstruktion machte jedenfalls einen verlassenen Eindruck. Der Eingang war offen und es gab auch kein "Betreten verboten"-Schild. Als einzige Maschine stand da eine Hubbühne und ansonsten noch zwei Leitern rum.

Harka
24.11.12, 22:59
Heute habe ich mal eine Wanderung gemacht, wo ich noch niemals vorher in meiner Heimatstadt war. Ich bin auf dem kürzesten (800 m langen) Weg vom Schießhäuschen in Plaue (im April 1945 sinnloserweise von US-Truppen zerstört) zum Ripperschen Hölzchen gewandert. Ok, bevor es gar so kryptisch wird, ich bin auf dem Bahndamm hinter Plaue auf der Strecke Arnstadt-Ilmenau gewandert. Da der von Anfang an für zwei Gleise ausgelegt war, aber immer nur eines drauf lag, gibt es rechts und links des Gleiskörpers genug Platz zum Wandern und da eh kein Zug kommen kann, gibt es auch keinen Ärger. Als ordentlicher Bürger hat man sich das aber bisher irgendwie nur nie getraut. Ich hatte von dem hohen Damm völlig neue Ansichten meiner Heimat und Züge fahren da ja nicht mehr, bis in Angelroda das Viadukt wieder steht. Jedoch habe ich nun keine Sorgen mehr, dass die Strecke nach Ilmenau eingestellt werden könnte. Es wird punktuell am Schotterbett gearbeitet und, was noch wichtiger ist, es liegen bereits neue Schienen auf den alten B70-Beton-Schwellen. Im Bereich der Marienbrücke hinter Plaue wurden auch die dort noch vorhandenen letzten Holzschwellen entfernt und durch neue Beton-Schwellen ersetzt. Es geht also wohl weiter. Die alten Schienen liegen zerteilt am Anfang des Dammes oberhalb des Kinderrodelbergs "zwischen den Gleisen" (gemeint ist eine kleine Wiese zwischen den Trassen nach Ilmenau und Suhl, welche sich in Plaue trennen).

Der Termin für die Wiederinbetriebnahme der Strecke wird nun auch wieder optimistischer gesehen. Der Termin vom Herbst 2013 ist vorerst vom Tisch. Jetzt geht man in der lokalen Presse vom 16. Mai 2013 für die Wiedereinsetzung des Angelrodaer Viadukts aus. Hoffentlich klappt das.

PS: Die B70-Betonschwellen sehen verdammt alt aus. Gab es die zu DR-Zeiten?

ake
15.2.13, 0:11
Neues vom Viadukt:
http://ilmenau.thueringer-allgemeine.de/web/ilmenau/startseite/detail/-/specific/Angelrodaer-Viadukt-600-Roststellen-muessen-ausgebessert-werden-408236114

ake
09.6.13, 0:13
http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Neubau-der-Eisenbahnbruecke-waere-billiger-als-Sanierung-gewesen-1475562220

ake
20.6.13, 13:53
Einhäusung bei der Hitze entfernt, Blick auf die Brückenelemente ist frei...

Harka
20.6.13, 18:41
Das siet ja endlich mal positiv aus. Hoffentlich verpasse ich nicht den Termin, an dem die Brücke wieder da hin kommt, wo sie hin gehört. Alle mir bisher bekannten und auch in der Presse genannten Termine waren nur Schall und Rauch.

Ralf_2
20.6.13, 23:59
Moin,
Schöne Bilder. Kann man bitte auch mal ein par von den erneuerten Knotenpunkten ins Bild bringen?
Oder haben die Kollegen wirklich genietet?
Wir würden Passschrauben nehmen - Nieten können wir blos noch beim Lotto.
Grüße ralf_2

ake
21.6.13, 0:12
siehe Post Nr. 29 und 30 ich zitiere den TA-Artikel: "....Mehr als 20.000 Löcher nachzubohren, unterschiedlichste Knotenbleche per Hand zu fertigen und mit Spezialschrauben die Brücke zusammenzuschrauben, ..."

ake
21.6.13, 23:55
Hier noch mal alte Nieten und neue Schrauben:

ake
28.6.13, 7:29
Man hört von Kalenderwoche 29, dann soll hier wieder großes Hebezeug stehen (ohne Gewähr):

ake
14.7.13, 23:07
1 - 3: Lager und Brückenteile werden vorbereitet (Bilder sind von Ende Juni),
4: Zeitungsauschnitt Thüringer Allgemeine vom 12.7.2013: am 15.7.2013 geht es mit der Kranstellung los, am 17.7. sollen die Teile eingeschwenkt werden:

BR 53 0001
15.7.13, 18:25
Hallo ake

Dankeschön :bindafuer daß Du uns an der Zangelei teil haben lässt!:fasziniert:

Grüsse aus Bärlin von der Grosslok

Harka
15.7.13, 22:22
Auf Bild 3 in Post 36 sieht man die ins Flussbett der Zahmen Gera (die ihren Namen wahrlich nicht gerecht wird) gebauten Stützpfeiler für die Mobilkräne. Schade, das deren Einsatz wohl unter der Woche stattfindet. Da komme ich dort nicht hin und kann keine Bilder machen.

ake
15.7.13, 23:21
Heute Nachmittag war die Durchfahrt unter dem Viadukt schon mal vorsorglich gesperrt, die Kräne aber noch nicht zu sehen. Ich bleib dran...

ake
16.7.13, 22:58
Einbau der Segmente soll bis zum 20.7. abgeschlossen sein:

http://ilmenau.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Bahn-beginnt-mit-Wiedereinbau-der-Bruecke-bei-Angelroda-387129171

ake
16.7.13, 23:02
16.07.2013 später Nachmittag:

Ralf_2
17.7.13, 1:08
Oi,
die Kollegen haben ja das ganz große Besteck dabei :fasziniert:
Grüße ralf_2

ghostdog
17.7.13, 8:30
Einbau der Segmente soll bis zum 20.7. abgeschlossen sein:

http://ilmenau.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Bahn-beginnt-mit-Wiedereinbau-der-Bruecke-bei-Angelroda-387129171

Interessant finde ich auch die Anmerkung, dass durch parallele Ausbesserungen an der Strecke die Geschwindigkeit auf 80km/h erhöht wird. Bemerkenswert "zügig" für solch eine Strecke.

Andererseits mit 80 Sachen durch den Wald, da wird sich aber der eine oder andere Wandersmann kräftig erschrecken, wenn am ungeschützten Übergang mitten im Wald plötzlich die Bimmelbahn neben Ihm steht.

Harka
17.7.13, 10:24
@ghostdog
Bei Streckenradien von 300 m sind 80 km/h eine ganz Menge. Ich fürchte dennoch, dass die Fahrzeiten Erfurt-Ilmenau auf Dauer zu lang sind und jemand auf die Idee kommt für die Studenten einen Bus-Transfer zu schaffen. Der wäre über die Autobahn viel schneller (ca. 45 Minuten Fahrzeit) und ohne die Studenten lohnt sich die ganze Strecke nicht mehr.

Tobi
17.7.13, 10:39
Das eine Strecke für eine höhere Geschwindigkeit ausgebaut wird, heißt nicht zwangsläufig, das jene dann auch gefahren wird.
Die schwierigen Passagen werden weiterhin mittels Lf-Signalen "ausgebremst", aber so kann man auf dem Rest etwas schneller fahren (und nebenbei etwas höhere Trassengebühr verlangen)

Harka
17.7.13, 18:03
@Tobi
Ich denke, dass einige Abschnitte der Trasse wie z.B. der Abschnitt hinter Plaue noch viel schneller gefahren werden könnte. Bis Plaue ist ohnehin Tempo 120 drin und danach geht bis kurz vor Angelroda auch mehr als 80 km/h. Auch nach dem Viadukt sollte deutlich mehr drin sein. Die Konkurrenz ist letztlich der Bus und der könnte Ilmenau von Erfurt aus über die Autobahn in 45 Minuten erreichen. Da kommt ein Bummelzug nicht ran und auf den Unterwegsbahnhöfen steigt eh kaum mal jemand aus oder ein. Der Schienenersatzverkehr von Plaue nach Ilmenau über die Landstraße ist deutlich schneller als die Bahn! Ok, der lässt Geraberg und Elgersburg auch gerne "links liegen". Der echte Schienenersatzverkehr tut das nicht, aber es gibt private Alternativen.

ake
17.7.13, 21:55
oder besser drauf. Der Transfer von der Baustelle (im Rücken von Bild 1) erfolgt mit den (offenbar selbstfahrenden) Schwertransportwagen aus Bild 5. Die dazu angebrachten gelben Auflagen werden nach dem Einbau entfernt (Bild 4).
Da ich tagsüber nur schlecht an die Baustelle komme, müsste mal jemand Transfer und Einschwenken der nächsten Teile (Morgen und evtl. noch am Freitag) ablichten....
Grüße
ake

dampfbahner
17.7.13, 22:54
@Harka, @ake:
Danke für die Informationen und die Bilder.

ake
18.7.13, 9:48
http://ilmenau.thueringer-allgemeine.de/web/ilmenau/startseite/detail/-/specific/Sanierte-Bruecke-fuer-das-Viadukt-in-Angelroda-924684338

Grüße
ake

ake
18.7.13, 21:55
Da ich heute nicht vor Ort sein konnte, ein paar Bilder aus dem Netz (hier kann man den Transfer mit den selbstfahrenden Schwerlastplattformen schön sehen; das wäre doch was für die RC-Fraktion ;-) ):

http://www.insuedthueringen.de/fotos/nachrichten/cme455180,2561854

Auf das es bald wieder so aussehene möge:
http://www.dampfsound.de/65_10/da-thurs16.jpg

Grüße
ake

ake
20.7.13, 0:40
19.07.2013: Die Morgensonne scheint auf alle drei Segmente, der Bauplatz ist leer bis auf ein paar Reststücke und damit ist zunächst Ende der Vorstellung.

Wenn wieder Verkehr auf der Strecke ist, kann ich ja mal nachlegen.

Grüße
ake

kute
20.7.13, 19:33
Ein wirklich sehr interessanter Beitrag, ich habe vor 1980 da of Urlaub gemacht. Ich errinner mich noch gut an die Abende beim alten Walter in der Post zu Neusiß und an den Karneval in Martinroda.

Harka
20.7.13, 20:01
Bisher hat sich keiner dazu geäußert, aber gibt es irgendwo noch so eine treppenförmige Hangabstützung? Die an mittelamerikanische Pyramidenstufen erinnernde Hangabstützung habe ich bewusst noch nie woanders wahrgenommen und die wollten doch bestimmt nicht es gewissen Eisenbahn-Paparazzis ... ähm ... Eisenbahn-Dokumentations-Fotografen leichter machen den Damm zu erklimmen. Man beachte dazu auch Bild 1 in Post 21.

BR 53 0001
21.7.13, 0:45
Hallo Leute

Kann es sein daß die Brücke mal zweigleisig war?
Die Stützpfeiler scheinen so breit!?

Gruenes-Herz
21.7.13, 7:52
Die Brücke wie auch die Strecke waren nie zweigleisig, allerdings hatte man beim Bau der Strecke große Hoffnung, daraus eine überregionale Verbindung entstehen zu lassen, so daß man alle Bauwerke schon mal auf eine Zweigleisigkeit auslegte.

Gruss Andreas

Harka
21.7.13, 11:27
@Gruenes Herz
Es war die Bedingung eines der Fürsten, auf deren Hoheitsgebiet die Strecke erbaut wurde, dass diese Strecke binnen 10 Jahren zweigleisig ausgebaut werden und über Gehren nach Königsee führen sollte. Die 8 km von Gehren nach Königsee wurden nie gebaut, obwohl das Gelände geologisch leicht zu erschließen war (faktisch eine Hochebene). Der Anschluss Ilmenaus an die Saaletalbahn über Königsee hätte die Rentabilität beider Stichstrecken enorm verbessert, aber so wurden sie beide stillgelegt. Ein zweigleisiger Ausbau zwischen Plaue und Ilmenau erfolgte deshalb auch nie, da für Ilmenau allein ein Gleis völlig ausreichend war. Übrigens wurde auch die tatsächlich gebaute Verbindung von Arnstadt über Stadtilm zur Saaletalbahn schon immer für eine zweigleisige Strecke ausgelegt, alle Einschnitte und Steinbrücken entsprechend dimensioniert, ein zweites Gleis aber nie montiert.

BR 53 0001
21.7.13, 11:36
Ah, jetzt ja.
Ist aber schon merkwürdig wie schon seinerzeit die Ressourcen "verschwendet" wurden.

Besten Dank für die Horizonterweiterung!

mcpilot
21.7.13, 12:30
Naja, wenn du dann doch 2 gleisig machen willst, müsstest die Brücken neu bauen bzw. aufwändig ändern ?:wiejetzt:

Harka
21.7.13, 18:33
@mcpilot
Das man steinerne Wiederlager von Anfang an größer diminensioniert, wenn man plant binnen 10 Jahren die Strecke zweigleisig auszubauen, ist sicher wirtschaftlich sinnvoll. Anders sehe ich das bei dem Damm hinter Plaue. Da wäre es sogar sinnvoller gewesen den nur für ein Gleis auszulegen und bei Bedarf hätte die Bahn einfach vom fertigen Damm das Baumaterial für das zweite Gleis abgeworfen. Denn mal ehrlich, es war schon zu Baubeginn klar, dass die Strecke Plaue-Ilmenau mit ihrer anschließenden Zahnradbahn über den Thüringer Wald nicht der leistungsfähige Zubringer in den Süden werden würde. Die Saaletalbahn war im Bau und die Planung für eine leistungsfähige Bahn Erfurt-Plaue-Suhl-Würzburg hatten begonnen. Die in Erfurt sitzenden Preußen waren mehr als nur interessiert endlich einen leistungsfähigen Zugang zur in Suhl sitzenden Waffenindustrie zu erhalten und dazu waren die Zahnradbahnen hinter Ilmenau völlig ungeeignet. Die Zahnradbahnen waren eine Konkurrenz zum Pferdegespann, aber nicht zur Bahn. Ein zweigleisiger Ausbau der Strecke war deshalb von Anfang an fragwürdig. Sicher hätte der Lückenschluss Gehren-Königsee etwas gebracht, aber in Ilmenau gab es keine nennenswerte Industrie und mit der Strecke Arnstadt-Stadtilm-Rudolstadt gab es schon bald einen leistungsfähigen Anschluss an die Saaletalbahn.

mcpilot
21.7.13, 19:20
Ich hab mich eher auf die Brücken bezogen, da nen Pfeiler verbreitern sicherlich nich so einfach machbar wäre, wie nen Pfeiler einfach von vorne an breiter zu bauen.

ake
07.8.13, 0:41
Mit einem Bürgerfest und kostenlosen Dampflokfahrten zwischen Plaue und Elgersburg wird die Wiederinbetriebnahme der Strecke am Sonntag, den 11.8.2013 gefeiert:

http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Ein-Jahr-saniert-Zuege-rollen-wieder-nach-Ilmenau-1253911641

Grüße
ake

Harka
11.8.13, 19:57
Die Fahrten waren gut organisiert, der Zug der Meininger so unpünklich wie die EIB pünktlich, das Wetter passte perfekt.

Ein völliger Reinfall war das Fest in Angelroda. Dort gab es exakt einen Stand der EIB, auf welchem man nur den aktuellen Fahrplan als Handzettel mitnehmen konnte, ansonsten nur Bratwurststände, Kuchenverkauf und einen Bierausschank (es gab auch alkoholfreie Getränke). Sorry Leute, da fehlte aber alles, was mit Bahn, Ort und Tourismus zu tun hat. Nichts zur Geschichte, nichts zu aktuellen touristischen Angeboten - selbst die zahlreichen Radfahrer auf dem Gera-Radweg, der direkt an den Ständen entlang führt, waren verwundert, dass da so absolut gar nichts touristisches geboten wurde und keinerlei Informationsmaterial zu sehen war. Wie kann man sich nur so eine Chance entgehen lassen?

Die Deutsche Bahn Bahn hatte zwar aufwändig Wegweiser drucken lassen, mit denen man zum Festplatz (eher zum Feststraßenabschnitt unter der Brücke) geleitet wurde, auch Schilder für Parkmöglichkeiten hatte die Deutsche Bahn Bahn aufgestellt, allein einen eigenen Stand zu organisieren war die Deutsche Bahn Bahn nicht in der Lage. Ok, die Strecke wird von der EIB bedient, aber sie gehört der Deutsche Bahn Bahn, zumindest tritt sie in der Presse so auf. Irgendwie hatte da wohl auch die Deutsche Bahn Bahn mehr erwartet, zumindest lässt dies die doch recht große Anzahl der angekarrten und kaum genutzten Dixi-Häuschen vermuten.

Die Wiedereröffnungsfeier in Angelroda war so letztlich nur eine Fress- und Sauforgie ohne jeden Bahnbezug. Das ist bedauerlich, denn da wäre leicht mehr drin gewesen. Mit den Fahrten der Meininger Dampflokfreunde hatte das alles kaum zu tun. Die waren gut organisiert und die Bustransfers nach Plaue und Elgersburg klappten perfekt. Störend an dem Zug wirkte nur die Diesellok am Schluss. Wofür fuhr die denn mit?

Christian82
11.8.13, 21:52
Grad im MDR in den Nachrichten gesehen, schien doch bissl was los gewesen zu sein. Eröffnungszug mit ner 52er und schönem Epoche III-Konvolut.

Sicher gleich in der Mediathek des MDR zu finden.

ake
11.8.13, 22:57
http://ilmenau.thueringer-allgemeine.de/web/ilmenau/startseite/detail/-/specific/Ueber-den-Daechern-Angelrodas-rollen-seit-Sonntag-wieder-die-Zuege-1494948888

http://www.insuedthueringen.de/lokal/ilmenau/ilmenau/Fahrt-frei-ueber-das-Schaetzchen;art83439,2755744

Grüße
ake

ake
11.8.13, 23:00
http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/viadukt_angelroda122.html

alex-le
11.8.13, 23:17
Hier (http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?4,6523738) und hier (http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?4,6523950) gibt es ein paar bilder bei Drehscheibe-Online.

Harka
12.8.13, 7:11
Jede Menge offizieller Jubel sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Strecke unter Beobachtung steht. Der derzeitige Betrieb ist allein den Studenten in Ilmenau zu verdanken, aber er ist nur auf Probe. Sollte sich eine schnellere Bus-Verbindung von Erfurt nach Ilmenau über die Autobahn durchsetzen, ist ganz fix Feierabend auf der Strecke. Den großen Worten des Landratsamts steht zudem die völlig fehlende Präsentation auch nur irgend eines Tourismusbüros entgegen. Fest in Angelroda? Abgehakt. Pressefotos mit unwichtigen Politikern. Haken dran. Ernsthaft etwas nachhaltiges bewegt? Nicht in Thüringen, schon gar nicht im Ilmkreis und erst recht nicht in der Region. Dem Fest war die Lieblosigkeit nur zu deutlich anzumerken. Bratwurststand, Ausschank, Kuchenverkauf - wäre da nicht noch der fast völlig leere Stand der EIB gewesen, wäre ein Bezug zur Bahn, zur Strecke oder zur Region nicht zu finden gewesen. Am Stand der EIB gab es aber auch nur den normalen Fahrplan als Handzettel und sonst gar nichts.

Die Meininger hingegen hatten ihren Betrieb mit historischen Material absolut professionell aufgezogen. Auch der Bustransfer zwischen Plaue, Angelroda und Elgersburg war gut organisiert. Das man in der lokalen Presse vergeblich nach den Abfahrtszeiten des historischen Zuges oder der Busse suchte, passte dann aber doch wieder zur insgesamt nur halbherzigen Organisation des Ereignisses.

ghostdog
12.8.13, 11:38
Vorsicht offtopic!

Hallo Harka,

dass das Fest eher ein Reinfall war, haben wir nun alle verstanden. Das wird auch nicht schlimmer, wenn man es mehrfach wiederholt.

Zum Thema Regional- und Landespolitiker und deren Arbeit mal so viel. Selber machen und besser machen und sich dann mal an dem Geleisteten messen lassen. Von anonym im TT-Board ein paar Zeilen schreiben und alles madig reden, bewegte sich noch nie was in unserem Land. Einfach mal selbst versuchen etwas diesbezüglich anzupacken und Du wirst ganz schnell sehen, wie schwer es ist alle Interessen der Landkreise, Vereine, Städte, Gemeinden und Unternehmen zusammenzuführen und eine tragfähiges Konzept für die Rennsteigregion um Schmiedefeld zu entwickeln.

Zum Thema Bus nur soviel. Natürlich ist eine direkte Busverbindung von Ilmenau Bhf. nach Erfurt Hbf. ca. 20 Minuten schneller. Aber der Zug fährt noch mehrere Stationen an und ich habe selbst bei intensiver täglichen Nutzung auf dem Weg nach Gotha über 7 Monate lang jede Menge Pendler im Zug getroffen. Und auf dem Weg von Erfurt bis Plaue verdichtet die EIB noch dazu die allg. Zugfolge im Nahverkehr. Wenn der Nahverkehr auf der Strecke stirbt, dann bestimmt nicht, weil der Bus soviel toller und schneller auf der Verbindung ist, sondern weil es da Entscheidugsträger gibt, welche es so wollen.

Harka
12.8.13, 12:19
@ghostdog
Ich bin kein Befürworter des Straßenverkehrs und was ich selber mache oder nicht mache dürfte sich deiner Kenntnis entziehen, also erspare mir da Unterstellungen. Falls da dazu mehr loswerden willst, dann bitte per PN, denn hier gehört es nicht her.

Mika
12.8.13, 12:46
... was ich selber mache oder nicht mache dürfte sich deiner Kenntnis entziehen, ... Das dürfte umgekehrt auch gelten. Da der Student das Bahnticket i.d.R. zahlt, wird er mit der Bahn fahren. Eine zusätzliche Buslinie ist vielleicht der Traum von IOV & Co. Nur wer soll den bezahlen? Der Bus wurde von den Ilmenauer Studenten nicht wirklich angenommen. Höhepunkt war die Linie C (?), die vor 13 Jahren praktisch leer zwischen Bahnhof und Schotterparkplatz am oberen Ehrenberg (seit Jahren steht dort der Humboldtbau) pendelte. Die Planungen der IOV am Studentenbedarf vorbei sind schon erstaunlich.

Mir hätte mit Fahrtziel Südthüringen der Direktbus nach Erfurt nichts genutzt. Dann eher Bahn, der eigene Pkw oder das Rad.

... Falls da dazu mehr loswerden willst, dann bitte per PN, denn hier gehört es nicht her.Und wir dürfen hier an deinen Erkenntnissen teilhaben? :braue:

frischdampf
12.8.13, 12:53
Schluss mit dem Gemecker und den gegenseitigen Beschimpfungen, erfreuen wir uns doch lieber an den Bildern mit der historischen 50er...
http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/video141488_zc-7931f8bf_zs-2d7967f4.html

E-Fan
12.8.13, 13:13
...Ist aber schon merkwürdig wie schon seinerzeit die Ressourcen "verschwendet" wurden....
Nicht unbedingt verschwendet.
Neben den Forderungen der ortsansässigen "Machthaber" spielten auch oft militärstrategische Gründe eine Rolle die den zeitlichen Aufwand bei einer späteren Erweiterung auf zwei Gleise erheblich verkürzen sollten.
Bei der Wutachtalbahn (Sauschwänzleeisenbahn) im Südschwarzwald hatte man zum Beispiel nur aus diesem Grund Oberbau und Tunnel zweigleisig ausgeführt.

Wie lang sollen denn die Fahrzeiten werden? Zwischen Rathenow und Brandenburg wurde die Nebenstrecke auf 80km/h ertüchtigt was zur Folge hatte das der Zug die Strecke in kürzerer Zeit zurücklegt als es mit dem Auto überhaupt möglich wäre.

mcpilot
12.8.13, 15:42
Die Deutsche Bahn Bahn

Das hast du 2mal in deinem Beitrag verwendet, bedeutet das bei dir die Deutsche Bahn AG oder war das nen Rechtschreibfehler oder ?:wiejetzt:

Ralf_2
12.8.13, 15:53
...Deutsche Bahn AG oder war das ....?:wiejetzt:

Moin,
die nennen sich doch selbst DB Bahn (http://www.bahn.de/p/view/index.shtml).... Da lachen wir schon seit einiger Zeit drüber. Sinnigerweise steht das auch an manchen Bussen, die zur "Bahn" gehören.
Grüße ralf_2

fruehsen
12.8.13, 16:49
Es gibt aber auch noch die "Deutsche Bahn Schenker Bahn". Solche Bezeichnungen sind echt geil und haben den Werbefuzzis dann noch Geld gebracht. Ich hatte auch mal ein Tütenessen mit "Black Funghi Pilzen", also schwarzen Pilzen Pilzen...

Thomas

Ralf_2
12.8.13, 17:32
... Ich hatte auch mal ein Tütenessen mit "Black Funghi Pilzen", also schwarzen Pilzen Pilzen...

Thomas

Dazu würde ich ein Pils nehmen. Oder auch noch eins.
Aber ich finde, wir sollten froh sein, daß die sich nicht DB Rail genannt haben.

Grüße ralf_2

Harka
12.8.13, 17:44
Das hast du 2mal in deinem Beitrag verwendet, bedeutet das bei dir die Deutsche Bahn AG oder war das nen Rechtschreibfehler oder ?:wiejetzt:Ne, das war exakt so gewollt, weil genau die Bezeichnung auch auf den Wegweisern stand: DB Bahn, also Deutsche Bahn Bahn. Auch wenn es seit dem Führungswechsel eine zu begrüßende Rückbesinnung auf die deutsche Sprache gibt, finde ich solche Bezeichnungen einfach nur albern.

@E-Fan
Die Fahrzeit Erfurt-Ilmenau liegt so um die 50 Minuten. Dafür hält der Zug aber auch an jeder Milchkanne und mit etwas Glück kommt da sogar noch eine in Siegelbach dazu, denn dort will man jetzt wohl doch ernsthaft einen neuen Haltepunkt errichten. Ich habe mich schon immer gefragt, warum es den nicht schon lange gibt.

@Mika
IOV hat kein Interesse an einer Schnellbus-Verbindung Erfurt-Ilmenau. Zumindest stand dazu bisher nichts in der Presse. Die Langstrecken-Busse wie die "Berliner Linienbus"-Truppe hingegen sagen das recht offen. Ich hoffe sehr, dass daraus nichts wird. In Weimar sehe ich die täglich mehrfach und die sind nicht allein.

und zu den Erkenntnissen: Meine zu der Verbindung und den dort beabsichtigten Dingen stammen aus der lokalen Presse. ghostdog habe ich an keiner Stelle persönlich etwas unterstellt oder zu etwas aufgefordert. Das kommt mir nicht zu, ihm aber auch nicht, nur er hat es getan. Und Angelroda geht mir schon etwas nahe, wohnen dort doch Verwandte und Freunde und bis zu mir nach Hause fährst einfach nur auf dem Radweg in den Nachbarort. Du kannst davon ausgehen, dass ich die dortigen Verantwortlichen kenne und nicht wenige davon rede ich nur mit dem Vornamen an. Wir gingen in die selbe Schule.

E-Fan
12.8.13, 20:41
...Die Fahrzeit Erfurt-Ilmenau liegt so um die 50 Minuten. Dafür hält der Zug aber auch an jeder Milchkanne...
Das macht die Bahn zwischen Rathenow und BRB auch.
Jetzt steht eigentlich nur noch die Frage im Raum wie lange ein Bus bräuchte um die gleiche Strecke abzufahren wenn er in allen Orten hält die auch die Bahn tangiert.
Erfurt <> Ilmenau klang etwas danach als würde es sich um eine direktere Verbindung handeln.

Harka
13.8.13, 7:17
@E-Fan
Der Bus würde viel länger brauchen, wenn er auch überall halten würde, nur, das will er nicht. Der Unternehmer (Name wurde nicht genannt) will sich nur die Sahnehäubchen sichern und faktisch einen Studenten-Shuttle nur an den An- und Abreisetagen anbieten und dazu Erfurt-Ilmenau über die Autobahn bedienen. So etwas gab es jetzt während des Schienen-Ersatzverkehrs zwischen Marlishausen und Ilmenau. Die Studenten stiegen von Erfurt kommend in Marlishausen aus dem Zug. Von dort ging es auf die Autobahn (Arnstadt-Ost) und 13 km später in Ilmenau-Ost wieder runter. Nach nicht mal 20 Minuten steht der Bus auf dem Campus direkt vor den Wohnheimen. Das schafft keine Bahnverbindung. Der Busunternehmer will nun prüfen, ob sich das auch noch lohnt, wenn die Bahn nach Ilmenau durchfährt. Dort brauchen die Studenten nämlich locker über 20 Minuten zu Fuß um vom Ilmenauer Bahnhof zu den Wohnheimen zu kommen (ca. 3 km).

Eine reguläre Busverbindung Erfurt-Ilmenau gibt es längst. Die wird vom IOV betrieben und ist keine Konkurrenz zur Bahn, da sie zumeist länger braucht und vom Komfort her gar nicht mithalten kann. Es gibt Gründe, warum diese Verbindung an Sonn- und Feiertagen gar nicht erst angeboten wird.

Eine von den Studenten gewünschte Wiederinbetriebnahme der Strecke nach Großbreitenbach um eine einzige Station, nämlich bis Ilmenau-Grenzhammer wird es nicht geben. Diese Bahnstation lag faktisch den Wohnheimen und dem Campus gegenüber auf der anderen Straßenseite der B88. Sinn machen würde die Wiederinbetriebnahme jedoch schon, da viele Studenten, welche in Ilmenau kein Zimmer mehr finden, aus den Gemeinden entlang der Bahnstrecke kommen und nicht nur in Plaue der Bahnhof zum Studentenwohnheim umgebaut wird.

Mika
13.8.13, 7:56
Dort brauchen die Studenten nämlich locker über 20 Minuten zu Fuß um vom Ilmenauer Bahnhof zu den Wohnheimen zu kommen (ca. 3 km).Vom Bahnhof zum unteren Ehrenberg sind's knapp über einen Kilometer: http://goo.gl/maps/VmLWp Dort stehen die meisten Wohnheime. ABER: nur ein kleiner Teil der Studenten wohnt in den Heimen. Bei ~ 7.000 Studenten und ~ 1.600 Wohnplätzen des STW Thüringen wohnen die meisten Studenten nicht am Campus. :allesgut:
Eine von den Studenten gewünschte Wiederinbetriebnahme der Strecke nach Großbreitenbach um eine einzige Station, nämlich bis Ilmenau-Grenzhammer wird es nicht geben. Diese Bahnstation lag faktisch den Wohnheimen gegenüber auf der anderen Straßenseite der B88.Da empfehle ich, eine Karte zu nehmen oder den Weg vom Grenzhammer zum Campus selbst zu gehen. Das ist nämlich ebenso ein Kilometer: http://goo.gl/maps/JBLhU Die Gehzeit unterscheidet sich minimal, mit der Fahrzeit der Bahn dauert es in Summe länger.
Wenn Harka schon aus der Gegend kommt, sollte er die Entfernungen besser einschätzen können. :streichel

Eine reguläre Busverbindung Erfurt-Ilmenau gibt es längst. Die wird vom IOV betrieben und ist keine Konkurrenz zur Bahn, [...] warum diese Verbindung an Sonn- und Feiertagen gar nicht erst angeboten wird.Letzteres ist neu. Um 2005 fuhren die Busse auch sonntags. Deren Fahrer zeichneten sich durch massive Fehleinschätzungen aus. Die zweispurige B4 nach Erfurt hinein leer und trotzdem wird der Radfahrer in den Straßengraben gedrängt. :angry: Gut, wenn diese Gefahrenquelle beseitigt wurde! :applaus:

Harka
13.8.13, 8:06
Wenn Harka schon aus der Gegend kommt, sollte er die Entfernungen besser einschätzen können und nicht nur schätzen.Ich habe in Ilmenau studiert und kenne die Entfernungen doch recht gut. Um einen Zug sicher zu erreichen musste man 30 Minuten vor Abfahrt den Hörsaal verlassen, sonst wurde es Stress.

Es ist allerdings richtig, dass die meisten Studenten nicht am Campus wohnen können, gerade deshalb wünscht man sich eine bessere Anbindung an den Nahverkehr.
Die zweispurige B4 nach Erfurt hinein leer und trotzdem wird der Radfahrer in den Straßengraben gedrängt.Der Radfahrer hat da ja auch nichts auf der Straße verloren. Für ihn gibt es dort einen bitumierten Radweg, aber manche Radfahrer meinen, dass die Gesetze nur für die anderen gelten ...

V180-Oli
13.8.13, 8:37
Dort brauchen die Studenten nämlich locker über 20 Minuten zu Fuß um vom Ilmenauer Bahnhof zu den Wohnheimen zu kommen (ca. 3 km).
Mmmh...:gruebel:...sehr sportlich.
Ist das ne Sportschule oder warum rennen die?
Für 3 Kilometer per Pedes, noch dazu mit eventueller Reisetasche beaufschlagt, können gern 45 Minuten veranschlagt werden. Im Sommer gern auch ne Stunde...

Deine 20 Minuten passen eher zu Mikas Ausführungen, die von etwa 1 Kilometer und paar Zerquetschte ausgehen.

Na egal, Hauptsache, die Brücke überbrückt wieder das dazu gehörige Tal. Alles gut...

Ralf_2
13.8.13, 9:19
Moin,
ist ja alles ganz nett, und für manchen vielleicht auch total wichtig, aber eigentlich hat das alles doch nicht viel mit der ollen Stahlbrücke zu tun, oder?
Diese Diskussion fällt doch eher unter "Abenteuer im Nahverkehr", oder?
Grüße ralf_2

ake
13.8.13, 12:10
Dann hier die nächsten Spekulatius (vielleicht zur Abwechslung mal ein Gerücht über einen Riss im Brückepfeiler samt Dementi der Bahn):

http://ilmenau.thueringer-allgemeine.de/web/ilmenau/startseite/detail/-/specific/Bahn-begruendet-Abbremsen-am-Viadukt-mit-Belastungstests-307519238

Grüße
ake